Fatubessi (Hatulia B)

Fatubessi
Daten
Fläche 34,95 km²[1]
Einwohnerzahl 5.582 (2022)[2]
Chefe de Suco Armando de Carvalho
(Wahl 2016)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Assulau Hautete 277
Lebumeo 849
Matanoba 485
Peregrinação 1725
Sabsoi 793
São Francisco 625
Fatubessi
Koordinaten: 8° 45′ S, 125° 20′ O

Fatubessi (Fatubesse, Fatu Besi) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Hatulia B (Gemeinde Ermera).

Geographie

Fatubessi
Orte Position[3] Höhe
Assulau 8° 46′ 23″ S, 125° 19′ 5″ O ?
Betorema 8° 45′ 33″ S, 125° 20′ 9″ O ?
Boro 8° 45′ 31″ S, 125° 18′ 7″ O ?
Buburia 8° 44′ 10″ S, 125° 18′ 4″ O ?
Fatubessi 8° 45′ 11″ S, 125° 19′ 31″ O 1111 m
Guiaves-Laran 8° 45′ 17″ S, 125° 19′ 50″ O ?
Hurtali 8° 45′ 20″ S, 125° 19′ 43″ O ?
Laclo 8° 45′ 10″ S, 125° 19′ 27″ O 1110 m
Lebumeo 8° 45′ 16″ S, 125° 18′ 7″ O ?
Mata Nova 8° 44′ 20″ S, 125° 19′ 19″ O ?
Mauka 8° 45′ 1″ S, 125° 19′ 42″ O 1126 m
Maukali 8° 44′ 38″ S, 125° 19′ 35″ O ?
Oeleo 8° 43′ 45″ S, 125° 19′ 12″ O ?
Railete 8° 44′ 51″ S, 125° 20′ 38″ O ?
Sabsoi 8° 44′ 36″ S, 125° 18′ 39″ O ?
Tredu 8° 44′ 17″ S, 125° 19′ 16″ O ?
Name unbekannt (1) 8° 44′ 40″ S, 125° 18′ 14″ O ?
Name unbekannt (2) 8° 46′ 2″ S, 125° 18′ 8″ O ?
Name unbekannt (3) 8° 46′ 9″ S, 125° 18′ 9″ O ?
Name unbekannt (4) 8° 46′ 52″ S, 125° 17′ 31″ O ?
Name unbekannt (5) 8° 43′ 57″ S, 125° 19′ 12″ O ?

Fatubessi liegt im Südwesten des Verwaltungsamts Hatulia B. Nördlich liegen die Sucos Mau-Ubo und Urahou und östlich der Suco Fatubolo. Im Süden und Westen befindet sich das Verwaltungsamt Hatulia mit den Sucos Manusae, Ailelo und Aculau. Die Südgrenze bildet der Fluss Eahora, den südlichen Teil der Westgrenze der Gamerama und die Nordwestspitze von Fatubessi wird eingerahmt von den Flüssen Guradi und Acolaco. Die Flüsse gehören alle zum System des Lóis.[4][5] Fatubessi hat eine Fläche von 34,95 km²[1] und teilt sich auf in die sechs Aldeias Assulau Hautete, Lebumeo, Matanoba (Matanova), Peregrinação, Sabsoi und São Francisco.[4][6]

Zwischen Guradi und Acolaco liegt das Dorf Buburia (Bubria), im Norden die Dörfer Oeleo, Tredu und Mata Nova (Matanoba), im Osten Railete und Betorema, im Süden Assulau (Asulau) und Boro (Bono) und im Westen Lebumeo und Sabsoi (Sapso). Im Zentrum liegt die große Siedlung Fatubessi, der Hauptort von Hatulia B. Den östlichen Teil bildet die Siedlung Mauka. Westlich des Hauptplatzes liegt der Ortsteil Laclo. Etwas südlich davon befinden sich die Siedlungen Guiaves-Laran (Nacahun) und Hurtali (Urtali) und nördlich das Dorf Maukali.

Im Dorf Fatubessi befinden sich eine Vorschule, eine Grundschule, ein provisorischer Hubschrauberlandeplatz und eine medizinische Station.[7] Größere Straßen, die den Suco mit der Außenwelt verbinden fehlten noch Anfang des 21. Jahrhunderts, weswegen die Wahlurnen für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 mit Pferden und Trägern zum Wahllokal in der Grundschule gebracht und wieder abgeholt werden mussten.[8]

Einwohner

In Fatubessi leben 5.582 Einwohner (2022), davon sind 2.867 Männer und 2.715 Frauen. Im Suco gibt es 846 Haushalte.[2] Fast 99 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Kleine Minderheiten sprechen Habun oder Mambai.[9]

Geschichte

Unterhalb der auf einem Hügel stehenden Kapelle Santuário de Nossa Senhora Peregrina im Ort Fatubessi steht ein Denkmal für den portugiesischen Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908), der in Fatubessi die Kaffeeplantagen der Sociedade Agrícola Pátria e Trabalho (SAPT) gründete. Zur Fazenda gehörten auch die Kapelle und die anderen wichtigen Gebäude des Ortes.[10] Auch die Säule mit der Bronzebüste Silvas wurde im Januar 1940 von der Familie Silvas errichtet. Während der indonesischen Besatzung (1975–1999) wurde die Büste gestohlen und nach Westtimor verschleppt. Erst als die Bevölkerung sich beim indonesischen Gouverneur Mário Viegas Carrascalão beschwerte, wurde die Büste nach Fatubessi zurückgebracht.[11]

Julio Celestino de Montalvão e Silva, der Sohn des Gouverneurs, war ursprünglich bei der Marine und als Hafenkapitän seinem Vater nach Dili gefolgt. Bald führte er stattdessen die Kaffeeplantage der SAPT in Fatubessi und erhielt seine eigene Plantage in den höheren Lagen von Gugleur. Hier nahm er sich Lo Bete (Taufname Madalena), die Tochter eines Dato aus der Aldeia Vatumori als Mätresse und nahm sie mit zu seinem Heim in Fatubessi.[12.1]

1976 erreichten die indonesischen Invasoren auch die Region. In Fatubessi befand sich von 1976 bis 1979 eine Widerstandsbasis (base de apoio) und war das Hauptquartier des Widerstandssektors Fronteira Norte.[11][12.2] Dort kam es zum Konflikt zwischen den radikalen politischen Führern der FRETILIN und gemäßigten FALINTIL-Offizieren, die früher im portugiesischen Kolonialmilitär gedient hatten. Als Politoffizier Hélio Sanches Pina den Sergeant Major José da Silva und andere Unteroffiziere degradierte, weil sie nach seiner Meinung nicht revolutionär waren, eskalierte die Situation. Pinas Gegner gründeten die Gruppierung Maromak Fatubessi (deutsch Gott von Fatubessi) und versuchten angeblich einen internen Putsch. Die Verschwörung flog auf, wurden die Verdächtigen verhaftet und Silva hingerichtet.[12.3] Die Führung der FALINTIL in Fatubessi stand später unter Filomeno Paixão.[12.4]

Eine Offensive gegen Fatubessi ab dem 1. Januar 1978 konnte von der FALINTIL gestoppt werden,[13.1] doch die Situation wurde immer schwieriger. Während Paixão zur Aufgabe riet, bestand Pina auf ein Weiterführen des Kampfes.[12.5] Als die Situation zu kritisch wurde und man drohte aufgrund von Krankheit und Hunger zu sterben, nahm Paixão mit den Streitkräften Indonesiens Kontakt auf. Am 7. Februar 1979 ergaben sich in Caisoru Paixão und ein Großteil der militärischen und zivilen Führer von Fronteira Norte dem indonesischen Bataillon 512.[12.5][13.2] Am 16. Februar 1979 wurde die Widerstandsbasis in Fatubessi von den Indonesiern eingenommen. Sie war die letzte osttimoresische Widerstandsbasis.[13.3] Pina kam auf der Flucht ums Leben.[12.5]

In Fatubessi richteten die Indonesier ein Transit Camp ein, wo Zivilisten vor ihrer Ansiedlung an anderen Orten interniert wurden. Es herrschte akuter Nahrungsmittelmangel. Der Hungertod war alltäglich.[11]

Während der Unruhen von 1999 operierten zwischen dem 27. Januar und September in der Region die pro-indonesischen Milizen Darah Merah, Aitarak und Pancasila zusammen mit dem indonesischen Militär gegen Befürworter der Unabhängigkeit Osttimors. Zwischen dem 10. und 14. Mai wurden Fatubessi und andere Sucos der Region überfallen.[11] "

Politik

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Olegario António da Silva zum Chefe de Suco gewählt[14] und 2009 bestätigt.[15] 2016 gewann Armando de Carvalho.[16]

Wirtschaft

Fatubessi ist eines der Kaffeeanbauzentren Osttimors. Hier entdeckte man in Mata Nova in den 1940er-Jahren den Híbrido de Timor, einen natürlichen Hybriden von Arabica- und Robusta-Kaffee, der resistent gegen Kaffeerost ist.[17]

Im Suco gibt es heiße Quellen.[18]

Persönlichkeiten

Commons: Fatubessi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive), abgerufen am 23. November 2016.
  2. a b Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.
  3. Atlanten der zwölf Gemeinden und der Sonderverwaltungsregion Osttimors, Stand 2019 (Memento vom 17. Januar 2021 im Internet Archive) (Direcção-Geral de Estatística DGE).
  4. a b Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera.
  5. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  6. Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
  7. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF; 584 kB)
  8. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Fatubessi (tetum; PDF; 8,5 MB)
  10. Boletim Eclesiástico da Diocese de Macau, Nr. 430, Januar 1940, S. 418.
  11. a b c d „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  12. Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).
    1. S. 104.
    2. S. 131.
    3. S. 131–132.
    4. S. 138.
    5. a b c S. 137.
  13. „Part 5: The History of the Conflict“ (PDF; 564 kB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
    1. S. 23.
    2. S. 22.
    3. S. 25.
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Lista Naran Xefe Suku Eleito 2016, 2. Dezember 2016. (Memento vom 14. August 2021 im Internet Archive)
  17. Vicente de Paulo Correia, Carlos da Conceição de Deus, Marcal Gusmão, Pedro Damião de Sousa Henriques, Pedro Nogueira: Original Coffee Plant ‘Híbrido de Timor’, Agriculture Faculty, Universidade Nasionál Timór Lorosa’e & Universität Évora, Dili 2013.
  18. Ermera District Development Plan 2002/2003 (Memento vom 28. März 2009 im Internet Archive) (englisch; PDF-Datei; 374 kB).