Głuszyna (Namysłów)

Głuszyna
Glausche
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Głuszyna
Glausche
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Opole
Powiat: Namysłów
Gmina: Namysłów
Geographische Lage: 51° 9′ N, 17° 49′ O

Höhe: 170 m n.p.m.
Einwohner:
Postleitzahl: 46-100
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONA
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau

Głuszyna (deutsch Glausche) ist ein Ort in Schlesischen Tiefebene an der Głuszynka (Glauscher Wasser) in der Stadt- und Landgemeinde Namysłów im Powiat Namysłowski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie

Das Waldhufendorf Głuszyna liegt 15 Kilometer nordöstlich von Namysłów (Namslau) und 67 Kilometer nördlich von Opole. Nördlich, östlich und südlich des Ortes verläuft die Grenze zur Woiwodschaft Großpolen. Diese bildete bis 1939 die Grenze zwischen Polen und dem Deutschen Reich. Der Ort liegt an der stillgelegten Bahnstrecke Syców–Bukowa Śląska.

Nachbarorte von Głuszyna sind im Nordwesten Brzezinka (Schindlersfelde), im Osten Rychtal (Reichtal), im Südwesten Kowalowice (Kaulwitz) und im Westen Smogorzów (Schmograu).

Geschichte

„Glussina“ wurde erstmals im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 urkundlich erwähnt.[1] 1364 ist es in der Schreibweise Glueschczin, 1365 als Gluscha und 1366 als Gluschin belegt.[2] Im Jahr 1400 wurde erstmals eine Kirche im Ort erwähnt.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Glausche mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.

Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Glausche ab 1816 zum Landkreis Namslau, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1824 erhielt die evangelische Schule im Ort ein neues Schulgebäude. 1845 bestanden im Dorf ein Vorwerk, eine Freischoltisei, eine katholische Kirche, eine katholische Schule, eine evangelische Schule, eine Wassermühle, drei Windmühlen, eine Ziegelei, eine Unterförsterei und 136 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 1194, davon 568 katholisch und sieben jüdisch.[2] 1851 erhielt der Ort eine evangelische Schrotholzkirche.[3] 1874 wurde der Amtsbezirk Glausche, dem die Landgemeinden Brzezinke und Glausche sowie die Gutsbezirke Brzezinke, Forst und Glausche eingegliedert wurden.[4]

Mit der Wiedergründung des polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Reichthaler Ländchen Polen zugeordnet. Glausche wurde zu einem Grenzort. 1929 wurde im Ort eine evangelische Kirche erbaut.[5] 1933 zählte Glausche 1082 sowie 1939 1079 Einwohner. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Namslau.[6] Während Kampfhandlungen im Ort wurden zahlreiche Gebäude zerstört, darunter die evangelische Kirche und das Schloss Glausche zerstört.[5][7]

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Głuszyna umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1949 wurde die evangelische Schrotholzkirche abgerissen.[3] 1950 wurde Głuszyna der Woiwodschaft Oppeln zugeteilt. 1999 wurde es Teil des wiedergegründeten Powiat Namysłowski.

Sehenswürdigkeiten

  • Die römisch-katholische Allerheiligenkirche (poln. Kościół Wszystkich Świętych) wurde 1842 bis 1844 errichtet.[8] Der Kirchenbau steht seit 2014 unter Denkmalschutz.[9]
  • Ehemalige Friedhof mit erhaltenen deutschen Denkmäler

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr OPS Głuszyna
Commons: Głuszyna, Opole Voivodeship – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. a b Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 160.
  3. a b Schrotholzkirche Glausche (polnisch)
  4. Amtsbezirk Glausche
  5. a b Evangelische Kirche Glausche (poln.)
  6. Michael Rademacher: Verwaltungsgeschichte Kreis Namslau. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.
  7. Geschichte Schloss Glausche (poln.)
  8. Geschichte und Hist. Ansichten Allerheiligenkirche (poln.)
  9. Denkmäler Woiwodschaft Opole (Memento des Originals vom 14. Januar 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wuozopole.pl S. 98 (poln.)