Hebanz
Hebanz Stadt Marktleuthen
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|---|---|
| Koordinaten: | 50° 7′ N, 12° 2′ O |
| Höhe: | 534 m ü. NHN |
| Einwohner: | 124 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 95168 |
| Vorwahl: | 09235 |
Hebanz ist ein Gemeindeteil der Stadt Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Hebanz liegt in der Gemarkung Schwarzenhammer.[3]
Geographie
Das Rundangerdorf liegt auf freier Flur an einem namenlosen rechten Zufluss der Eger. Unmittelbar südlich liegt der 567 m hohe Wolfsbühl. Die Staatsstraße 2176 führt nach Marktleuthen (3,3 km nordwestlich) bzw. nach Höchstädt im Fichtelgebirge (3,9 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Habnith (1,9 km westlich) bzw. nach Wendenhammer (1,4 km östlich). Ein Anliegerweg führt zur Ruggenmühle (1 km südlich).[4]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1368 als „Hebanse“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründung geht auf Albert Herren von Notthafft zu Thierstein zurück, der hier zwölf Höfe mitsamt einigen Herbergen ansiedeln ließ, wogegen die Reichsstadt Eger klagte. 1499 bestand der Ort aus neun Höfen und einer Herberge. Das Hochgericht hatte das brandenburg-kulmbachische Amt Thierstein. 1787 bestand Hebanz aus 6 Höfen, 6 Halbhöfen, 1 Herberge und 2 Tropfhäuser.[5]
Von 1797 bis 1810 unterstand Hebanz dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[6] Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Hebanz gebildet.[7] Zu diesem gehörten Kaiserhammer, Karolinenhain, Leuthenforst, Ruggenmühle, Schwarzenhammer und Wendenhammer. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Hebanz, zu der alle Orte des Steuerdistrikts gehörten zuzüglich von Habnith. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kirchenlamitz und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt).[5] Ab 1862 gehörte Hebanz zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Kirchenlamitz (1879 in das Amtsgericht Kirchenlamitz umgewandelt). Am 1. Juli 1953 wurde der Name der Gemeinde amtlich von Hebanz in Schwarzenhammer geändert.[8] Am 1. Januar 1978 wurde Hebanz im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktleuthen eingemeindet.[9]
Baudenkmäler
In Hebanz gibt es zwei Baudenkmäler:[10]
- Haus Nr. 3: Bauernhof
- Feuerleiterschuppen
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 109 | 128 | 138 | 136 | 164 | 130 | 209 | 163 | 152 | 124 |
| Häuser[11] | 23 | 26 | 24 | 30 | 32 | 35 | ||||
| Quelle | [7] | [12] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [1] |
Religion
Hebanz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Marktleuthen) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Wolfgang (Marktleuthen) gepfarrt.[18]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Hebanz. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 538 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 257.
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 162.
Weblinks
- Hebanz. In: marktleuthen.de. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
- Hebanz in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 25. Oktober 2025.
- Hebanz in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 25. Oktober 2025.
- Hebanz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 25. Oktober 2025.
Fußnoten
- ↑ a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 320 (Digitalisat).
- ↑ Stadt Marktleuthen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 19. Dezember 2024.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. Oktober 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ a b Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 162.
- ↑ Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 286 (Digitalisat).
- ↑ a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 47 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 598.
- ↑ Marktleuthen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 25. Oktober 2025.
- ↑ Denkmalliste für Marktleuthen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 960, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1133, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1073 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1134 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1171 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1006 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 741 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 165 (Digitalisat).