Great Southern Railways (Irland)
| Great Southern Railways | |
|---|---|
| Rechtsform | Staatsunternehmen |
| Gründung | 1. Januar 1925 |
| Auflösung | 31. Dezember 1944 |
| Auflösungsgrund | Fusion zu Córas Iompair Éireann (CIÉ) |
| Sitz | Dublin, Irischer Freistaat |
| Branche | Eisenbahnverkehr |
Die Great Southern Railways (GSR) waren von 1925 bis 1944 das staatlich regulierte Eisenbahnunternehmen des Irischen Freistaats mit Sitz in der Kingsbridge Station in Dublin.[1.1] Es entstand aus der Fusion der vier großen irischen Eisenbahngesellschaften, der Great Southern and Western Railway (GS&WR), der Midland Great Western Railway (MGWR), der Cork, Bandon and South Coast Railway (CB&SCR) und der Dublin and South Eastern Railway (DSER), sowie 22 weiterer kleinerer Gesellschaften und übernahm damit den Großteil des irischen Streckennetzes.
Die GSR betrieb ein 3510 km langes Streckennetz, das mehrheitlich in irischer Breitspur von 1600 mm Spurweite angelegt war. 1945 ging das Unternehmen in der Córas Iompair Éireann (CIÉ) auf. Seit 1987 ist die Staatsbahn in der Iarnród Éireann (IÉ), einer Tochtergesellschaft der CIÉ, organisiert.
Geschichte
Gründung
Als die GS&WR, die größte irischen Eisenbahngesellschaft, am 8. Januar 1923 wegen finanzieller Schwierigkeiten mit der Einstellung des Betriebs drohte, leitete die Regierung des Irischen Freistaats den Prozess der Bildung einer einzigen staatlich regulierten Eisenbahngesellschaft ein. Der Dáil Éireann erließ den Railways Act 1924,[2] der die Zusammenlegung aller Bahnen, die vollständig im Irischen Freistaat lagen, zu einer Gesellschaft vorsah. Die drei großen Gesellschaften GS&WR, MGWR und CB&SCR bildeten bereits am 12. November 1924 die Gesellschaft Great Southern Railway (Einzahl, ohne s). Auf den 1. Januar 1925 fusionierte die Great Southern Railway mit der vierten großen Bahngesellschaft Irlands, die DSER, zu den Great Southern Railways (Mehrzahl, mit s). Damit ging der Wunsch der DSER, ohne Fusion weiterzubestehen, nicht in Erfüllung.[1.2] Die wichtigste Eisenbahngesellschaft, die von der Zusammenlegung ausgeschlossen blieb, war die Great Northern Railway (Irland) (GNRI), da ihre Strecken teilweise in Nordirland lagen.
Die GSR verfügte 1925 über ein 3510 Kilometer langes Streckennetz mit einer Gleislänge von 4705 Kilometern. Sie besaß 581 Lokomotiven in irischer Breitspur sowie 42 Schmalspurlokomotiven.[1.1] Das Streckennetz und das Rollmaterial wiesen weitreichende und umfangreiche Schäden aus der Zeit des Irischen Bürgerkriegs auf.
Ab 1931 nahm der Wettbewerb durch den Straßenverkehr zu. 1934 übernahm die GSR die Irish Omnibus Company, womit das Unternehmen die vollständige Kontrolle über den öffentlichen Verkehr außerhalb Dublins zurückgewann. Unrentable Nebenstrecken wurden stillgelegt oder nur noch für den Güterverkehr genutzt, darunter auch Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 3 Fuß (914 mm).[1.1]
Zweiter Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg hatte keine direkten Auswirkungen auf die GSR, da Irland während des Konflikts neutral blieb. Allerdings nahm der Verkehr zu, da die Straßenverkehrsbetriebe aufgrund von Treibstoffmangel nur eingeschränkt funktionierten. Auch die GSR litt stark unter Kohlemangel, da Kohle fast vollständig aus Großbritannien importiert werden musste. 1942 verschlechterte sich die Lage so sehr, dass einige Nebenstrecken auf unbestimmte Zeit stillgelegt wurden und die Hauptstrecken nur einen minimalen Fahrplan bedienten. Zeitweise kam der Betrieb fast völlig zum Erliegen. Es wurden verschiedene Ersatzbrennstoffe getestet, wobei Torf naheliegend war, sich aber für Lokomotivfeuerungen nicht eignete. Eine weitere Brennstoffkrise folgte im harten Winter 1946/47, als Lieferungen aus England wegen Transportproblemen ausblieben und die Fahrpläne erneut drastisch gekürzt werden mussten. Viele Lokomotiven wurden auf Ölfeuerung umgerüstet, und es wurde sogar erwogen, dies angesichts der unsicheren Kohleversorgung dauerhaft beizubehalten. Auch wurde die Umstellung auf Dieseltraktion geprüft.[1.3]
Verstaatlichung
Nach den allgemeinen Wahlen im Freistaat im Jahr 1944 leitete die Regierung die Verstaatlichung des Eisenbahnsystems in die Wege. Am 29. November desselben Jahres verabschiedeten Senat und Dáil den Transport Act, 1944,[3] der die Gründung eines neuen Unternehmens vorsah. Dieses nahm am 1. Januar 1945 unter dem Namen Córas Iompair Éireann (CIÉ, deutsch Irische Verkehrsgesellschaft) seine Tätigkeit auf. Die CIÉ übernahm die bestehenden Bahn- und Straßenverkehrsdienste der GSR und der Dublin United Transport Company (DUCT), das kommunale Verkehrsunternehmen der Stadt Dublin, das Straßenbahnen und Busse betrieb.[1.3]
Literatur
- H. C. Casserley: Outline of Irish railway history. Newton Abbot, North Pomfret [Vt.] David & Charles, 1974, ISBN 978-0-7153-6377-5, Great Southern Railways and Coras Iompair Éireann, S. 147–165 (archive.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ H. C. Casserley: Outline of Irish railway history. Newton Abbot, North Pomfret [Vt.] David & Charles, 1974, ISBN 978-0-7153-6377-5, Great Southern & Western Railway, S. 43–77 (archive.org).
- ↑ electronic Irish Statute Book (eISB): Railways Act, 1924. In: electronic Irish Statute Book (eISB). Archiviert vom am 12. August 2025; abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Transport Act, 1944. In: electronic Irish Statute Book (eISB). Archiviert vom am 16. Juli 2025; abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).