Yajiro Okamoto
Yajiro Okamoto (* 13. Mai 1891 in Hiroshima, Japan; † 27. August 1963 in San Francisco, Kalifornien)[1] war ein japanischstämmiger, autodidaktischer Maler der ersten Einwanderergeneration (Issei) in den USA.[2]
Leben
Yajiro Okamoto wurde 1891 in Hiroshima geboren und emigrierte 1917 nach Hawaii. Kurz nach seiner Ankunft trat er der US-Armee bei und diente im Ersten Weltkrieg. Anschließend engagierte er sich in mehreren japanisch-amerikanischen Veteranenorganisationen, darunter in San Franciscos Northern Veterans, den Tanforan und Topaz Legionnaires sowie dem Townsend Harris Post 438 der American Legion. Diese Gruppen setzten sich unter anderem für die Staatsbürgerschaft von Veteranen japanischer Herkunft ein. Ob Okamoto selbst die US-Staatsbürgerschaft erlangte, ist nicht gesichert. Dies wäre jedoch aufgrund des sogenannten Nye-Lea-Gesetzes möglich gewesen, das Veteranen asiatischer Herkunft nach dem Ersten Weltkrieg die Einbürgerung ermöglichte. Am 22. März 1924 heiratete er in Honolulu die vier Jahre ältere Kuni Sumishige. Kurz darauf zog das Ehepaar nach San Francisco, wo es 1930 in Chinatown lebte. Okamoto arbeitete viele Jahre lang als Friseur und betrieb einen eigenen Barbershop im Sunset District.[2]
Künstlerische Tätigkeit
In San Francisco entwickelte Yajiro Okamoto ein intensives Interesse für die Malerei und erhielt gelegentlich Anleitung vom Issei-Künstler George Matsusaburō Hibi. Sein Werk umfasste Landschaften, Stillleben und Figurenstudien. Er stellte mehrfach bei der San Francisco Art Association aus und nahm 1935 zudem an der Second Annual California Figure Painters Show der Foundation of Western Art in Los Angeles teil. Yajiro Okamotos Arbeiten wurden in verschiedenen Zeitungen positiv besprochen. So lobte die Zeitung Kashu Mainichi im Jahr 1935 seine Teilnahme an der Ausstellung der San Francisco Art Association im neu eröffneten San Francisco Museum of Modern Art. Im selben Jahr wurde sein Gemälde Bridge in der Oakland Tribune als eines der besten Werke der Ausstellung hervorgehoben und detailliert beschrieben. Auch sein Gemälde Up the Hill wurde 1935 in einer weiteren Besprechung der Oakland Tribune im Zusammenhang mit einer Ausstellung französischer Impressionisten, kalifornischer Kunstschaffender und Studierenden der California School of Fine Arts erwähnt.[2]
Internierung
Nach dem Erlass der Executive Order 9066, während des Zweiten Weltkriegs, wurden Okamoto und seine Frau zunächst im Tanforan Assembly Center inhaftiert. Er beteiligte sich dort an der Tanforan Art School und an Veteranenaktivitäten. Anschließend wurden sie in das Topaz War Relocation Center in Utah überstellt. Dort arbeitete er in der Topaz Art School weiter künstlerisch und gehörte der Topaz Barbers’ Association an.[2]
Nach der Auflösung des Internierungslagers kehrten Yajiro Okamoto und seine Frau im Jahr 1945 nach San Francisco zurück. Yajiro Okamoto nahm seine Tätigkeit als Friseur wieder auf und blieb bis zu seinem Tod am 27. August 1963 in der Stadt ansässig. Seine Frau Kuni starb 1988 ebenfalls in San Francisco.[2]
Nachwirkung
Ein Werk Yajiro Okamotos wurde in der vom Topaz Museum kuratierten Wanderausstellung Topaz: Artists in Internment, Their Visual Work and Words gezeigt. Präsentiert wurden Arbeiten mehrerer im Topaz-Lager inhaftierter Künstlerinnen und Künstler, darunter Chiura Obata, Setsu Nagata Kanehara, Charles Erabu Mikami, Miné Okubo, Thomas Ryosaku Matsuoka, Kenji Utsumi und Kaneo Kido. Ebenso wurden Gedichte des Sansei-Autors Lawson Fusao Inada ausgestellt. Die Ausstellung war unter anderem in der Rio Gallery in Salt Lake City, in der San Francisco Public Library und im San Leandro History Museum and Art Gallery zu sehen.[2]
Literatur
- Michael D. Brown: Views from Asian California, 1920–1965. Michael D. Brown, 1992.
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford 2008.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Yajiro Okamoto (1891-1963) – Find a Grave... Abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ a b c d e f Yajiro Okamoto. Abgerufen am 16. November 2025.