Karolinenhain

Karolinenhain
Koordinaten: 50° 6′ N, 12° 2′ O
Höhe: 578 m ü. NHN
Einwohner: (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 95168
Vorwahl: 09235

Karolinenhain ist ein Gemeindeteil der Stadt Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Karolinenhain liegt in der Gemarkung Schwarzenhammer.[3]

Geographie

Der Weiler besteht aus vier Einzelanwesen, die verstreut auf einem Höhenrücken der Selb-Wunsiedler Hochfläche liegen. Der Bibersbach, ein rechter Zufluss der Eger, umfließt diesen von Süden kommend und bei Holzmühl die Richtung in Nordosten verändernd. Ein Anliegerweg führt nach Holzmühl (0,9 km südwestlich).[4]

Geschichte

Der Wunsiedler Zuckerfabrikant Florentin Theodor Schmidt erwarb 1812 den Ruggenwald zur Bauholz- und Holzkohlegewinnung. 1813 ließ er mitten im Wald ein Landhaus errichten und nannte dieses zu Ehren seiner Verlobten Juliane „Linnenhain“.[5] Es wurde die Keimzelle der nach und nach entstehenden Streusiedlung. Außergewöhnlich für die Gegend war eine Windmühle, die etwa bis Mitte des 20. Jahrhunderts dort stand und mit der vor allem Knochenmehl hergestellt wurde.[6]

Karolinenhain wurde auf dem Gemeindegebiet von Hebanz gegründet (1953 in Schwarzenhammer umbenannt). Am 1. Januar 1978 wurde Karolinenhain im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktleuthen eingemeindet.[7]

Baudenkmäler

In Karolinenhain gibt es drei Baudenkmäler:[8]

  • Haus Nr. 2: Bauernhof
  • Haus Nr. 3: Wohnstallhaus mit sogenannter Knochenmühle

Einwohnerentwicklung

Jahr 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 24 23 18 24 23 18 13 12 7
Häuser[9] 4 5 5 4 5 3
Quelle [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [1]

Religion

Karolinenhain ist evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Marktleuthen) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.[16]

Literatur

  • Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 317.

Fußnoten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).
  2. Stadt Marktleuthen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 19. Dezember 2024.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  4. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 317.
  6. Karolinenhain auf marktleuthen.de
  7. Marktleuthen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  8. Denkmalliste für Marktleuthen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  9. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 960, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1133, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1073 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1134 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1171 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1006 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 742 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 165 (Digitalisat).