International Prize for Arabic Fiction

Der Internationale Preis für den arabischen Roman (englisch International Prize for Arabic Fiction, arabisch الجائزة العالمية للرواية العربية, DMG al-Ǧāʾiza al-ʿālamiyya li-r-riwāya al-ʿarabiyya) ist ein Buchpreis, der im Jahr 2008 erstmals vergeben wurde.

Organisation

Die Behörde für Kultur und Tourismus in Abu Dhabi finanziert und organisiert die Preisvergabe. Sie hat einen Beirat (Board of Trustees) von Persönlichkeiten aus dem arabischen Raum benannt, der die jährlich wechselnden Mitglieder der fünfköpfigen Jury auswählt. Die Jury erstellt zunächst aus den Einsendungen eine Longlist von ca. 16 für das Preisjahr in Frage kommenden Werken. Daraus wird eine Shortlist mit sechs Titeln ausgewählt, aus der schließlich der Gewinnertitel bestimmt wird. Im Jahr 2011 kam es zu einem geteilten ersten Preis. Der Preis wird bei der Abu Dhabi International Book Fair übergeben.

Bei der erstmaligen Einrichtung des Preises, sowie unterstützend auch in den Folgejahren, wirkte die Organisation des Booker Preises in London mit, der Preis hat aber, wie beide Organisationen betonen, keine unmittelbare Verbindung zum Man Booker Prize. Dennoch hat sich in der Berichterstattung der Name Arabischer Booker-Preis etabliert.[1]

Mit dem Preis ist ein Preisgeld von 50.000 USD für den Autor des Siegertitels verbunden (Stand 2022) sowie ein Vertrag zur Übersetzung des Werkes in die englische Sprache. Zudem erhält jeder der sechs Autoren der Shortlist ein Preisgeld, das sich 2022 auf jeweils 10.000 USD beläuft. Da es das eigentliche Ziel des Wettbewerbs ist, die internationale Aufmerksamkeit für den modernen arabischen Roman zu steigern, werden auch die anderen Autoren der Longlist bei der Vermarktung und Übersetzung unterstützt.

Der Preis hat beim Lesepublikum ein hohes Renommée, „die Kooperation mit einer ausländischen Institution überzeuge das Publikum“.[1] Der Preis gilt bei den Verlagen im arabischen Raum als der einzige, der sicher absatzsteigernd wirkt. Schon die Nominierung auf die Longlist kann als Auszeichnung vermarktet werden.

Im Beirat saßen u. a. die Schriftsteller Ahdaf Soueif und Joumana Haddad, sein Sprecher war anfangs Jonathan Taylor, der auch dem Booker-Preis-Beirat vorstand. In der Jury war einmal im Jahr 2009 auch der deutsche Übersetzer Hartmut Fähndrich vertreten.

Ausgezeichnete Bücher

  • 2024: Basim Khandaqji, Qināʿ bi-lawn as-samāʾ (‚Maske in der Farbe des Himmels‘)
  • 2023: Zahran Alqasmi, Taġrībat al-Qāfir (‚Exilreise des Wasserfinders‘)
  • 2022: Mohammed Alnaas, Ḫubz ʿalā ṭāwilat al-ḫāl Mīlād (‚Brot auf Onkel Mīlāds Tisch‘)
  • 2021: Jalal Barjas, Dafātir al-warrāq (‚Die Notizbücher des Buchhändlers‘)
  • 2020: Abdelouahab Aissaoui, ad-Dīwān al-Isbārṭī (‚Der spartanische Diwān‘)
  • 2019: Hoda Barakat, Barīd al-layl (‚Nachtpost‘)
  • 2018: Ibrahim Nasrallah, Ḥarb al-kalb aṯ-ṯāniya (‚Der zweite Krieg des Hundes‘)
  • 2017: Mohammed Hasan Alwan, Mawt ṣaġīr (‚Ein kleiner Tod‘)
  • 2016: Rabai al-Madhoun, Maṣāʾir: Kūnširtū al-Hūlūkūst wa-n-Nakba (‚Schicksale: Konzert des Holocaust und der Nakba‘)
  • 2015: Shukri Mabkhout, Aṭ-Ṭalyānī (‚Der Italiener‘)
  • 2014: Ahmed Saadawi, Frānkaštāyn fī Baġdād (‚Frankenstein in Bagdad‘)
  • 2013: Saud Alsanousi, Sāq al-bāmbū (‚Der Bambusstock‘)
  • 2012: Rabee Jaber, Durūz Bulġrād (‚Die Drusen von Belgrad‘)
  • 2011: Mohammed Achaari, al-Qaws wa-l-Farāša (‚Der Bogen und der Schmetterling‘) und Raja Alem, Ṭawq al-ḥamām (‚Das Halsband der Tauben‘)
  • 2010: Abdo Khal, Tarmī bi-šarar (‚Sie wirft Funken‘)
  • 2009: Youssef Ziedan, ʿAzāzīl (‚Azazel‘)
  • 2008: Bahaa Taher, Wāḥat al-ġurūb (‚Die Oase‘)

Einzelnachweise

  1. a b Mona Naggar: Das Buch zur Stunde, NZZ, 3. Mai 2014, S. 22