Abdelouahab Aissaoui

Abdelouahab Aissaoui (arabisch عبد الوهاب عيساوي; * 1985 in Djelfa) ist ein algerischer Schriftsteller, der mit dem Roman ad-Dīwān al-Isbārṭī (‚Der spartanische Rat‘; 2018) im Jahr 2020 als erster Algerier den International Prize for Arabic Fiction gewann.[1]

Leben

Aissaoui wurde 1985 in Djelfa geboren und studierte an der Universität Ziyān ʿĀšūr Elektromechanik, bevor er als Instandhaltungsingenieur zu arbeiten begann.[2] Seine Debütroman Sīnimā Ǧākūb (‚Jacobs Kino‘; 2012) erschien in Algerien und gewann im selben Jahr den ersten Preis in der Kategorie Roman beim Preis des Präsidenten der Republik.[2] Im Jahr 2016 nahm er am Schreibarbeitskreis Nadwa des International Prize for Arabic Fiction für junge arabischsprachige Autorinnen und Autoren teil.[2]

Wirken

Mit Ǧabal al-Mawt (‚Berg des Todes‘; 2016; auf dem Umschlag auch unter dem Doppeltitel Sierra de la Muerte – Ǧabal al-Mawt) widmete sich Aissaoui den Schicksalen spanischer Kommunisten, die nach dem Bürgerkrieg in nordafrikanische Lager deportiert wurden, und erhielt dafür den algerischen Assia-Djebar-Preis.[3][4] Seine dritte Veröffentlichung ad-Dawāʾir wa-l-Abwāb (‚Kreise und Türen‘; 2017) wurde mit dem kuwaitischen Suad-al-Sabah-Romanpreis ausgezeichnet.[2][5] Ebenfalls 2017 gewann Aissaoui für Safar Aʿmāl al-Mansiyyīn (‚Testament der Taten der Vergessenen‘; 2017) den Katara-Preis für den arabischen Roman in der Kategorie der unveröffentlichten Romane; der Text wurde anschließend bei Dar Katara veröffentlicht.[2][6][7] Den internationalen Durchbruch brachte ad-Dīwān al-Isbārṭī (‚Der spartanische Rat‘; 2018), ein polyphones historisches Panorama über Algier in den Jahren 1815 bis 1833, das 2020 den International Prize for Arabic Fiction erhielt und seither in mehrere Sprachen, darunter Englisch, übersetzt wurde.[8][2] Zu seinen frühen Themen und literarischen Schauplätzen zählt die Debütarbeit Sīnimā Ǧākūb, in der Aissaoui die Stadt Ǧilfa und den Wandel ihrer Sozialräume in den Fokus rückte.[9]

Commons: Abdelouahab Aissaoui – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. „ad-Dīwān al-Isbārṭī“ gewinnt die IPAF 2020. In: aljazeera.net. 14. April 2020, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).
  2. a b c d e f Abdelouahab Aissaoui. In: en.arabicfiction.org. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  3. Jadīd al-ruwāʾī al-ǧazāʾirī ʿAbd al-Wahhāb ʿĪsāwī «Sīyīrā dī Muwayrtī – Ǧabal al-Mawt». In: alquds.co.uk. 12. Juni 2016, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).
  4. Le Prix Assia Djebar du roman décerné à trois jeunes écrivains. In: radioalgerie.dz. 5. November 2015, abgerufen am 17. Oktober 2025 (französisch).
  5. الجزائريون يستحوذون على جوائز سعاد الصباح في الرواية. In: radioalgerie.dz. 14. März 2017, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).
  6. سفر أعمال المنسيين. In: kataranovels.com. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).
  7. سفر أعمال المنسيين.. استعادة رومانسية لذاكرة الثورة الجزائرية. In: aljnet.me (Al Jazeera). 8. Januar 2019, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).
  8. The Spartan Court. In: en.arabicfiction.org. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
  9. „Sīnimā Ǧākūb“ – Ruinen der Vergangenheit und Enttäuschung der Gegenwart. In: aljazeera.net. 26. Dezember 2013, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).