Wahl zur Sächsischen Volkskammer

Volkskammerwahl in Sachsen 19191920
Wahlbeteiligung: rund 74 %
Insgesamt 96 Sitze
Stimmverteilung
 %
50
40
30
20
10
0
41,6 %
22,9 %
16,3 %
14,4 %
3,,9 %
1,0 %
Christliche Volkspartei
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%

Die Wahl zur Volkskammer in Sachsen fand am 2. Februar 1919 statt und war die erste Wahl eines sächsischen Landesparlaments seit dem Ende des Ersten Weltkrieges. Die Sächsische Volkskammer war das provisorische Parlament Sachsens, das die Landesverfassung Sachsens in der Weimarer Republik erarbeitete. Es wurde 1920 vom Sächsischen Landtag abgelöst.

Wie auch bei allen späteren Landtagswahlen im Freistaat Sachsen der Weimarer Republik wurden die Sozialdemokraten stärkste Kraft.

Vorgeschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. am 13. November 1918 fiel die bisherige politische Ordnung des Kaiserreichs bzw. des Königreichs Sachsen zusammen. Insbesondere in Sachsen kam es im Vorfeld der Wahl im Zuge der Novemberrevolution zu Massenstreiks und Unruhen. Die Wahl der Volkskammer markiert den Zeitpunkt des Übergangs von diesen Zuständen zur ersten parlamentarischen Demokratie in Sachsen. Erstmals wurde beschlossen, nicht das zuvor verwandte Pluaralstimmrecht zu nutzen, sondern jedem Wähler (einschließlich der Frauen) das gleiche Stimmgewicht einzuräumen.

Detailergebnisse

Die Ergebnisse der Wahl zur Volkskammer in Sachsen werden nachfolgend aufgelistet:[1][2]

ListenStimmen%Mandate
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)891.80441,642
Deutsche Demokratische Partei490.66622,922
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)350.06916,315
Deutschnationale Volkspartei (DNVP)206.7189,613
Deutsche Volkspartei (DVP)84.6153,94
Christliche Volkspartei21.8231,00
Gesamt2.145.69510096
Ungültige Stimmen5.0560,2
Wähler2.150.751
Wahlberechtigte
Quelle: [1]

Folgen

Die sächsische Volkskammer erarbeitete in rund anderthalb Jahren eine Verfassung und bereitete das sächsische Staatswesen auf die republikanischen Erfordernisse vor. Die Regierungsgewalt wurde nach der Volkskammerwahl von März 1919 bis Mai 1920 vom Gesamtministerium Gradnauer II unter Leitung von Georg Gradnauer wahrgenommen. Er wurde abgelöst von Wilhelm Buck, der sein erstes Gesamtministerium bildete, das bis nach der Landtagswahl 1920 im Amt blieb.

Siehe auch

Belege

  1. Sachsen: Wahl zum 1. Landtag 1920. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. Landtagswahlen 1918-1933 - Sachsen. Abgerufen am 4. Oktober 2025.