Gesamtministerium Gradnauer II
| Gesamtministerium Gradnauer II | |
|---|---|
| Sächsisches Gesamtministerium | |
| Ministerpräsident | Georg Gradnauer |
| Wahl | 1919 |
| Legislaturperiode | Volkskammer (0.) |
| Beginn | 14. März 1919 |
| Ende | 4. Mai 1920 |
| Dauer | 1 Jahr und 51 Tage |
| Vorgänger | Gesamtministerium Gradnauer I |
| Nachfolger | Gesamtministerium Buck I |
| Zusammensetzung | |
| Partei(en) | SPD (Minderheitsregierung), ab 6. Oktober 1919 zudem die DDP |
| Minister | 7 (bis 14. August 1920) 6 (ab 14. August 1920) |
| Repräsentation | |
| Sächsische Volkskammer | 42 / 96 (43,8 %) 64 / 96 (66,7 %) |
Das Gesamtministerium Gradnauer II bildete vom 14. März 1919 bis 4. Mai 1920 (ab 22. April 1920 geschäftsführend) die Landesregierung von Sachsen. Sie wurde von der Sächsischen Volkskammer, dem provisorischen Parlament, das die Sächsische Verfassung erarbeiten sollte, gewählt und stütze sich auf eine parlamentarische Minderheit aus Sozialdemokraten bzw. ab Oktober 1919 auf eine Mehrheit aus Sozialdemokraten und linksliberaler DDP.
Abstimmung im Landtag
Die Wahl Gradnauers fand am 14. März 1919 in der Sächsischen Volkskammer statt. Das Ergebnis ist folgend tabellarisch dargestellt:
| Wahlgang | Kandidat | Stimmenanzahl | Anteil | Unterstützer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Wahlgang | Georg Gradnauer | 49 | 51,0 % | SPD, DDP | |||||||
| leer | 41 | 42,7 % | USPD, DNVP, DVP | ||||||||
| Walter Koch | 1 | 1,0 % | unklar | ||||||||
| nicht abgegeben | 4 | 4,2 % | unklar | ||||||||
| nicht anwesend | 1 | 1,0 % | Konrad Niethammer (DVP) | ||||||||
| Georg Gradnauer als Ministerpräsident gewählt. Gradnauer bildet das Gesamtministerium Gradnauer II. | |||||||||||
Ziel Gradnauers war zunächst eine Regierung aus (M)SPD, USPD und DDP zu bilden. Das lehnte die USPD ab; auch die Bildung einer rein sozialdemokratischen Koalition beider sozialdemokratischer Parteien scheiterte. Die SPD-Fraktion in der Volkskammer vertrat anschließend die Meinung, die Regierung müsse rein sozialdemokratisch besetzt werden, da das sächsische Volk mehrheitlich sozialdemokratisch wählte. Die DDP war deshalb zunächst nicht an der Regierung beteiligt.
Die Ministerliste entspricht der des Gesamtministeriums Gradnauer I mit Ausnahme der Ernennung eines Innenministers. Dieses Amt hatte Gradnauer zuvor noch selbst ausgeübt. Am 6. Oktober 1919 trat die DDP in die Regierung ein.
Gradnauer trat am 22. April 1920 aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück, bleib aber noch gut zwei Wochen geschäftsführend im Amt. Zu seinem Nachfolger wurde Wilhelm Buck gewählt.[2]
Mitglieder des Gesamtministeriums
| Amt | Bild | Name | Partei | |
|---|---|---|---|---|
| Ministerpräsident | Georg Gradnauer | SPD | ||
| Minister für auswärtige Angelegenheiten Anm. 1 | Georg Gradnauer | SPD | ||
| Stellvertreter des Ministerpräsidenten
Minister des Innern |
Karl Otto Uhlig | SPD | ||
| Finanzminister | August Emil Nitzsche
bis 6. Oktober 1919 |
SPD | ||
| Emil Nitzschke
ab 6. Oktober 1919 bis 6. April 1920 |
DDP | |||
| Peter Reinhold
(Nachfolger Nitzschkes) |
DDP | |||
| Justizminister | Rudolf Harnisch | SPD | ||
| Minister für Militärwesen Anm. 2
aufgelöst mit Inkrafttreten der |
Gustav Neuring
ermordet am 12. April 1919 |
SPD | ||
| Amt vakant | ||||
| Bruno Kirchhof
ab 26. April 1919 bis 14. August 1919 Anm. 2 |
SPD | |||
| Wirtschaftsminister | Albert Schwarz | SPD | ||
| Minister für Arbeit und Wohlfahrt | Max Heldt | SPD | ||
| Minister des Kultus und öffentlichen Unterrichts | Wilhelm Buck
bis 6. Oktober 1919 |
SPD | ||
| Richard Seyfert
ab 6. Oktober 1919 |
DDP | |||
Belege
- ↑ DFG-Viewer. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ DFG-Viewer. Abgerufen am 5. Oktober 2025.