Lautecas
| Lautecas | ||
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| Koordinaten | 8° 39′ S, 125° 9′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Osttimor | |
| Gemeinde | Liquiçá | |
| Verwaltungsamt | Maubara | |
| Suco | Gugleur | |
| Einwohner | 45 | |
| Politik | ||
| Chefe de Aldeia | Renato da Silva Soares (2023) | |
Lautecas (Lautekus, Lautekas) ist eine osttimoresische Aldeia im Suco Gugleur (Verwaltungsamt Maubara, Gemeinde Liquiçá).[1] 2015 lebten in der Aldeia 45 Menschen.[2]
Geographie
Lautecas liegt im Norden des Sucos Gugleur ein. Nördlich befindet sich die Aldeia Cai-Cassa, westlich die Aldeia Palistla, südlich die Aldeia Vatumori, östlich die Aldeia Lauvou und im Nordosten reicht die Spitze von Lautecas bis zur Aldeia Raenaba.[1] Lautecas verläuft quer über einen Höhenzug der sich vom südlich gelegenen Foho Vatumori (1041 m) nach Norden hin ausdehnt.[3] Auf ihm befindet sich das Dorf Lautecas.[1] Im Tal östlich fließt der Tikidur, ein Quellfluss des Marae.[4]
Geschichte
Dem Sohn des portugiesischen Gouverneurs José Celestino da Silva gehörte in den höheren Lagen des Sucos eine Kaffeeplantage. Hier nahm er sich Lo Bete (Taufname Madalena), die Tochter eines Dato aus der Aldeia Vatumori als Mätresse und nahm sie mit zu seinem Heim in Fatubessi.[5.1] 1909 kehrte Lo Bete nach Gugleur zurück und heiratete den Portugiesen Joaquim Sanches. Mit in die Ehe brachte sie die riesige Kaffeeplantage des Gouverneurssohns in Lautecas. Die Plantage wurde mittels Zwangsarbeit betrieben, zu der Timoresen von der Kolonialverwaltung verpflichtet wurden.[5.2]
Am 15. September 1975 eroberte im Bürgerkrieg die FRETILIN mit Maubara die letzten Bastion der UDT. Eine Patrouille der FRETILIN, unter Führung von Leonardo Alves (Kampfname Ramahana), kam von Morae über Cai-Cassa nach Lautecas zur Kaffeeplantage der Familie Sanches. Das Familienoberhaupt José Martinho Sanches und sein vierter Sohn José befanden sich bereits in Gefangenschaft. Die drei ältesten Söhne José Alcino Sanches (31), Julio J. Sanches (19) und Joaquim J. Sanches (18) versteckten sich in der Kaffeeplantage, wurden aber von den FRETILIN-Kämpfern gefunden und an Ort und Stelle sofort exekutiert. Anschließend stiegen die Milizionäre den steilen Feldweg von Lautekas zur Küste hinab, wo Ramahana und seine Männer mit dem Mord an den Sanches-Brüdern prahlten. Die Familienmitglieder waren bekannte Unterstützer der UDT. Zudem war sie allgemein unbeliebt. Zum einen durch die Zwangsarbeit auf der Plantage, zum anderen wegen der Verbindung zum verhassten, ehemaligen Gouverneur Celestino da Silva und regelmäßigen sexuellen Übergriffen auf Mädchen durch die Söhne. José Alcino selbst war durch die Vergewaltigung eines Mädchens aus Cai-Cassa durch José Martinho Sanches entstanden und war der Mutter weggenommen worden, um bei den Sanches aufzuwachsen.[5.3]
1995 beanspruchten mehrere Dutzend Familien aus Vatumori Land von der Kaffeeplantage der Sanches. Sie gaben an, das Land sei ihren Vorfahren gestohlen worden.[5.4]
Politik
2023 wurde Renato da Silva Soares zum Chefe de Aldeia gewählt.[6]
Einzelnachweise
- ↑ a b c Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Liquiçá ( vom 15. Januar 2023 im Internet Archive).
- ↑ Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 ( vom 23. September 2019 im Internet Archive).
- ↑ PeakVisor: Foho Vatumori, abgerufen am 25. Juli 2025.
- ↑ Timor-Leste GIS-Portal ( vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
- ↑ Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).
- ↑ Portal Municipal Liquiçá: Posto Administrativo Maubara, abgerufen am 28. Februar 2025.