Byron Takashi Tsuzuki

Byron Takashi Tsuzuki (* 20. September 1900 in Hamamatsu, Japan; † 1. September 1967 in New York City, New York) war ein japanisch-amerikanischer Maler und Kunstlehrer der ersten Generation (Issei). Er wurde insbesondere durch seine Arbeiten bekannt, die während der Inhaftierung japanischstämmiger US-Bürger im Zweiten Weltkrieg entstanden.[1]

Leben

Byron Takashi Tsuzuki wanderte im Jahr 1917 im Alter von sechzehn Jahren direkt nach New York aus. Er besuchte die Art Students League und studierte unter anderem bei Yasuo Kuniyoshi. In den 1920er Jahren belegte er zudem Kunstkurse an der Columbia University. Er nahm an den jährlichen Ausstellungen der Society of Independent Artists, der Salons of America und der Anderson Galleries in New York teil. Zu den anderen japanischen Künstlern, mit denen er ausstellte, gehörten Noboru Foujioka, Eitaro Ishigaki, Torajiro Watanabe und Yoshida Sekido. Später wurde Tsuzuki gemeinsam mit Kuniyoshi Co-Direktor der Salons of America. 1932 zog er mit seiner Frau und seiner Tochter nach Kalifornien, wo er eine Anstellung als Hausverwalter eines Anwesens in San Mateo annahm. Nach dem Erlass der Executive Order 9066 wurden Tsuzuki und seine Familie zunächst im Tanforan Assembly Center und anschließend im Topaz War Relocation Center in Utah interniert. In Topaz unterrichtete er zusammen mit Chiura Obata und George Matsusaburo Hibi. Während der Internierung entstand eine Reihe von Gemälden, die Alltagsszenen aus dem Lagerleben darstellen. Nach dem Krieg kehrte Tsuzuki nach New York zurück, wo er als Zahntechniker arbeitete und seine künstlerische Tätigkeit fortsetzte. Er starb 1967 im Alter von 66 Jahren in New York City.[1]

Topaz Art School

Die Topaz Art School war eine Kunstschule, die während des Zweiten Weltkriegs in den US-amerikanischen Internierungslagern für Menschen japanischer Herkunft gegründet wurde. Sie entstand zunächst im Tanforan Assembly Center, einem provisorischen Lager auf einem ehemaligen Pferderennplatz südlich von San Francisco. In diesem Lager waren bis zur Fertigstellung des Topaz War Relocation Centers über 7000 Personen japanischer Abstammung interniert. Etwa die Hälfte von ihnen lebte in zu Wohnräumen umfunktionierten Pferdeboxen. Gründer der Kunstschule war der Künstler Chiura Obata, der in Japan eine Ausbildung in der Sumi-e-Malerei erhalten hatte und später als Kunstdozent an der University of California in Berkeley tätig war. Obata entschied sich nach Beginn des Zweiten Weltkriegs gegen eine mögliche Übersiedlung nach St. Louis und begab sich mit anderen japanischstämmigen Einwohnern in das Sammellager Tanforan. Dort gründete er die Schule, um seine künstlerische Arbeit fortzusetzen und den Internierten Zugang zu künstlerischer Betätigung zu ermöglichen.[2]

Die Schule wuchs rasch auf über 600 Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis siebzig Jahren an. Der Unterricht umfasste 16 Lehrkräfte, die 95 Kurse pro Woche anboten, darunter Figurenzeichnung, Stillleben, Architekturzeichnung, Anatomie und Werbegrafik. Da den Internierten das Fotografieren verboten war, entstanden vor Ort zahlreiche zeichnerische Darstellungen des Lageralltags.[2]

Lehrkräfte waren u. a. George Matsusaburo Hibi, Hisako Hibi, Miné Okubo, Byron Takashi Tsuzuki und Charles Erabu („Suiko“) Mikami. Die Kunstschule entwickelte sich zu einem zentralen kulturellen Bestandteil des Lagerlebens. Ihre Arbeiten wurden im Lager ausgestellt und gelten bis heute als bedeutende Zeugnisse der japanisch-amerikanischen Lagerkunst. Anfang 1943 mussten alle über 17-jährigen Internierten einen Loyalitätsfragebogen (Loyalty Questionnaire) ausfüllen. Chiura Obata erklärte seine Loyalität gegenüber den USA und wurde am 4. April 1943 im Lager von einem unbekannten Täter angegriffen. Nach 19 Tagen im Topaz Hospital verließ er das Lager in Richtung St. Louis. Anschließend übernahm George Matsusaburo Hibi die Leitung der Kunstschule. Die künstlerische Tätigkeit wurde auch nach diesem Führungswechsel fortgesetzt. Die Schule bestand bis zur Schließung des Lagers am 31. Oktober 1945.[2]

Literatur

  • Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970, Stanford University Press, Stanford 2008.
  • Chiura Obata, Kimi Kodani Hill: Chiura Obata's Topaz moon : art of the internment camps. Heyday Books, Berkeley, California 2000.
  • The View from Within: Japanese American Art from the Internment Camps, 1942–1945, Japanese American National Museum / UCLA Wight Art Gallery / UCLA Asian American Studies Center, Los Angeles 1992.

Einzelnachweise

  1. a b Byron Takashi Tsuzuki. Abgerufen am 21. November 2025.
  2. a b c Topaz Museum | Chiura Obata and Topaz Camp's Topaz Art School. In: Topaz Museum. Abgerufen am 20. November 2025 (amerikanisches Englisch).