Sächsische Revolutionsregierung

Provisorische Regierung (Revolutionsregierung)
Sächsische Regierung
Beginn 4. Mai 1849
Ende 9. Mai 1849
Dauer 5 Tage
Vorgänger Gesamtministerium Held
Nachfolger Gesamtministerium Zschinsky
Zusammensetzung
Mitglieder 3
Anmerkung Die Regierung wurde nie offiziell ernannt und steht deshalb außerhalb der gewöhnlichen Reihe sächsischer Gesamtministerien. Nach dem Rücktritt des Gesamtministeriums Held wurde direkt das Gesamtministerium Zschinsky mit den Amtsgeschäften betraut.

Nachdem der sächsische König Friedrich August II. sich geweigert hatte, die Paulskirchenverfassung für Sachsen zu verkünden, den Landtag aufgelöst hatte und sich anschickte nach dem dadurch ausgelösten Rücktritt der Regierung Held ein konservatives Kabinett unter Ferdinand von Zschinsky einzusetzen, kam es am 3. Mai 1849 zum Dresdner Maiaufstand. Dieser hatte das Ziel die Reichsverfassung durchzusetzen.

Der König und die Minister Friedrich Ferdinand von Beust und Ferdinand von Zschinsky verließen am 4. Mai 1849 die Landeshauptstadt und flüchteten auf die Festung Königstein. Die Aufständischen setzten eine provisorische Regierung ein, die mehrheitlich aus führenden Personen der Liberalen und der radikal-demokratischen Mehrheit im Landtag bestand. Sie konnte nie die Kontrolle über das gesamte Land erringen, sondern hatte nur Einfluss in der Landeshauptstadt. Bis zum 9. Mai wurde der Aufstand durch sächsische und preußische Truppen niedergeschlagen. Die neue königliche Regierung konnte wieder die Kontrolle im Land übernehmen.

Amt Bild Name
Mitglied der Provisorischen Regierung Samuel Erdmann Tzschirner
Carl Gotthelf Todt
Otto Leonhard Heubner

Literatur

  • Karlheinz Blaschke: Das Königreich Sachsen 1815 – 1918, in: Klaus Schwabe (Hrsg.): Die Regierungen der deutschen Mittel- und Kleinstaaten 1815 – 1933, Boppard am Rhein 1983, S. 92f.
  • Jörg Ludwig/Andreas Neemann: Revolution in Sachsen 1848/49 Darstellung und Dokumente, hrsg. von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Eigenverlag, Dresden 1999, S. 139–148.