Oberharnsbach
Oberharnsbach Markt Burgebrach
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 50′ N, 10° 47′ O |
| Höhe: | 266 m ü. NHN |
| Einwohner: | 288 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 |
| Postleitzahl: | 96138 |
| Vorwahl: | 09546 |
Oberharnsbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Oberharnsbach hat eine Fläche von 6,273 km². Sie ist in 878 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7145,07 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Unterharnsbach.[4]
Geografie
Das Dorf liegt auf freier Flur am linken Ufer der Rauhen Ebrach und am Fischersbächerl, der dort als linker Zufluss in die Rauhe Ebrach mündet. Die Bundesstraße 22 führt an Unterneuses vorbei nach Burgebrach (3,5 km westlich) bzw. nach Birkach (3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Failshof (0,5 km nordwestlich) und nach Unterharnsbach (0,8 km südöstlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1251 als „Hademarspach“ erstmals urkundlich genannt. Der altertümliche Grundherrnname Hadumar verweist auf die älteste fränkische Siedlerschicht. Von der Siedlungsstruktur war Oberharnsbach ein Haufenwegedorf.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberharnsbach aus 22 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgebrach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Burgebrach. Grundherren waren
- das Amt Burgebrach: 1 Höflein, 2 Söldengüter, 3 Söldengütlein, 1 Mühle, 1 Hofhäuslein;
- das würzburgische Amt Hohenaich: 1 Hof mit Nebenhaus, 1 Halbhof, 1 Söldengut;
- das Dominikanerinnenkloster Heilig Grab: 1 Hof, 1 Höflein, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein, 1 Hofhäuslein;
- das Klarissenkloster Bamberg: 1 Halbhöflein;
- die Nürnberger Eigenherren Löffelholz: 1 Halbhof, 1 Halbhöflein, 1 Söldengütlein mit Schmiedefeuerrecht.
Der Gemeinde selber gehörten ein Häuslein, das als Hirtenwohnung genutzt wurde, und ein Tropfhaus, das ein Zollhaus war.[7]
Die Bodenbeschaffenheit galt als gut, der Getreideanbau war vorzüglich. – Im Jahre 1796 wurde im Zuge des Ersten Koalitionskriegs Oberharrnsbach von den Franzosen angegriffen. Dabei wurden ein Haus und drei Scheunen durch Bomben zerstört, viele Einwohner, die sich dort zurückgezogen hatten, starben dabei.[8]
Im Jahre 1802 kam Oberharnsbach an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Oberharnsbach gebildet, zu dem Unterharnsbach gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberharnsbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Oberharnsbach zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,268 km².[10]
Am 1. Januar 1978 wurde Oberharnsbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.[11][12]
Baudenkmäler
In Oberharnsbach gibt es vier Baudenkmäler:[13]
- Bildstock
- Oberharnsbach 5: Wohnstallhaus
- Kreuzigungsgruppe vor Wiesenstraße 1
- Wiesenstraße 5: Wohnstallhaus
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Oberharnsbach
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 200 | 248 | 265 | 266 | 255 | 277 | 265 | 264 | 276 | 275 | 254 | 256 | 259 | 245 | 252 | 247 | 248 | 244 | 229 | 286 | 281 | 287 | 223 | 238 |
| Häuser[14] | 39 | 43 | 41 | 40 | 40 | 41 | 42 | 43 | ||||||||||||||||
| Quelle | [9] | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [10] | [27] |
Ort Oberharnsbach
| Jahr | 1799 | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2018 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 120 | 107 | 155 | 156 | 152 | 158 | 145 | 173 | 136 | 153 | 200 | 281 | 288 |
| Häuser[14] | 22 | 23 | 23 | 23 | 24 | 26 | 27 | 46 | |||||
| Quelle | [8] | [9] | [16] | [18] | [21] | [23] | [25] | [26] | [10] | [27] | [28] | [29] | [1] |
Religion
Oberharnsbach ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Vitus (Burgebrach) gepfarrt.[7][10]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Herrnsbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 632 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Oberharnsbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 173 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Herrnsbach. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 27 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 169.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Oberharnsbach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. November 2025.
- Oberharnsbach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 21. November 2025.
- Oberharnsbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 21. November 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Statistische Zahlen des Marktes Burgebrach. In: vg-burgebrach.de. Abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Markt Burgebrach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Gemarkung Oberharnsbach (092242). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 21. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ P. Schneider: Steigerwald, S. 169.
- ↑ a b H. Weiß: Bamberg, S. 151f.
- ↑ a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 173.
- ↑ a b c H. Weiß: Bamberg, S. 258.
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 647 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 672 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Burgebrach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Denkmalliste für Burgebrach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, 1818 und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 135, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 839, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 129 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1010, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 49 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 956 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1000 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1022 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 878 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 288 (Digitalisat).
- ↑ Lage & Ortsteile > Die 27 Ortsteile mit Einwohnerzahlen. In: vg-burgebrach.de. Abgerufen am 21. November 2025.