Dair (Gugleur)

Dair
Dair
Koordinaten 8° 38′ S, 125° 8′ O

Karte des Sucos Gugleur
Basisdaten
Staat Osttimor
Gemeinde Liquiçá
Verwaltungsamt Maubara
Suco Gugleur
Einwohner 502
Politik
Chefe de Aldeia Boaventura S. de Jesu (2023)

Dair (Daire) ist eine osttimoresische Aldeia im Suco Gugleur (Verwaltungsamt Maubara, Gemeinde Liquiçá).[1] 2015 lebten in der Aldeia 502 Menschen.[2]

Geographie

Dair liegt im Nordwesten des Sucos Gugleur, an der Sawusee. Südlich befindet sich die Aldeia Palistla, östlich die Aldeia Cai-Cassa und nordöstlich die Aldeia Puquelete. Im Westen grenzt Dair an den Suco Vatuboro.[1] Im Süden mündet der Paroho in den Baulu, dem Grenzfluss zu Vatuboro.[3] Die beiden kleinen Flüsse umrahmen den Foho Sesrai, dessen Höhenzug von Süden her bis nach Dair reicht.[4] Am Ostufer des Baulu liegt an dessen Mündung das Dorf Dair. In ihm befindet sich eine Grundschule. Die Überlandstraße an der Nordküste Timors führt durch Dair und über eine Brücke über den Baulu.[1]

Geschichte

In Dair lebte ein führender Adliger, der dem Herrscher in Maubara unterstellt war.[5.1] Bereits in der Kolonialzeit diente der Ort als Handelsposten am Meer.[5.2]

Im September 1867 wurde ein portugiesischer Offizier auf dem Weg nach Batugade in Dair angegriffen. Der Historiker Pélissier nennt diesen Vorfall eine „Revolte“. Vatuboro musste als Entschädigung tausend Rupien zahlen.[5.3]

Am 26. Mai 1893 griffen Rebellen die portugiesischen Zollstationen in Vatuboro und Dair an. Dies war der Beginn der Revolte von Maubara. Die Angaben von Gouverneur Cipriano Forjaz über das Schicksal der dort stationierten Soldaten ist widersprüchlich. In einem Bericht ist nur von Verletzten die Rede, laut dem anderen wurde die Besatzung von den Angreifern geköpft.[5.4] Im Juni nahm das portugiesische Kanonenboot Diu die Küstenorte Vatuboro und Dair unter Beschuss. In Dair wurde auch ein Landekommando abgesetzt. Da viele Leichen liegen blieben, brach später in Maubara die Cholera aus.[6.1]

Politik

2023 wurde Boaventura S. de Jesu zum Chefe de Aldeia gewählt.[7]

Einzelnachweise

  1. a b c Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Liquiçá (Memento vom 15. Januar 2023 im Internet Archive).
  2. Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive).
  3. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  4. PeakVisor: Foho Seserai, abgerufen am 30. Juli 2025.
  5. Douglas Kammen: 5. High Colonialism and New Forms of Oppression, 1894–1974. In: De Gruyter Brill. 20. August 2015, doi:10.36019/9780813574127-009/html (degruyterbrill.com [abgerufen am 30. Oktober 2025]).
    1. S. 25 & 26.
    2. S. 98.
    3. S. 63 & 194.
    4. S. 87.
  6. Geoffrey C. Gunn: History of Timor (Memento vom 26. Dezember 2019 im Internet Archive), verfügbar vom Centro de Estudos sobre África, Ásia e América Latina, CEsA der TU-Lissabon (PDF-Datei; 805 kB).
    1. 88
  7. Portal Municipal Liquiçá: Posto Administrativo Maubara, abgerufen am 28. Februar 2025.