Mariusz Błaszczak
Mariusz Błaszczak (* 19. September 1969 in Legionowo) ist ein polnischer Politiker (PC, AWS, PiS). Er ist seit 2007 Abgeordneter des Sejm in der VI., VII., VIII., IX. und X. Wahlperiode. Ab November 2015 war er Innenminister im Kabinett Szydło, von Januar 2018 bis Dezember 2023 war er Verteidigungsminister in den Kabinetten Morawiecki I, Morawiecki II und Morawiecki III, seit Juni 2022 außerdem stellvertretender Premierminister.
Leben und Beruf
Błaszczak schloss 1994 sein Studium an der Fakultät für Geschichtswissenschaften der Universität Warschau ab und ist Absolvent der Landesschule für Öffentliche Verwaltung (2001). Er absolvierte auch Aufbaustudien im Bereich kommunale Selbstverwaltung in Warschau und regionale Entwicklung (1997) sowie Management in der Verwaltung an der Akademia Leona Koźmińskiego (2006). Ferner unternahm er ein Praktikum in Irland. Nach seinem Studium arbeitete er in der kommunalen Verwaltung von Legionowo.
Politik
Błaszczak gehörte dem Niezależne Zrzeszenie Studentów, dem Verein der Katholischen Akademischen Jugend und der Porozumienie Centrum (PC) an, für die er bei der Parlamentswahl 1993 kandidierte. Die PC scheiterte jedoch mit 4,4 % der Stimmen an der 5-%-Hürde.[1] Bei den Selbstverwaltungswahlen 1994 kandierte er für das Wahlkomitee „Mała Ojczyzna“ ohne Erfalg zum Stadtrat von Legionowo. Ebenso erfolglos kandidierte er bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 für die Akcja Wyborcza Solidarność zum Stadtrat. Später trat er der Prawo i Sprawiedliwość (PiS) bei. Er sitzt im Regionalvorstand dieser Partei für die Woiwodschaft Masowien. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 kandidierte er für die PiS als Stadtpräsident von Legionowo, belegte aber mit 11,0 % lediglich den dritten Platz.[2]
In den Jahren 2002 bis 2004 war er Vertreter des Bürgermeisters des Warschauer Distrikts Wola. Im Dezember 2004 wurde er Bürgermeister des Warschauer Distrikts Śródmieście. Bei der Parlamentswahl 2005 bewarb er sich für die PiS erfolglos um ein Mandat.[3] Im Oktober 2005 wurde er von Premierminister Kazimierz Marcinkiewicz zum Leiter der Kanzlei des Premierministers ernannt. Er füllte diese Funktion auch unter Premierminister Jarosław Kaczyński bis zum 4. November 2007 aus. Nachdem er bei den Selbstverwaltungswahlen 2006 gewählt worden war,[4] saß er vom 24. November 2006 bis zum November 2007 im Sejmik der Woiwodschaft Masowien. Am 27. März 2007 wurde er von Premierminister Jarosław Kaczyński zum Minister ohne Geschäftsbereich ernannt und am 7. September 2007 aus dieser Funktion entlassen.
Bei den Parlamentswahlen 2007 wurde er für den Wahlkreis Warschau II mit 10.061 Stimmen über die Liste der PiS-Abgeordneter des Sejm.[5] Er war stellvertretender Vorsitzender der Sejm-Kommission für Staatskontrolle und Mitglied der Kommission für Verwaltung und innere Angelegenheiten. Im August 2010 wurde er Vorsitzender der PiS-Fraktion. Bei der Parlamentswahl 2011 wurde er in den Sejm wiedergewählt.[6] Auch in der neuen Wahlperiode blieb er Fraktionsvorsitzender der PiS. Nachdem er bei der Parlamentswahl 2015 erneut gewählt worden war,[7] wurde er zum Innenminister im Kabinett von Beata Szydło ernannt. Im Januar 2018 übernahm er den Posten des Verteidigungsministers im Kabinett von Mateusz Morawiecki und behielt ihn auch, nachdem er bei der Parlamentswahl 2019 wiedergewählt worden war.[8] Im Juni 2022 war er zudem Jarosław Kaczyński als Vizepremier für Sicherheitsfragen nachgefolgt.[9] Dieses Amt verlor er mit dem Wiedereintritt Kaczyńskis in die Regierung im Juni 2023.[10] Bei der Parlamentswahl 2023 wurde er zum fünften Mal in den Sejm gewählt.[11] Nach dem Regierungswechsel schied er aus dem Ministeramt aus und wurde erneut PiS-Fraktionsvorsitzender.
Im März 2023 hob der Sejm seine Immunität auf und im August 2025 klagte ihn die Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauch und der Weitergabe geheimer Informationen an.[12]
Im August 2018 diffamierte er Teilnehmer des Christopher Street Day auf Radio Maryja als Sodomiten.[13]
Ehrungen
- 2019 Großkomtur des Ordens für Verdienste um Litauen[14]
- 2022 Ukrainischer Verdienstorden I. Klasse[15]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ergebnis in Monitor Polskie 1993, Nr. 41, S. 610.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Lisa-Marie Eckardt, dpa: Polen: Mariusz Błaszczak wird Polens Vize-Regierungschef. In: Die Zeit. 22. Juni 2022, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. September 2024]).
- ↑ „Zmiany w rządzie. J. Sasin: Wszyscy wicepremierzy złożyli rezygnacje. Do rządu wejdzie Kaczyński“ auf www.polsatnews.pl, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ „Komunikat w sprawie aktu oskarżenia przeciwko byłemu Ministrowi Obrony Narodowej oraz szefowi Biura Bezpieczeństwa Narodowego i innym osobom w śledztwie dotyczącym ujawnienia fragmentów Planu Użycia Sił Zbrojnych RP WARTA“ auf www.gov.pl, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Queer.de: Polen: Verteidigungsminister bezeichnet CSD als "Sodomiten-Parade"
- ↑ „Apdovanotų asmenų duomenų bazė“ auf www.lrp.lt, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ „Про відзначення державними нагородами України“ auf www.president.gov.ua, abgerufen am 3. November 2025.