Dublin and South Eastern Railway

Dublin and South Eastern Railway
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1846 (als Waterford, Wexford, Wicklow and Dublin Railway)
Auflösung 1925
Auflösungsgrund Eingliederung in die Great Southern Railways
Sitz Dublin, Irland Irland
Branche Eisenbahnverkehr

Die Dublin and South Eastern Railway (DSER) war eine irische Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Dublin. Sie existierte von 1846 bis 1924 und betrieb ein 251 km langes Streckennetz in irischer Breitspur von 1600 mm Spurweite im Südosten Irlands. Sie verband Orte in den Grafschaft Cork und Wexford mit Dublin, die Hauptstrecke führte von Dublin nach Wexford, Nebenstrecken führten nach Shillelagh und Waterford. 1925 ging das Unternehmen als kleinste der vier großen Bahngesellschaften Irlands in der Great Southern Railways (GSR) auf.

Geschichte

Die Dublin and South Eastern Railway entstand aus mehreren Vorgängergesellschaften, darunter die Dublin and Kingstown Railway (D&KR), die Waterford, Wexford, Wicklow and Dublin Railway (WWW&DR oder 3Ws), die 1851 zur Dublin and Wicklow Railway (D&WR) wurde, und die Dublin, Dundrum and Rathfarnham Railway (DD&RR).

Dublin and Kingstown Railway (D&KR)

Die Dublin and Kingstown Railway betrieb die erste öffentliche Eisenbahnstrecke in Irland. Die Gesellschaft wurde 1831 gegründet und eröffnete 1834 die 9,7 km lange Strecke von Dublin nach Kingstown, heute Dún Laoghaire. Sie wurde in Normalspur (1435 mm) gebaut, 1854 an die Dublin and Wicklow Railway (D&WR) verpachtet und 1855 auf die irische Breitspur umgebaut. Der Endbahnhof in Dublin war die Westland Row Station, der heutige Bahnhof Dublin Pearse.

Die Strecke wurde zwar später von anderen Gesellschaften betrieben, aber die Gesellschaft blieb, bis sie 1925 in die Great Southern Railways (GSR) integriert rechtlich selbständig.[1.1]

Die 2,8 km lange, 1844 eröffnete Verlängerung von Kingstown nach Dalkey wurde als Atmosphärische Eisenbahn gebaut, jedoch 1854 auf Dampfbetrieb umgestellt.

Dublin and Wicklow Railway (D&WR)

Während der Eröffnung der Verlängerung der D&KR nach Dalkey informierte Isambard Kingdom Brunel, der Ingenieur der Great Western Railway (GWR), dass er plane, eine Strecke von London nach Südwales zu bauen und eine neue Fährverbindung von Fishguard nach Rosslare einzurichten. Er schlug ein Joint Venture für eine Strecke von Wexford nach Dublin vor. Dies führte 1846 zur Gründung der Waterford, Wexford, Wicklow and Dublin Railway (WWW&DR oder 3Ws). Nach langen Diskussionen begannen schließlich im August 1847 die Arbeiten an der Strecke von Bray in Richtung Norden, die Bauarbeiten wurden jedoch 1848 aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten eingestellt und die Gesellschaft änderte ihren Namen 1851 in Dublin and Wicklow Railway (D&WR), wobei nur noch die Strecke von Dublin nach Wicklow gebaut werden sollte.[2.1] 1854 konnte die Strecke von Bray nach Dalkey eröffnet werden.[3]

Die Dublin, Dundrum and Rathfarnham Railway (DD&RR) wurde 1846 gegründet. Ihre Aufgabe wäre gewesen, eine Bahn für den Vorortverkehr von Dublin Harcourt Street nach Dundrum mit einer Zweigstrecke nach Rathfarnham zu bauen. Sie scheiterte an diesem Vorhaben und die Gesellschaft wurde 1851 in Dublin and Bray Railway (D&BR) umbenannt[4] und 1854 von der Dublin and Wicklow Railway (D&WR) übernommen, welche die Strecke von Harcourt Street nach Bray im Juli desselben Jahres eröffnete.

1859 wurde die D&WR in Dublin, Wicklow and Wexford Railway (DW&WR) umbenannt[1.1] und verlängert die Strecke von Bray schrittweise Richtung Süden. Wicklow wurde 1855 erreicht, Rathdrum 1861, Enniscorthy 1863 und Wexford 1872. Die Nebenstrecke nach Shillelagh wurde 1865 eröffnet. Die Nebenstrecke von Macmine Junction erreichte New Ross 1887 und Waterford 1906. Im Jahr 1907 wurde die DW&WR in Dublin and South Eastern Railway (DSER) umbenannt.

Fusion

Die DSER war stark von den wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs und den Zerstörungen während des Irischen Bürgerkriegs betroffen, was zu erheblichen betrieblichen und finanziellen Problemen führte. Der 1924 verabschiedete Railways Act 1924[5] fusionierte die DSER mit der Great Southern and Western Railway (GS&WR), der Midland Great Western Railway (MGWR) und der Cork, Bandon and South Coast Railway (CB&SCR) sowie 22 kleineren Eisenbahngesellschaften im Irischen Freistaat. Die drei großen Gesellschaften GS&WR, MGWR und CB&SCR bildeten bereits am 12. November 1924 die Gesellschaft Great Southern Railway (Einzahl, ohne s). Auf den 1. Januar 1925 fusionierte die Great Southern Railway mit der vierten großen Bahngesellschaft Irlands, der Dublin and South Eastern Railway (DSER) zur Great Southern Railways (Mehrzahl, mit s).[1.2]

Literatur

  • H. C. Casserley: Outline of Irish railway history. Newton Abbot, North Pomfret [Vt.] David & Charles, 1974, ISBN 978-0-7153-6377-5, 2: Dublin and South Eastern Railway, S. 27–42 (archive.org).
  • W. Ernest Shepherd: The Dublin & South Eastern railway. David & Charles, Newton Abbot 1974, ISBN 978-0-7153-6361-4 (archive.org).
Commons: Dublin and South Eastern Railway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. H. C. Casserley: Outline of Irish railway history. Newton Abbot, North Pomfret [Vt.] David & Charles, 1974, ISBN 978-0-7153-6377-5, 2: Dublin and South Eastern Railway, S. 27–42 (archive.org).
    1. a b S. 27
    2. S. 147
  2. Garrett Lyons: Steaming to Kingstown and sucking up to Dalkey : the story of the Dublin and Kingstown Railway. Londubh, Dublin 2015, ISBN 978-1-907535-77-2 (archive.org [abgerufen am 14. Dezember 2025]).
    1. S. 124
  3. Dublin & South Eastern Railway. In: Ask about Ireland. Archiviert vom Original am 26. Dezember 2024; abgerufen am 14. Dezember 2025.
  4. Dublin and Bray Railway Act 1851. In: Irish Railwayana. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  5. electronic Irish Statute Book (eISB): Railways Act, 1924. In: electronic Irish Statute Book (eISB). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2025; abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).