Wojciech Jasiński
Wojciech Stefan Jasiński (* 1. April 1948 in Gostynin) ist ein polnischer Politiker (PiS). Von 2001 bis 2015 war er Abgeordneter des Sejm in der IV., V., VI., VII. und VIII. Wahlperiode, sowie Minister für den Staatsschatz in den Regierungen unter Kazimierz Marcinkiewicz und Jarosław Kaczyński. International bekannt wurde er als Vorstandschef des Mineralölkonzerns PKN Orlen (Dezember 2015 bis Februar 2018).
Leben und Beruf
1972 schloss Jasiński das Studium der Rechtswissenschaften an der Fakultät für Rechts- und Verwaltungswissenschaften der Universität Warschau ab. Nach dem Jurastudium arbeitete er als Rechtsberater. In den Jahren 1972 bis 1973 war er Beamter in der Płocker Niederlassung der Narodowy Bank Polski (NBP). Von 1973 bis 1980 war er Angestellter des Stadtamts in Płock, unter anderem als Leiter der Abteilung für Innere Angelegenheiten. Von 1980 bis 1986 arbeitete er in der Allgemeinen Konsumgenossenschaft Zgoda in Płock. 1984 bis 1985 war er in der Genossenschaft für ländlichen Transport in Płock und von 1985 bis 1986 im Schatzamt in Płock angestellt. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre emigrierte er in die USA. Nach der Rückkehr nach Polen 1990 nahm er eine Arbeit im Woiwodschaftsamt in Płock auf. In den Jahren 1990 bis 1991 war er Delegierter des Regierungsbevollmächtigten für die Reform der Kommunalen Selbstverwaltung in der Woiwodschaft Płock. Nach 1992 war er Angestellter der Najwyższa Izba Kontroli (Rechnungshof – NIK), zuerst als Direktor der Delegatur des NIK in Warschau, nach 1994 als Direktor der Arbeitsgruppe für Finanzen und Budget, und schließlich der Abteilung für das Staatsbudget. In den Jahren 1997 bis 2000 arbeitete er in der Gesellschaft Srebrna als Mitglied und Vorsitzender des Vorstandes, wobei er mit Politikern der konservativen Partei Porozumienie Centrum (PC), unter anderem Jarosław Kaczyński, Adam Lipiński und Przemysław Gosiewski zusammenarbeitete. Er wird dem Freundeskreis Kaczyńskis zugerechnet.[1] Von 2016 bis 2024 war er Aufsichtsratsmitglied der PKO Bank Polski, ab 2021 als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.[2] Von 2020 bis 2024 war er Aufsichtsratsvorsitzender von PKN Orlen.[3]
Jasiński ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Politik
In den Jahren 1976 bis 1982 gehörte Jasiński der Polska Zjednoczona Partia Robotnicza (PZPR) an.
Von September 2000 bis Juli 2001 war er Unterstaatssekretär im Justizministerium unter Minister Lech Kaczyński. Bei der Parlamentswahl 2001 wurde er für den Wahlkreis Płock zum Abgeordneten des Sejm über die Liste der Prawo i Sprawiedliwość (PiS) gewählt.[4] Nachdem er bei der Parlamentswahl 2005 wiedergewählt worden war,[5] war er während der V. Wahlperiode kurzzeitig Vorsitzender der Kommission für Öffentliche Finanzen. Vom 15. Februar 2006 bis zum 7. September 2007 sowie vom 11. September 2007 bis 16. November 2007 war er Minister für den Staatsschatz in den Regierungen von Kazimierz Marcinkiewicz und Jarosław Kaczyński. Auch bei den Parlamentswahlen 2007,[6] 2011[7] und 2015[8] konnte er jeweils ein Mandat erringen. Zwischenzeitlich hatte er bei den Europawahlen 2009[9] und 2014[10] erfolglos kandidiert.
Nach den Wahlen 2015, bei denen die PiS die absolute Mehrheit der Mandate erzielte, wurde Jasiński am 16. Dezember 2015 zum neuen Vorstandsvorsitzenden des teilstaatlichen Mineralölkonzerns PKN Orlen ernannt.[11][12] Am selben Tag legte er sein Sejmmandat nieder.[13] Am 5. Februar 2018 wurde er durch Daniel Obajtek ersetzt.[14]
Ehrungen
- 1995 Goldenes Verdienstkreuz der Republik Polen[15]
- 2025 Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta[16]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Obajtek, jego nieruchomości i promotorzy z PiS. Kulisy śledztwa wyborcza.pl, 17. April 2021.
- ↑ „PKO BP: Łopiński przewodniczącym, Jasiński wiceprzewodniczącym rady nadzorczej“ auf biznes.interia.pl, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ „Wojciech Jasiński przewodniczącym rady nadzorczej PKN Orlen “ auf www.radiomaryja.pl, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Wojciech Jasiński nowym prezesem PKN Orlen in: TVN24 am 16. Dezember 2015
- ↑ Polens neue Rechtsregierung setzt Ölkonzern-Chef ab in: Die Welt vom 17. Dezember 2015
- ↑ Nachricht in Monitor Polski 2015, S. 1287.
- ↑ RN Orlenu odwołała ze stanowiska prezesa Wojciecha Jasińskiego, zastąpi go Daniel Obajtek in: bankier.pl am 6. Februar 2018
- ↑ Nachricht in Monitor Polski 1996, Nr. 7, S. 115.
- ↑ „Odznaczenia państwowe dla wybitnie zasłużonych dla Rzeczypospolitej“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 20. November 2025.