Alpenrod

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 50° 38′ N, 7° 52′ O
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 12,14 km²
Einwohner: 1630 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57642
Vorwahl: 02662
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 202
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Website: www.alpenrod.de
Ortsbürgermeister: Stefan von Minden (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Alpenrod im Westerwaldkreis

Alpenrod ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.

Geographie

Die Gemeinde liegt südöstlich von Hachenburg im Westerwald am linken Ufer der Großen Nister und des Enspeler Bachs.

Mit dem im Südwesten des Ortsteils Alpenrod liegenden Gräbersberg (513 m ü. NHN) befindet sich auf der Gemarkung der Gemeinde die höchste Erhebung in der Verbandsgemeinde Hachenburg. Auf dem Gräbersberg steht ein Aussichtsturm mit einer öffentlich zugänglichen Besucherplattform auf 30 Metern Höhe.

Ortsteile der Gemeinde sind Alpenrod, Hirtscheid und Dehlingen. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Haus Alpenrod, Hof Eichwiese, Hof Welterstein, Neuhof und Talmühle.[2]

Geschichte

In einer Urkunde aus dem Jahr 1320 wird das Dorf erstmals als Albrechtsrode erwähnt. Hier stand auch eine Burg zum Schutz der Wege auf dem „Nöchel“. Es hatte aber schon früher eine Kapelle mit einer kleinen Siedlung gegeben (mindestens 1131).

Der Turm der jetzigen Kirche stammt aus dieser Zeit. Schätzungen gehen bis in das 9. Jahrhundert. Zu Alpenrod gehören die Ortschaften Dehlingen (Erster Siedler mit Namen Dillinger, 1618) und Hirtscheid (um 1100 Hirnscheid). Hier gab es ab 1551 ein Talmühle. Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Sayn versuchte (1657 und 1678–1680) den Verkehr der Köln-Frankfurter Straße (heutige B 8) über Hachenburg zu leiten. Daher baute er eine Poststraße aus, die oberhalb von Alpenrod entlang führte und heute als die alte Poststraße bekannt ist. Die Köln-Leipziger Straße und die Köln-Frankfurter Straße waren die wichtigsten Fernwege seit der Zeit der merowingischen Könige. Da das Tal in alten Zeiten versumpft und schwer zugänglich war, führten alle Wege über die Höhen wie die alte Poststraße. Zu vermuten ist, dass diese Straße schon zu keltischen Zeiten genutzt worden ist.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Alpenrod, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 889
1835 921
1871 888
1905 914
1939 1.022
1950 1.078
Jahr Einwohner
1961 1.047
1970 1.162
1987 1.271
1997 1.564
2005 1.601
2017 1.569
2022 1614

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Alpenrod besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD LA a WG b JUL c WGN d Gesamt
2024 7 7 2 16 Sitze[5]
2019 9 5 2 16 Sitze[6]
2014 10 2 2 2 16 Sitze[7]
2009 9 2 3 2 16 Sitze[8]
2004 7 3 2 4 16 Sitze
a 
LA: Liste Alpenrod e. V.
b 
Wählergruppe (WG): 2024 – WG Herkersdorf; 2019 – WG Klöckner; 2014 – WG Wallinowski; 2009 und 2004 – WG Klöckner
c 
JUL: Junge unabhängige Liste e. V.
d 
WGN: Wählergruppe Nilges

Bürgermeister

Stefan von Minden (SPD) wurde am 16. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Alpenrod.[9] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit 60,3 % der Stimmen gegen einen Einzelbewerber durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 %. Mit 107 ungültigen Stimmen lag deren Anteil bei 12,2 %.[10]

Seine Vorgängerin Beate Salzer (SPD) hatte das Amt 2004 übernommen.[11] Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 88,06 % für weitere fünf Jahre als Ortsbürgermeisterin bestätigt worden.[12] Zur Wahl 2024 trat sie nicht mehr an.

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein blauer Schrägbalken, belegt mit drei silbernen Kugeln, oben drei stilisierte grüne Bäume, unten eine rote Glocke.“
Wappenbegründung: Die drei Kugeln im Schrägbalken weisen zugleich auf die drei zur Gemeinde gehörenden Dörfer Alpenrod, Dehlingen und Hirtscheid und auf das mittelalterliche ortsansässige Adelsgeschlecht der Schönhals zu Albrechtenrode hin, das in seinem Wappen drei Kugeln führte. Die Glocke symbolisiert die Kirche und das Kirchspiel Alpenrod, die Bäume den Waldreichtum. Die Farben Gold und Rot (Glocke) sind ein Hinweis auf die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Sayn.

Verkehr

  • Die Gemeinde liegt zwischen der Bundesstraße 414 die Koblenz und Hachenburg verbindet, und der B 255 die von Montabaur nach Herborn führt.
  • Die A 3 mit der Anschlussstelle Montabaur (AS 40) liegt 25 km entfernt.
  • Die nächstgelegenen Anschlussmöglichkeiten an den Eisenbahnverkehr sind die Bahnhöfe Hachenburg, Erbach, Büdingen und Enspel. Hier verkehren die Züge der Regionalbahnlinie 90 der Hessischen Landesbahn, Bereich Dreiländerbahn nach dem Rheinland-Pfalz-Takt auf der Fahrtroute Limburg(Lahn) – Diez Ost – Westerburg – Hachenburg – Altenkirchen – Au(Sieg) – Wissen(Sieg) – Siegen täglich im Stundentakt.
  • Durch die Lage Alpenrods im Westerwaldkreis gilt im Bus- und Bahnverkehr der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Mosel.

Siehe auch

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Heinrich Heimann / Irmintraut Weinknecht: Das Kirchspiel Alpenrod im Westerwald und seine Bewohner im 17. und 18. Jahrhundert. Genealogie und Landesgeschichte. Band 19. Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte, Frankfurt am Main: 1967.
  • Karl-Heinz Krahm: Alpenrod. Dorf auf den Höhen des Westerwaldes. 1320 bis 1995. Eine Chronik der Gemeinde Alpenrod und der Ortsteile Dehlingen und Hirtscheid. Ortsgemeinde Alpenrod, 1996.
  • Weitere Literatur über Alpenrod in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie.
Commons: Alpenrod – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Februar 2022[Version 2025 liegt vor.]. S. 69 (PDF; 3,3 MB).
  3. Zusammenfassung aus „Das Kirchspiel Alpenrod im Westerwald und seine Bewohner im 17. und 18. Jahrhundert“ von Heinrich Heimann und Irmtraut Weinknecht 1967; Hrsg.: Zentralstelle für Personen und Familiengeschichte Frankfurt am Main.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Alpenrod: Bevölkerung – Zeitreihen. In: Regional: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 12. Oktober 2022.
  5. Alpenrod, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Alpenrod. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 20. September 2025.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen: Alpenrod (Memento vom 12. November 2019 im Internet Archive)
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen: Alpenrod (Memento vom 30. Mai 2014 im Internet Archive)
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen: Alpenrod (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive)
  9. Stefan von Minden: Aus der konstituierenden Sitzung vom 16. Juli 2024 im Bürgerhaus Alpenrod. In: Inform – Wochenzeitung der Verbandsgemeinde Hachenburg, Ausgabe 30/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 20. September 2025.
  10. Alpenrod, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Wahlen in RLP. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. Juni 2024.
  11. Ortsbürgermeisterin Beate Salzer. Ortsgemeinde Alpenrod, abgerufen am 5. Juni 2020.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Hachenburg, Verbandsgemeinde, erste Ergebniszeile. Abgerufen am 5. Juni 2020.