John Aspinall

Sir John Audley Frederick Aspinall (* 25. August 1851 in Liverpool; † 19. Januar 1937) war ein britischer Lokomotiv‑, Maschinen‑ und Eisenbahningenieur. Er war Locomotive Superintendent der Great Southern and Western Railway (GS&WR) in Irland und später Chief Mechanical Engineer (CME) sowie General Manager (GM) der Lancashire and Yorkshire Railway (L&YR). Aspinall führte die Vakuumbremse in Irland ein, modernisierte die Lokomotivflotten beider Bahnen und war Präsident sowohl der Institution of Mechanical Engineers als auch der Institution of Civil Engineers.

Leben

Aspinall wurde 1851 in Liverpool als Sohn eines Richters geboren. Er besuchte das katholische Beaumont College in Berkshire und begann 1868 eine Ausbildung bei John Ramsbottom und Francis William Webb in den Crewe Works der London and North Western Railway (LNWR). 1872 wurde er von Webb in die Vereinigten Staaten entsandt,[1] wo ihn insbesondere das größere Lichtraumprofil beeindruckte.

Nach seiner Rückkehr wurde er zunächst Assistent im Stahlwerk von Crewe und wechselte 1875 zur Great Southern and Western Railway nach Inchicore, Dublin, wo er 1883 zum Locomotive Superintendent aufstieg.

Karriere

In Irland führte Aspinall eine verbesserte Form der automatischen Vakuumbremse ein, die später auch von anderen Bahnen wie der LNWR und der Great Northern Railway (GNR) übernommen wurde.[2] Er entwarf mehrere Lokomotiven für die GS&WR und arbeitete eng mit seinem späteren Nachfolger Henry Ivatt zusammen.

1886 wurde Aspinall zum Chief Mechanical Engineer der L&YR berufen. Er setzte die Standardisierungspolitik seines Vorgängers William Barton Wright fort und modernisierte den gesamten Lokomotivpark. Zu seinen bekanntesten Konstruktionen zählen:

1899 wurde Aspinall zum General Manager der L&YR ernannt – eine ungewöhnliche Beförderung für einen Ingenieur. In dieser Rolle führte er 1904 den elektrischen Betrieb auf der Vorortstrecke LiverpoolSouthport und 1916 auf der Strecke ManchesterBury ein.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Aspinall in Deutschland interniert, aber bald wieder freigelassen. Für seine Verdienste um das britische Verkehrswesen erhielt er am 13. Juni 1917 den Ritterschlag als Knight Bachelor.[3]

Er war Präsident der Institution of Mechanical Engineers von 1909 bis 1910 und der Institution of Civil Engineers von 1918 bis 1919. 1919 wurde er Berater des neu gegründeten Ministry of Transport, eine Position, die er bis 1927 innehatte.

Aspinall leitete außerdem die Untersuchung des Eisenbahnunfalls von Sevenoaks im Jahre 1927.

Er starb am 19. Januar 1937 im Alter von 85 Jahren. Im gleichen Jahr wurde er zum ersten Träger der James Watt International Medal der Institution of Mechanical Engineers.

Einzelnachweise

  1. John Aspinall. In: Science Museum Group Collection. Abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
  2. John Audley Frederick Aspinall. In: Graces Guide. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
  3. London Gazette. Nr. 30138, HMSO, London, 19. Juni 1917, S. 6047 (Digitalisat, englisch).