Kowalowice
| Kowalowice Kaulwitz | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Namysłów | |
| Gmina: | Namysłów | |
| Geographische Lage: | 51° 8′ N, 17° 46′ O
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| Höhe: | 160 m n.p.m. | |
| Einwohner: | ||
| Postleitzahl: | 46-142 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ONA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Kowalowice (deutsch Kaulwitz) ist ein Ort im Powiat Namysłowski der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie
Das Straßendorf Kowalowice liegt neun Kilometer nordöstlich von Namysłów (Namslau) und 64 Kilometer nordwestlich Opole (Oppeln) in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene). Durch den Ort fließt die Łozka, ein linker Zufluss der Widawa.
Ortsteile von Kowalowice sind Lesiny (Vorwerk Waldhof ), Nowy Dwór (Vorwerk Neuhof) und Siedlec (Schedlitz).
Nachbarorte sind im Norden Smogorzów (Schmograu), im Süden Baldwinowice (Belmsdorf) und im Südwesten Objazda (Obischau).
Ortsname
Der Ortsname leitet sich vom polnischen Begriff kowal (Schmiede) ab, übersetzt in etwa Sitz der Schmiede oder Schmiededorf.[1]
Geschichte
Der Ort wurde 1270 erstmals als Kowelwicz erwähnt.[2] 1281 wird ein Schulze von Kowelicz erwähnt. Im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 wird der Ort als „Cowalowitz“ erwähnt.[3] 1304 wurde erstmals eine Kirche für den Cowalowitz erwähnt.[4] Für das Jahr ise es in der Schreibweise Caulowicz und 1359 als Kawilwicz belegt.[2] 1595 wurde im Auftrag der Familie Naese eine Schrotholzkirche erbaut und eine Schule errichtet.[5]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Kaulwitz mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1743 erhielten die Bewohner von Kaulwitz die Genehmigung zum Bau einer evangelischen Kirche, die 1748 fertiggestellt war.[5] 1800 wurde in Kaulwitz ein neues Schulgebäude errichtet.[2]
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Kaulwitz ab 1816 zum Landkreis Namslau, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1822 wurde die hölzerne evangelische Kirche abgetragen und durch einen steinernen Neubau im Stil des Klassisismus ersetzt. 1833 wurde die evangelische Schule eingerichtet. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, zwei Vorwerke, je eine evangelische und katholische Kirche sowie je eine katholische und eine evangelische Schule, eine Ziegelei, zwei Wassermühlen und 58 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 666, davon 279 evangelisch und acht jüdisch.[2] 1868 wurde die hölzerne katholische Kirche abgetragen und durch einen Neubau aus Stein ersetzt, der wurde 1870 geweiht wurde.[5] 1874 wurde der Amtsbezirk Kaulwitz gebildet, dem die Landgemeinden Belmsdorf, Kaulwitz und Michelsdorf sowie die gleichnamigen Gutsbezirken Belmsdorf, Kaulwitz eingegliedert wurden. Erster Amtsvorsteher war der Georg Henckel von Donnersmarck aus Kaulwitz.[6] Die Volkszählung 1905 ergab für Kaulwitz 425 Einwohner, davon waren 313 katholischer und 112 evangelischer Konfession, 358 waren deutscher und 66 polnischer Muttersprache, eine Person zweisprachig. Im Gutsbezirk waren von 342 Einwohnern 256 katholischer und 86 evangelischer Konfession, 316 deutscher und 26 polnischer Muttersprache.[7]
1933 zählte Kaulwitz 798, 1939 waren es 795 Einwohner. Am 19. Januar 1945 flüchteten die Bewohner von Kaulwitz vor der heranrückenden Roten Armee.[8]
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Kaulwitz mit dem größten Teil Schlesiens zur Verwaltung an Polen. Nachfolgend wurde es in Kowalowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Namysłowski.
Sehenswürdigkeiten
- Die römisch-katholische Mariä-Empfängnis-Kirche (Niepokalanego Poczęcia NMP) wurde zwischen 1868 und 1870 nach einem Entwurf des Architekten Carl Johann Lüdecke im Stil der Neogotik erbaut. Zuvor bestand an gleicher Stelle eine Schrotholzkirche aus dem Jahr 1595.[5] Der Kirchenbau steht seit 2004 unter Denkmalschutz.[9]
- Das Schloss Kaulwitz (Pałac Kowalowice) entstand im 19. Jahrhundert. Das zweigeschossige Backstein-Gebäude auf quadratischen Grundriss und ein Walmdach.[10]
- Schlosspark des ehemaligen Schlosses Kaulwitz
- Antoniuskapelle
- Friedhofskapelle
- Mariensäule – ehemaliges Gefallenendenkmal
Vereine
- Fußballverein LZS Kowalowice
- Freiwillige Feuerwehr OPS Kowalowice
Persönlichkeiten
- Joseph Bitta (1856–1932), deutscher Politiker, verstarb in Kaulwitz
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ortsnamen im Kreise Namslau und ihre Deutung (Auszug aus dem Heimat-Kalender für die östlichen Grenzkreise Groß-Wartenberg, Namslau und Oels für das Jahr 1929), abgerufen am 11. März 2022.
- ↑ a b c d Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 279.
- ↑ Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis
- ↑ Geschichte Kaulwitz
- ↑ a b c d Geschichte Kaulwitz
- ↑ Amtsbezirk Kaulwitz
- ↑ Gemeindelexikon für die Provinz Schlesien. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. In: 292396 III. 1908, S. 206 ff. (org.pl [abgerufen am 11. September 2025]).
- ↑ Fluchtgeschichte aus Kaulwitz
- ↑ Denkmäler in der Woiwodschaft Opole ( vom 14. Januar 2022 im Internet Archive) S. 99, Nr. 1474 (poln.)
- ↑ Geschichte und Beschreibung Schloss Kaulwitz