Bretthausen

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 50° 40′ N, 8° 5′ O
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 575 m ü. NHN
Fläche: 3,38 km²
Einwohner: 211 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02667
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 214
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rennerod.de
Ortsbürgermeisterin: Julia Bockius
Lage der Ortsgemeinde Bretthausen im Westerwaldkreis

Bretthausen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Geographie

Die Gemeinde liegt im Nordostteil des Westerwaldkreises im Westerwald. Sie befindet sich zwischen Siegen im Norden und Limburg an der Lahn im Süden ungefähr neun Kilometer ostnordöstlich von Bad Marienberg. Direkt westlich von ihr erhebt sich der Salzburger Kopf und etwa zwei Kilometer ostsüdöstlich die Fuchskaute.

Nachbargemeinden sind Stein-Neukirch im Nordwesten, Liebenscheid im Norden, Willingen im Osten, Nister-Möhrendorf im Süden und Salzburg im Südwesten.

Geschichte

Bretthausen wurde um das Jahr 1300 erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahr 1440 wurde der Ort von Truppen der Grafen von Sayn in einer Auseinandersetzung mit Nassau-Beilstein angegriffen und zum Teil niedergebrannt, fiel aber anders als mehrere ähnlich behandelte Dörfer der Umgebung nicht wüst. Zu den vernichteten Dörfern zählte der nördlich von Bretthausen an der Quelle des Erlenbachs gelegene Ort Urlen.

Für 1715 und 1753 sind weitere Dorfbrände verbürgt. Ein eigener Heimberger wird erstmals 1707 erwähnt. 1749 ist ein Winterschulmeister genannt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bretthausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1534 5 Vogt- und 6 Eigenleute
1607 10 Mann
1650 6 Männer, 6 Weiber
1738 21 Feuerstätten
1782 143
1815 195
1835 241
1871 184
Jahr Einwohner
1905 154
1939 237
1950 171
1961 162
1970 180
1987 163
2005 201
2024 211[1]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Bretthausen besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[3]

Bürgermeister

Julia Bockius wurde am 19. Juli 2019 Ortsbürgermeisterin von Bretthausen.[4] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 61,90 % für fünf Jahre gewählt worden.[5] Zur Direktwahl am 9. Juni 2024 gab es keine Bewerbungen.[6] Daher erfolgte die Wahl gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung durch den Rat. Dieser entschied sich bei seiner konstituierenden Sitzung am 11. Juli 2024 einstimmig für die bisherige Ortsbürgermeisterin Julia Bockius.[7]

Ihr Vorgänger Peter Bockius hatte das Amt des Ortsbürgermeisters 35 Jahre ausgeübt.[8]

Wappen

Blasonierung: „Im Deichselschnitt geteilt, oben in Grün wachsend drei goldene Ähren, rechts in Gold ein blauer Wellenbalken begleitet von zwei goldbesamten blauen Flachsblüten, unten gestürzt, links in Rot ein mit schwarzem Kreuz besteckter, silberner Dachreiter mit zwei achtlamelligen, goldenen Klangarkaden.“
Wappenbegründung: Die Farben Blau, Rot, Gold und Silber weisen auf die früheren territorialen Zugehörigkeiten hin. Drei goldene Ähren symbolisieren die bedeutende Rolle der Landwirtschaft, die beiden blauen Flachsblüten weisen auf den Leinanbau hin und das Wellenband steht in Zusammenhang mit der Großen Nister. Der symbolisierte Glockenturm steht für die 1910 erbaute Schule.

Wahlen

Wahlen in Bretthausen werden seit 1990 üblicherweise von der CDU gewonnen. Eine Ausnahme bildete die Landtagswahl 2021, bei der die SPD die meisten Stimmen errang. Bei den jüngsten Wahlen fiel die SPD auf einstellige Ergebnisse zurück. Die zweite Position wurde bei diesen Wahlen von der AfD belegt.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.

Ergebnisse im Detail (seit 1990)
Wahl SPD CDU Grüne FDP AfD Linke FW Sonst.
Bundestagswahl 2025[9] 8,3 % 35,7 % 4,8 % 2,4 % 33,3 % 3,6 % 1,2 % 10,7 % (BSW: 7,1 %)
Europawahl 2024[10] 2,8 % 40,3 % 2,8 % 5,6 % 16,7 % 6,9 % 6,9 % 18,0 % (BSW: 8,3 %)
Kreistagswahl 2024[11] 9,6 % 51,0 % 5,8 % 2,9 % 13,5 % 3,8 % 2,9 % 10,6 % (FWG WW: 10,6 %)
Bundestagswahl 2021[12] 22,2 % 46,0 % 11,1 % 3,2 % 7,9 % 1,6 % 4,8 % 3,2 %
Landtagswahl 2021[13] 45,5 % 29,3 % 5,1 % 4,0 % 10,1 % 0,0 % 3,0 % 3,0 %
Kreistagswahl 2019[14] 25,5 % 36,8 % 11,3 % 5,7 % 12,3 % 3,8 % 4,7 %
Europawahl 2019[15] 17,1 % 36,6 % 17,1 % 6,1 % 13,4 % 2,4 % 2,4 % 4,8 %
Bundestagswahl 2017[16] 24,7 % 41,2 % 5,9 % 10,6 % 10,6 % 3,5 % 2,4 % 1,2 %
Landtagswahl 2016[17][18] 30,0 % 39,1 % 4,5 % 6,4 % 10,9 % 0,9 % 0,9 % 7,3 %
Europawahl 2014[19] 25,4 % 49,3 % 10,7 % 2,7 % 0,0 % 1,3 % 5,3 % 5,3 %
Kreistagswahl 2014[20] 25,8 % 55,1 % 9,0 % 2,2 % 0,0 % 7,9 %
Bundestagswahl 2013[21] 21,0 % 57,0 % 4,0 % 8,0 % 3,0 % 1,0 % 2,0 % 4,0 %
Landtagswahl 2011[22][23] 22,2 % 57,8 % 12,2 % 2,2 % 0,0 % 0,0 % 5,5 %
Bundestagswahl 2009[24] 14,0 % 53,5 % 3,5 % 15,8 % 7,0 % 6,2 %
Europawahl 2009[25] 15,5 % 62,0 % 4,2 % 9,9 % 2,8 % 5,6 %
Kreistagswahl 2009[26] 19,2 % 61,5 % 7,7 % 6,4 % 1,3 % 3,9 %
Landtagswahl 2006[27] 32,8 % 42,2 % 3,1 % 10,9 % 3,1 % 7,8 %
Bundestagswahl 2005[28] 22,9 % 57,1 % 3,8 % 6,7 % 4,8 % 4,9 %
Europawahl 2004[29] 17,2 % 66,7 % 4,0 % 4,0 % 0,0 % 8,1 %
Kreistagswahl 2004[30] 22,9 % 66,7 % 2,1 % 1,0 % 7,3 %
Bundestagswahl 2002[31] 22,0 % 55,0 % 11,0 % 5,5 % 0,9 % 5,4 %
Landtagswahl 2001[32][23] 34,5 % 46,6 % 0,0 % 6,9 % 12,0 % (REP: 6,9 %)
Europawahl 1999[33] 35,0 % 46,0 % 5,0 % 3,0 % 0,0 % 11,0 % (REP: 6,0 %)
Bundestagswahl 1998[34] 25,5 % 43,9 % 8,2 % 12,2 % 1,0 % 9,1 % (REP: 6,1 %)
Landtagswahl 1996[35] 22,8 % 57,0 % 5,1 % 8,9 % 6,3 %
Bundestagswahl 1994[36] 28,8 % 57,7 % 2,9 % 8,7 % 1,0 % 1,0 %
Europawahl 1994[23] 32,6 % 45,3 % 2,3 % 7,0 % 0,0 % 12,8 % (REP: 5,8 %)
Landtagswahl 1991[37] 32,5 % 53,0 % 1,2 % 9,6 % 3,6 %
Bundestagswahl 1990[38] 24,5 % 54,1 % 2,0 % 14,3 % 5,0 %

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Bei Wahlen mit Erst- und Zweitstimmen werden jeweils die Zweitstimmenanteile gezeigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Literatur

  • Hellmuth Gensicke: Zur nassauischen Ortsgeschichte: Kirchspiel und Gericht Neukirch. In: Nassauische Annalen 1981, S. 150–168.
Commons: Bretthausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Julia Bockius (Ortsbürgermeisterin als Wahlleiterin): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Bretthausen am 9. Juni 2024. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 25/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 21. Juni 2024, abgerufen am 2. November 2025.
  4. Bericht zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates vom 19. Juli 2019. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 31/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 16. Juli 2020.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. Juli 2020 (siehe Rennerod, Verbandsgemeinde, erste Ergebniszeile).@1@2Vorlage:Toter Link/www.wahlen.rlp.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  6. Bretthausen, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 17. Juli 2024.
  7. Bericht zur Sitzung des Gemeinderates vom 11. Juli 2024. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 31/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 2. November 2025.
  8. Elke Hufnagl: Ehrungen und Verabschiedungen von Ratsmitgliedern sowie Ortsbürgermeistern. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 28/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 16. Juli 2020.
  9. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 21. September 2025.
  10. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 22. September 2025.
  11. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 22. September 2025.
  12. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 23. September 2025.
  13. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 23. September 2025.
  14. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 23. September 2025.
  15. Bretthausen. In: Wahlergebnisse - Wie hat mein Ort gewählt? SWR, abgerufen am 23. September 2025.
  16. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  17. Bretthausen. In: Alle Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz nach Gemeinden. Tagesspiegel, abgerufen am 23. September 2025.
  18. Bretthausen. In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 29. September 2025.
  19. Bretthausen. In: Wahlergebnisse - Wie hat mein Ort gewählt? SWR, abgerufen am 23. September 2025.
  20. Die Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz. (PDF) In: Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter, abgerufen am 23. September 2025.
  21. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  22. Bretthausen. In: Alle Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz nach Gemeinden. Tagesspiegel, abgerufen am 23. September 2025.
  23. a b c Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Archiv des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz.
  24. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  25. Die Wahl zum Europäischen Parlament in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 2009. (PDF) In: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 23. September 2025.
  26. Die Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 2009. (PDF) In: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 23. September 2025.
  27. Bretthausen. In: Alle Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz nach Gemeinden. Tagesspiegel, abgerufen am 23. September 2025.
  28. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  29. Die Wahl zum Europäischen Parlament in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 2009. (PDF) In: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 23. September 2025.
  30. Die_Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz am 13. Juni 2004. (PDF) In: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 23. September 2025.
  31. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  32. Bretthausen. In: Alle Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz nach Gemeinden. Tagesspiegel, abgerufen am 23. September 2025.
  33. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Archiv des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz.
  34. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  35. Bretthausen. In: Alle Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz nach Gemeinden. Tagesspiegel, abgerufen am 23. September 2025.
  36. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.
  37. Bretthausen. In: Alle Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz nach Gemeinden. Tagesspiegel, abgerufen am 23. September 2025.
  38. Alle Gemeinden, alle Parteien, alle Zweitstimmen. In: Marie-Louise Timcke, André Pätzold, Benja Zehr, Sebastian Vollnhals und Ida Flik. WAZ, abgerufen am 23. September 2025.