Christian Wilhelm von Thümen

Christian Wilhelm von Thümen (geb. 9. Mai 1663 in Blankensee; gest. 26. März 1741 ebenda) war ein preußischer Landrat, königlich polnischer und kurfürstlich sächsischer Geheimrat, Kreishauptmann, Obersteuerrat, Hofrichter und Gutsherr.[1]

Herkunft

Christian Wilhelm von Thümen war Angehöriger des märkisch-sächsischen Adelsgeschlechts Thümen. Er war Sohn von Joachim von Thümen (1625–1677), Herr auf Blankensee, Löwendorf, Glau, Mietgendorf und Breite, sowie kurbrandenburgischer Amtshauptmann von Luckenwalde, und dessen Ehefrau (⚭ 15. Juni 1648) Katharine Elisabeth (1648–1700), geb. von Düringshofen.[1]

Leben

C. W. von Thümen wurde Gutsherr auf Blankensee, Stangenhagen, Stücken, Körzin, Breite, Löwendorf, Schönhagen, Ahrensdorf, Glau, Mietgendorf, Gräfendorf und Heinsdorf. Er war der erste Landrat des Luckenwaldeschen Kreises, das Jahr seiner Ernennung ist nicht genau bekannt. Ihm im Amt folgte um 1701 Adam Ernst I. von Rochow.[2]

Familie

Christian Wilhelm von Thümen war in erster Ehe mit Dorothea Kunigunde von Schlegell aus dem Hause Merzin, verheiratet. In zweiter Ehe vermählte er sich am 12. Mai 1698 mit Anna Christine († 1710), geb. von Schlabrenndorf. In dritter Ehe heiratete er Sabine Hedwig (1689–1772), geb. von Schlieben. Aus dieser Ehe gingen insgesamt 18 Kinder hervor.[3] Tochter Christiana Louisa (1721–1745) war mit Adam Ernst II. von Rochow, dem zweiten Landrat des Luckenwaldeschen Kreises, verheiratet.[2] Sowohl er, für Schloss Stülpe, als auch später sein Sohn Friedrich Ludwig V. von Rochow für den Bau des Gutshauses Plessow übernahmen die Bauerfahrungen ihres Ahnen C. W. von Thümen-Blankensee. Am Schloss in Stülpe war bis 1945 hofseitig ein Allianzwappen v. Rochow-v. Thümen angefügt.

Ergänzendes

In der Dorfkirche Blankensee befindet sich ein Epitaphium aus Sandstein mit dem Portrait von Christian Wilhelm von Thümen, das von zwei Engeln getragen wird.[3][4]

Die Herrschaft über den bis 1815 sächsischen Thümen`schen Winkel führten seine Nachfahren bis 1902. Direkter Erbe wurde zunächst August Christian Johann von Thümen (1724–1792), der als Großgrundbesitzer kurfürstlich sächsischer Amtshauptmann des Amtes Dahme und und des Amtes Jüterbog wurde, dergleichen Kreisdirektor zu Jüterbog. Aus dessen Ehe mit Friedrike Christophere von Rohr, die zuletzt in Zinna lebte, kamen mit August Wilhelm von Thümen (1747–1803) die Nachfahren, die Blankensee bewirtschafteten; mit dem kgl. preuß. Major Karl (Karl Heinrich) von Thümen (1754–1810), welcher die Güter bei Heinsdorf und Gräfendorf bei Jüterbog führte. Das große Gutshaus Gräfendorf ist nicht erhalten, stammt in etwa aber aus der (frühbarocken) Zeit des Christian Wilhelm von Thümen. Bekannt[5] wurde als direkter Nachfahre der Botaniker und Gutsbesitzer Felix von Thümen-Gräfendorf. Die beschriebene Gütertrennung führten letzlich zum Verlust der Gutskomplexe Stangenhagen-Blankensee und Gräfendorf-Heinsdorf.

Genealogie

Galerie Gut Blankensee

Literatur

  • Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigunge.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, S. 91.- Epitaph.
  • Carsten Preuß, Hiltrud Preuß: Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming. Lukas Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-100-6, S. 30–35. Gut Blankensee.
  • G. (von) Schmoller, G. Krause: Die Behördenorganisation und die allgemeine Staatsverwaltung Preußens im 18. Jahrhundert. Band 1: Akten von 1701 bis Ende Juni 1714. In: Acta Borussica. Denkmäler der Preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert. Hrsg. Königliche Akademie der Wissenschaften, Verlag Paul Parey, Berlin 1894, S. 330.- Huldigung d. Herzogtum Magdeburg. (Register S. 839.).
  • George Adalbert von Mülverstedt: Urkundenbuch zur Geschichte des altadeligen Geschlechts von Oppen. Band 2, E. Baensch jun., Magdeburg 1896, S. 201–205. - 20. Juli 1725-K. P. u. Kursächs. Amtshauptmann des Kurkreises, Ober-Steuer-Direktor, Assessor d. Hofgerichts zu Wittenberg
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Band 4: Spreeland. Beeskow-Storkow und Barnim-Teltow. 1. Auflage, Verlag Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin, 15. November 1881, S. 423–430. Insb. S. 428.- 18 Kinder.
  • Ernst Friebel, Oskar Schwebel: Bilder aus der Mark Brandenburg vornehmlich der Reichshauptstadt. Verlag und Druck von Otto Spamer, Leipzig 1881, S. 354.
  • C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Nr. 35, Comm. Behr (E. Bock), Verlag von F. Heinicke, Berlin, 30. August 1871, S. 221–224. Insb. S. 223. Text-Blankensee m. C. W. von Thümen.
  • George Adalbert von Mülverstedt: Sammlung von Ehestiftungen und Leibgedingsbriefen ritterschaftlicher Geschlechter der Provinzen Sachsen, Brandenburg, Pommern und Preussen. (Dampfpressendruck von) E. Baensch jun., Magdeburg 1863, S. 280.-Ehegeld d. 1. Ehefrau.

Einzelnachweise

  1. a b Siehe Genealogie: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1902. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 819–820.
  2. a b Rochow, Adam Ernst von. In: portal.dnb.de. 30. Juni 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.
  3. a b Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Band 4: Spreeland. Beeskow-Storkow und Barnim-Teltow. Original-Erst-Auflage, Verlag Wilhelm Hertz, Berlin 15. November 1881, S. 423–430. Insb. S. 428.
  4. Dorfkirche Blankensee. In: altekirchen.de. Abgerufen am 22. November 2025.
  5. Vgl. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 7, Selbstverlag, Berlin 1864, Blatt 363.
  6. Nach: Johann George Schreiber: J. G. Schreiber seel. Erben. Eigenverlag, Leipzig 1752.