Adam Ernst II. von Rochow

Adam Ernst II. von Rochow (geb. 31. Oktober 1705 in Zolchow; gest. 22. Juni 1759 in Kloster Zinna) war ein preußischer Rittmeister, Kammerherr und Landrat (Commissarius).

Herkunft

Adam Ernst II. von Rochow war Angehöriger des märkischen Adelsgeschlechts Rochow, Mitglied des von Rochowschen Hauses Plessow-Stülpe. Er wurde 1705 als Posthumus von Adam Ernst I. von Rochow (1676–1705),[2] Erbherr auf Zolchow, Stülpe, Holbeck, Schmielickendorf und Ließen, sowie Landrat- und Kriegskommissar im Luckenwaldeschen Kreis,[3] und dessen Ehefrau (∞ 1704) Christiane Charlotte (1683–1741), geb. von Eimbeck,[4] auf Burg Zolchow, welche zeitweise der Hauptsitz der Plessower Gutsherren diente, dann zumeist als Witwensitz genutzt, geboren. Die Mutter heiratete in zweiter Ehe den Brandenburger Domherrn Ludwig von Oppen-Fredersdorf (1663–1716), in dritter Ehe den Beeskower Landrat Eberhard Wilhelm von Hohnstedt. Der Offizier und Gutsherr Ludwig von Oppen (1704–1779) wurde sein Stiefbruder.

Leben

Adam Ernst besuchte, wie viele Rochows, von 1717 bis 1718 die Ritterakademie in Dom Brandenburg, bevor er sich am 17. Dezember 1722 an der Universität Frankfurt/Oder immatrikulierte.[5] Nach Ende seines Studiums trat er in das Preußische Heer ein, wo er 1725 Cornet (Fähnrich) im Kürassier-Regiment von Winterfeld wurde. 1734 stieg er im Dragoner-Regiment von Platen zum Stabs-Capitain (Hauptmann) auf. Nachdem er 1738 im Rang eines Rittmeisters vom Militär verabschiedet worden war, wandte er sich der Landwirtschaft zu. Ab November 1757 bis zu seinem Tod im Jahr 1759 unterstützte und vertrat er den erkrankten Landrat des Luckenwaldeschen Kreises Peter Christian von Wobeser. Beider Amtsnachfolger wurde 1760 Freiherr Carl Moritz von Wangelin.

Persönliches

Adam Ernst II. von Rochow war Erbherr auf Stülpe, Holbeck, Schmielickendorf und Ließen, sowie halb Riesdorf (Riesdorfer Heide bei Schlenzer). Das zuvor in Vormundschaft durch die Verwandtschaft geleitete und zwischenzeitlich mehrfach verpachtete Gutsareal übernahm der 1738 nach Rückkehr vom Militär in Eigenregie. Ab etwa 1740/1745 bis 1754 ließ er auf dem Grundstock der Vorgängerbaus der Familie von Hake das neue Gutshaus Stülpe errichten (umbauen). Dort war am mittigen Hauseingang, vom Gutshof kommend, auf der Ostseite unter dem Altan ein Metallgitter mit seinen Initialen angebracht. Als Patron fügte er der Dorfkirche Stülpe einen barocken Westturm und an der Südseite des Profanbaus eine neue Patronatsloge mit Erbbegräbnis an. Im Jahre 1759 ist er als Kammerherr gestorben. Sein einst im Herrenhaus in Stülpe vorhandenes Portrait ist erhalten.

Sein Sohn Friedrich Ludwig V. von Rochow wurde ebenso als Bauherr tätig und ließ das neue Hauptgebäude vom Gutshaus Plessow errichten, respektive ergänzte die dortige Anlage. Auch seine Portraits blieben in Familienhand.

Familie

Er war in erster Ehe seit Februar 1739 mit Johanna Catharina (1717–1740), geb. von Rochow-Plessow, verheiratet. Im Juli 1741 vermählte er sich in zweiter Ehe mit Christine Louise von Thümen-Blankensee (1721–1745), Tochter des ersten Landrats des Luckenwaldeschen Kreises, Christian Wilhelm von Thümen (1663–1741). In dritter Ehe vermählte er sich 1752 mit Juliane Eleonore von Voß-Groß Gievitz (1734–1806). Der von ihr gemeinsame Sohn Adolph Friedrich von Rochow (1758–1813) lebte ab 1770 in Brandenburg, studierte in Halle, wurde Erbherr auf Stülpe und ebenso preußischer Kammerherr. Er ließ in Ließen eine neue Dorfkirche erbauen, daran erinnert dort sein Wappen. An Juliane Eleonore von Rochow wiederum, wieder verheiratete Generälin Gottlieb Ludwig von Beville, erinnert bis heute eine Gedenktafel aus Metall an der Nordseite der Dorfkirche Stülpe.

Literatur

  • Joachim David Arnold: Kurze Geschichte der Ritter-Academie zu Dom-Brandenburg, in dem ersten Jahrhunderte vom 4. August, 1704–1805. Verlag der Leichschen Buchdruckerei, Brandenburg 1805, S. 90.
  • Adolf Friedrich August von Rochow-Stülpe: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts derer von Rochow und ihrer Besitzungen. Ernst & Korn, Berlin 1861, S. 124–126. (Eltern), S. 143–147. (Vita)
  • Adolf Friedrich August von Rochow-Stülpe: Das Schloss Stülpe. A. W. Schade, Berlin 1868, S. 75–83. (Eltern in den Vorseiten).
  • Waiter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. P. Riemann-Im Selbstverlag des Vereins ehemaliger Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H., Brandenburg/Belzig/Ludwigslust 1913, S. 29, Nr. 167.

Sekundärliteratur

  • Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 812.
  • Karlheinz Gerlach: Lebensläufe Zeitläufte – Freimaurer im Alten Preußen 1738–1815. Studien-Verlag, Innsbruck/Wien 2024, ISBN 978-3-7065-6261-4, S. 667. GB-Auszugs-(Text zum Sohn Friedrich Ludwig V. von Rochow-Plessow).

Einzelnachweise

  1. Skizze 1865 nach Karl Hagemeister (Kemnitz, Stadt Werder (Havel)).
  2. Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Band 4, Gebrüder Riechenbach, Leipzig 1837, S. 430.
  3. Rochow, Adam Ernst von. In: d-nb.info. 30. Juni 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.
  4. Moritz Maria von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. 1878. Vierter Jahrgang, Verlag Buschak & Irrgang, Brünn/Wien 1878, S. 504.
  5. Georg Hermann Theodor Liebe, Emil Theuner: Aeltere Universitäts-Matrikeln (1649–1811). Band 2, Hrsg. Ernst Friedländer, Leipzig 1887, S. 311.
  6. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 2. Band 2, Selbstverlag, Berlin 1859/1860. Textblatt Stülpe.