Great Southern and Western Railway
| Great Southern and Western Railway | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 6. August 1844 |
| Auflösung | 31. Dezember 1924 |
| Auflösungsgrund | Fusion zur Great Southern Railways |
| Sitz | Dublin, Irland |
| Branche | Eisenbahnverkehr |
Die Great Southern and Western Railway (GS&WR) war von 1844 bis 1924 die bedeutendste Eisenbahngesellschaft Irlands mit Sitz in der Kingsbridge Station in Dublin. Sie betrieb ein 1877 km langes Streckennetz in irischer Breitspur von 1600 mm Spurweite. 1925 ging das Unternehmen in der Great Southern Railways (GSR) auf.
Geschichte
Hauptstrecke Dublin–Cork
Das Unternehmen entstand 1844 aus den Bemühungen von Peter Purcell, einem wohlhabenden Landbesitzer und Postkutschenbetreiber, der von dem Ingenieur John Benjamin MacNeill unterstützt wurde. Ziel war der Bau einer Bahnstrecke zwischen Dublin und Cork, deren Bau im Januar 1845 begann. Der erste 90 km lange Abschnitt von Dublin nach Carlow wurde im August 1846 eröffnet, der durchgehende Betrieb bis zum heutigen Bahnhof in Cork konnte im Juli 1856 aufgenommen werden. Größte Kunstbauten der Strecke waren der 1,2 km lange Stadttunnel in Cork und der 157 m lange Mallow-Viadukt über den River Blackwater.
Erweiterung nach Westen
Die GS&WR betrieb die Irish South Eastern Railway (ISER), die 1850 den Anschluss an die Waterford and Kilkenny Railway (W&KR) in Lavistown erreichte, wodurch direkte Verbindungen nach Kilkenny möglich wurden. Ab 1854 war auch Waterford über die W&KR erreichbar, allerdings waren die Beziehungen zwischen den beiden Bahngesellschaften schlecht. Die W&KR wurde 1868 in Waterford and Central Ireland Railway umbenannt und 1900 zusammen mit der Waterford, Limerick and Western Railway (WL&WR) von der GS&WR übernommen.[1] Damit stand die Strecke Dublin–Waterford erstmals unter vollständiger Kontrolle der GS&WR.
Über viele Jahre hinweg stand die GS&WR im Wettbewerb mit der Midland Great Western Railway (MGWR) um den Verkehr von Dublin in den Westen Irlands. Während die GS&WR Limerick, Cork und Waterford bediente, waren es bei der MGWR Galway, Westport, Ballina, und Sligo. 1859 eröffnete die GS&WR eine Zweigstrecke nach Athlone und stellte somit eine Verbindung zur Hauptstrecke der MGWR her.
North Wall Extension
1877 eröffnete die GS&WR in Dublin die sogenannte North Wall Extension, eine Verbindungsstrecke, die vor dem Hauptbahnhof bei Island Bridge Junction von der Hauptstrecke abzweigt und über den Viehmarkt im Vorort Cabra führt. Dabei wird der Phoenix Park durch einen drei Kilometer langen Tunnel unterquert. Bis zur Eröffnung der Drumcondra Link Line fuhren die Züge über die MGWR zum Hafen in North Wall. Die 1891 eröffnete Drumcondra Link Line stellte eine Verbindung von der North Wall Extension zum Hafen her ohne dass die Gleise der MGWR benutzt werden mussten.[2]
Fusion
1924 verabschiedete der Dáil Éireann den Railways Act 1924[3], der die GS&WR mit der MGWR, der Cork, Bandon and South Coast Railway (CB&SCR) und der Dublin and South Eastern Railway (DSER) sowie 22 kleineren Eisenbahngesellschaften im Irischen Freistaat vereinte. Die drei großen Gesellschaften GS&WR, MGWR und CB&SCR bildeten bereits am 12. November 1924 die Gesellschaft Great Southern Railway (Einzahl, ohne s). Auf den 1. Januar 1925 fusionierte die Great Southern Railway mit der vierten großen Bahngesellschaft Irlands, der Dublin and South Eastern Railway (DSER) zur Great Southern Railways (Mehrzahl, mit s).[4.1]
Infrastruktur
Mit der Betriebsaufnahme auf dem ersten Streckenabschnitt der GS&WR im Jahre 1846 wurde die Betriebswerkstätte in Inchicore, etwa drei Kilometer westlich des Stadtzentrum von Dublin, eröffnet. Die Inchicore Works stellten die Lokomotiven für die Bahn her und führten die Wartungen durch. Mehrere bedeutende britische Lokomotivingenieure leiteten die Werkstätte, darunter John Aspinall, Henry Ivatt und Richard Maunsell.
Literatur
- H. C. Casserley: Outline of Irish railway history. Newton Abbot, North Pomfret [Vt.] David & Charles, 1974, ISBN 978-0-7153-6377-5, Great Southern & Western Railway, S. 43–77 (archive.org).
- K. A. Murray, D. B. McNeill: The Great Southern & Western Railway. Irish Railway Record Society, Dublin 1976, ISBN 978-0-904078-05-3.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Paul Johnson: The Waterford & Central Ireland Railway. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Eisenbahnkarte Dublin (ca. 1913)
- ↑ electronic Irish Statute Book (eISB): Railways Act, 1924. In: electronic Irish Statute Book (eISB). Archiviert vom am 12. August 2025; abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ H. C. Casserley: Outline of Irish railway history. Newton Abbot, North Pomfret [Vt.] David & Charles, 1974, ISBN 978-0-7153-6377-5, Great Southern & Western Railway, S. 43–77 (archive.org).
- ↑ S. 147