Krzysztof Jurgiel

Krzysztof Jurgiel (* 18. November 1953 in Ogrodniczki bei Białystok) ist ein polnischer Politiker (PC, AWS, PPChD, PiS). 2005/06 und von 2015 bis 2018 war er Landwirtschaftsminister. Er war von 1997 bis 2003 und 2005 bis 2019 Abgeordneter des Sejm in der III., IV., V., VI., VII. und VIII. Wahlperiode. Außerdem war er von 2003 bis 2005 Senator in der V. Wahlperiode. Von 2019 bis 2024 gehörte er dem Europaparlament an. Von 1995 bis 1998 war er Stadtpräsident von Białystok.

Leben und Beruf

Im Jahr 1978 schloss Jurgiel sein Studium an der Fakultät für Geodäsie und Kartographie der Technischen Universität Warschau als Ingenieur für Geodäsie ab. Danach arbeitete er in den Jahren von 1978 bis 1980 als Leiter der Geodäsie-Behörde in Białystok, in den Jahren 1981 bis 1984 als Spezialist für Geodäsie im Baukombinat von Białystok und von 1984 bis 1988 als Inspektor im Woiwodschaftsamt von Białystok. In den Jahren 1988 bis 1994 arbeitete er als unabhängiger Unternehmer und war Eigentümer des Unternehmens für Geodäsie und Kartographie "Meridian". Er gehört der Vereinigung polnischer Katholischer Familienverbände an.

Politik

Seit 1980 gehört er der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność an und war Delegierter auf Landeskonferenzen dieser Gewerkschaft.

In den Jahren 1990 bis 1999 war Jurgiel in der national-konservativen Partei Porozumienie Centrum (PC) aktiv und danach in der Partei Porozumienie Polskich Chrześcijańskich Demokratów (PPChD). 1994 wurde er für die PC Stadtrat von Białystok, danach wurde er Stellvertretender Stadtpräsident für Grundstückswirtschaft und Wirtschaftsentwicklung. In den Jahren 1995 bis 1998 war er Stadtpräsident von Białystok. Von 1998 bis 2001 war er Abgeordneter und Stellvertretender Vorsitzender des Sejmik der Woiwodschaft Podlachien. Er wurde über die Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność (AWS), an dem sich die PC beteiligt hatte, in den Sejmik gewählt.

Bei der Parlamentswahl 1997 wurde er über die Liste der AWS in den Sejm gewählt.[1] Seit 2001 ist er Mitglied der Prawo i Sprawiedliwość (PiS) und dort unter anderem im Landesvorstand und als Vorsitzender der Ethikkommission aktiv. Bei den Parlamentswahlen 2001 wurde er über die Liste der PiS Abgeordneter des Sejm.[2] Im Jahr 2003 gewann er eine Nachwahl zum Senat[3] und wurde Senator für den Rest der V. Wahlperiode.

Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er erneut über die Liste der PiS Abgeordneter für den Wahlkreis Białystok.[4] Am 31. Oktober 2005 wurde er Minister für Landwirtschaft und Entwicklung der Ländlichen Gebiete. Dieses Amt übte er bis zum 5. Mai 2006 aus. Im Februar 2006 rief ein Journalist der polnischen Boulevard-Zeitung "Fakt" bei dem damaligen Minister an und gab sich als Assistent von Tadeusz Rydzyk, dem Direktor des national-katholischen Radiosenders Radio Maryja und bat den Minister, ihm ein Auto zur Verfügung zu stellen, da sein Auto ein Panne habe. Der Minister erklärte sich sofort bereit, dem "Vater Direktor", wie Rydzyk auch genannt wird, ein Dienstauto des Ministeriums zur Verfügung zu stellen. Diese Angelegenheit wurde zu einem nicht unerheblichen Skandal in Polen[5].

Bei den Parlamentswahlen 2007 errang er mit 28.212 Stimmen zum dritten Mal ein Abgeordnetenmandat[6] und wurde stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Sejm. Erfolglos kandidierte er bei der Europawahl 2009 für ein Mandat.[7] Bei den Parlamentswahlen 2011 wurde er hingegen wieder zum Abgeordneten gewählt[8] und übernahm den Vorsitz im Landwirtschaftsausschuss.[9] Bei den Parlamentswahlen 2015 wurde er wiederum zum Abgeordneten gewählt.[10] Am 16. November 2015 übernahm er erneut den Posten des Landwirtschaftsministers im Kabinett von Beata Szydło und wurde dies zunächst auch 2017 im Nachfolgerkabinett Morawiecki. Am 19. Juni 2018 wurde er von Jan Krzysztof Ardanowski ersetzt.[11] 2016 wurde er PiS-Vorsitzender in Podlachien.[12] Bei der Europawahl 2019 gelang ihm der Einzug in das Europaparlament.[13] Bei der Europawahl 2024 bewarb er sich nicht erneut um ein Mandat. Nachdem die PiS bei den Selbstverwaltungswahlen 2024 die absolute Mehrheit im podlachischen Sejmik verloren hatte, wurde Jurgiel als dortiger PiS-Vorsitzender abgelöst und seine Mitgliedschaft suspendiert.[14] Anschließend trat er aus der PiS aus.[15]

Ehrungen

Commons: Krzysztof Jurgiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  2. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  3. Ergebnis im Dziennik Ustaw 2003, Nr. 179, S. 12220.
  4. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  5. "Premier wstydzi się za Jurgiela" media2.pl
  6. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  7. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  8. Wahlergebnisse 2011, abgerufen am 23. Juni 2013.
  9. Offizielle Internetpräsenz des Sejm (polnisch)
  10. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  11. Jan Krzysztof Ardanowski nowym Ministrem Rolnictwa [PL/ENG]. In: prezydent.pl. Abgerufen am 21. Juni 2018 (polnisch).
  12. „PiS wybiera swoje lokalne władze“ auf www.tvn24.pl, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  13. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  14. „Krzysztof Jurgiel zawieszony w prawach członka PiS“ auf wiadomosci.onet.pl, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  15. „Jurgiel odchodzi z PiS. Oficjalna rezygnacja“ auf www.tvp.info, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  16. „Odznaczenia państwowe dla osób zasłużonych w służbie państwu i społeczeństwu“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 24. Oktober 2025.