Glor (Gemeinde Kals am Großglockner)

Glor (Weiler)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Lienz (LZ), Tirol
Pol. Gemeinde Kals am Großglockner
Ortschaft Glor-Berg
Koordinaten 47° 0′ 15″ N, 12° 38′ 57″ Of1
f3f0
Postleitzahl 9981 Kals am Großglockner
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Kals am Großglockner (70712 000)

Weiler Glor von Südwesten
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS
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Glor ist ein Weiler der Ortschaft Glor-Berg in der Gemeinde Kals am Großglockner.

Geographie

Glor liegt an der Einmündung des Ködnitztales in das Kalser Tal in rund 1361 Metern Höhe (Wegkreuz Haus Christophorus). Der Weiler besteht im Wesentlichen aus drei Häusergruppen, die sich angrenzend an die Ortschaft Ködnitz nach Osten verteilen.

Den historischen Kern des Weilers bilden die in der Mitte der drei Häusergruppen gelegene Hofstelle Luckner (Glor-Berg 1 und 2) sowie die westlich davon gelegenen Hofstellen Niggler (Glor-Berg 3), Jörgner (Glor-Berg 4), Hoanz (Glor-Berg 5 und 6) mit dem Gebäude Glor-Berg 8. Auch ein etwas abseits am Waldrand gelegenes Gebäude (Glor-Berg 7) gehört zum historischen Ensemble von Glor.

Bei den übrigen Gebäude des Weilers, insbesondere bei der an Ködnitz angrenzende Häusergruppe am sogenannten Glorer Feld (Glor Berg 20 bis 28), handelt es sich um Neubauten, die nach 1991 errichtet wurden.[1] Insgesamt umfasste Glor 2025 18 Adressen.[2]

Geschichte und Bevölkerung

Die Ortschaft Glor wird urkundlich erstmals im Jahr 1299 als Anglar bzw. 1428 als Angular urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich aus dem romanischen angulare (im Winkel gelegen) ab. Der benachbarte Ortsname Ködnitz hat die gleiche Bedeutung, nur dass sich bei Ködnitz der Name aus dem Altslowenischen ableitet. Die Hofnamen Niggler, Jörgner und Hoaz leiten sich von den Personennamen Nikolaus, Georg und Heinz ab, der Hofname Luckner von der mundartlichen Lucke, einer Lücke oder einem Zaundurchlass.[3]

Glor ist seit jeher Teil der Ortschaft Berg, die nach 1964 in Glor-Berg umbenannt wurde.[4] Mitte des 19. Jahrhunderts bestand der Weiler Glor nur aus einigen Bauernhöfen, an die sich im Westen eine Ebene mit Feldern (Glorer Feld, Renza) anschloss.[5] Auch 1890 lebten lediglich 61 Menschen in sieben Gebäuden im Weiler Glor.[6] Da Glor in der Folge als Teil der Ortschaft Berg geführt wurde und nicht separat ausgewiesen worden war, finden sich in den offiziellen Ortsverzeichnissen erst 1923 wieder Angaben zur Größe von Glor, dass in diesem Jahr sechs Gebäude und 56 Einwohner umfasste.[7] Im Jahr 1951 lebten im Weiler 47 Menschen in sieben Gebäude,[8] 1961 wies die Statistik für Glor sechs Gebäude und 48 Einwohner aus.[9] Auch in den darauf folgenden Jahrzehnten änderte sich an der Größe von Glor nur wenig. Im Jahr 1971 lebten in Glor 51 Menschen in sieben Gebäuden,[4] 1981 waren es 43 Menschen in sieben Gebäuden[10] und 1991 46 Menschen in acht Gebäuden. Im Jahr 1991 waren dabei sieben Gebäude bewohnt und es bestanden drei land- bzw. forstwirtschaftliche Betriebe.[11] Seit 1991 wurden für den Weiler Glor keine Einwohner- und Gebäudezahlen mehr ausgegeben, sondern nur noch für die Ortschaft Glor-Berg. Das Ortsverzeichnis von 2001 verzeichnet für die Ortschaft Glor-Berg jedoch einen Anstieg um fünf Gebäude, sodass der Beginn der Errichtung der westlichsten Häusergruppe des Weilers Glor, die 2025 10 Gebäude umfasste, wohl in die Zeit zwischen 1991 und 2001 fällt.

Sehenswürdigkeiten

Das Tiroler Kulturkataster listet für den Weiler Glor drei Einträge auf. Das Wegkreuz Haus Christophorus (Glor-Berg 2) neben der Hofstelle Luckner stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um einen lebensgroßen Corpus im Dreinageltypus im Kreuzkasten, wobei am Kreuzstamm ein Martertl an den Tod von drei Schulkindern im Jahr 1945 durch Fliegerbomben erinnert. Die beiden weiteren Einträge betreffen das Wohnhaus und das Wirtschaftsgebäude des Paarhofs Niggler. Das Wohngebäude stammt aus der Zeit um 1850, der Wirtschaftshof aus dem 19. Jahrhundert, wobei die Gebäude durch einen neueren Verbindungsgang verbunden sind. Beim Wohngebäude handelt es sich um ein giebelseitig erschlossenes, dreigeschoßiges Mittelflurhaus mit Söllern und einem Giebelsöller. Das Wirtschaftsgebäude hat im Erdgeschoß einen gemauerten Stall, deren Mauern im ersten Obergeschoß teilweise hochgezogen und mit Bundwerk versehen wurden. Das zweite Obergeschoß wurde als Bohlenständerbau aufgeführt.

Einzelnachweise

  1. vgl. die Ortsverzeichnisse der Statistik Austria, die erstmals zwischen 1991 und 2001 eine Steigerung der Gebäude verzeichnen.
  2. Tiroler Rauminformationssystem, abgerufen am 23. September 2025
  3. Gemeinde Kals, Sprachschichten & Namen A-Z
  4. a b Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1971. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 12. Mai 1971. Tirol Wien 1974, S. 67
  5. vlg. den Franziszeischen Kataster
  6. k. k. statistische Central-Commission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium von Tirol. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. Wien 1893, S. 137
  7. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Wien 1930, S. Tir. 5
  8. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Juni 1951. Wien 1953, S. 202 Tir.
  9. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961 nach dem Gebietsstand vom 1. Januar 1964. Wien 1965, S. T. 299
  10. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1981. Tirol. Wien 1984, S. 113
  11. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Ortsverzeichnis 1991. Tirol. Wien 1993, S. 220
Commons: Glor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien