Adam Ernst I. von Rochow

Adam Ernst I. von Rochow (geb. 25. August 1676 in Plessow; gest. 7. Mai 1705 in Stülpe) war ein preußischer Landrat, Kriegskommissar und Gutsherr.[1]

Herkunft

Adam Ernst I. von Rochow war Angehöriger des märkischen Adelsgeschlechts Rochow. Er war Sohn des Plessower Gutsherrn Hans Ernst von Rochow (1633–1686), kurbrandenburgischer Kammerjunker und Kommissarius, sowie Erbherr auf Plessow, Zolchow, Bliesendorf und Kammerode, und dessen Ehefrau Louisa von Hake (1654–1694).[2]

Leben

Adam Ernst I. von Rochow war Erbherr auf Zolchow, Stülpe, Holbeck, Schmielickendorf und Ließen. Nach seinem Umzug auf das Gut Stülpe wurde Rochow im Jahr 1701 von den Ständen des Luckenwaldeschen Kreises zum Commissarius (Landrat) gewählt.[3] Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem frühen Tod im Alter von 28 Jahren im Jahr 1705.

Familie

Adam Ernst I. von Rochow war seit 1704 in erster Ehe mit Christiane Charlotte (1683–1741), geb. von Eimbeck, verheiratet,[4] Tochter der Hedwig von Hagen sonst Geist genannt und des Oberstwachtmeisters Balthasar Hempo von Eimbeck. Das einzige Kind von Adam Ernst I. und Charlotte war Adam Ernst II. von Rochow. Er wurde 1705 als Posthumus geboren.[5] Adam Ernst II. von Rochow-Stülpe wurde Stabs-Capitain (Hauptmann) und Rittmeister im Preußischen Heer und war Erbherr auf Stülpe, Holbeck, Schmielickendorf und Ließen. Von November 1757 bis 1759 assistierte er den erkrankten Landrat des Luckenwaldeschen Kreises, Peter Christian von Wobeser.

In zweiter Ehe war Rochow`s Witwe Charlotte seit 1706 mit dem Mitbegründer[6] der Brandenburger Ritterakademie Ludwig von Oppen (1663–1716), zugleich Senior und Domherr des Stifts Brandenburg, verheiratet, dessen Sohn aus seiner vorherigen Ehe, Ludwig von Oppen (1704–1779), Offizier wurde und Gutsherr in Fredersdorf im Hohen Fläming. Ihre dritte Ehe schloss Charlotte, geb. von Eimbeck, verwitweten von Rochow und von Oppen, um 1717 mit dem Landrat Eberhard(t) Wilhelm von Hohnstedt, der teils als Pächter der 4000 ha-Herrschaft und von Schloss Stülpe agierte.

Nachleben

  • Von ihm selbst sind kaum mehr Zeugnisse vorhanden. Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv befindet sich neben dem 1991 sichergestellten Gutsarchiv der Familie von Rochow-Stülpe-Plessow eine später nachgefertigte Skizze, etwa aus 1724, vom alten Stülper Schlossareal, vor dem Umbau des Herrenhauses durch seinen Sohn, um 1754. Seine Leichenpredigt, die Gottlieb Treuer zugeschrieben ist, befindet sich dagegen in der Bibliothek der Universität Halle-Wittenberg: Die wohl-gegründete Stadt Gottes, Welche Alle Glaubigen mit Abraham erwarten, Ward Aus Apoc. 21. v. 3. 4. Als Der ... Hr. Adam Ernst von Rochow Königl. Preußis. Hoch-bestallter Land- und Kreis. in sein Erb-Begräbnüs am 10. Xbr. des 1705 Jahres Beygesetzet wurde .... (Leichenpredigt). 1705.[7]

Literatur

Sekundärliteratur

  • Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 812. (Nachfahren).
  • Karlheinz Gerlach: Lebensläufe Zeitläufte – Freimaurer im Alten Preußen 1738–1815. Studien-Verlag, Innsbruck/Wien 2024, ISBN 978-3-7065-6261-4, S. 667. GB-Ansicht: (Nachfahren).

Einzelnachweise

  1. Moritz Maria von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. 1879. Vierter Jahrgang, Verlag Buschak & Irrgang, Brünne/Wien 1878, S. 504.
  2. Moritz Maria Edler von Weitenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter-und Adelsgeschlechter. 1879. Vierter Jahrgang, Verlag Bruschak & Irrgang, Brünn/Wien 1878, S. 502 f.
  3. Adolf Friedrich August von Rochow-Stülpe: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts derer von Rochow und ihrer Besitzungen. Ernst & Korn, Berlin 1861, S. 124 f.
  4. Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. 1879. Vierter Jahrgang, Verlag Buschak & Irrgang, Brünn/Wien 1878, S. 504.
  5. Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Band 4, Verlag der Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 430.
  6. Matthias Helle: Ludwig von Oppen, Domherr und Mitbegründer der Ritterakademie. In: Berichte und Forschungen aus dem Domstift Brandenburg. Band 4, Hrsg. Domstift Brandenburg, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2011, ISSN 1867-9188, S. 149–156.
  7. Leichenprädigt. 1705., In: Bibliothek der Universität Halle-Wittenberg. 2025. OCLC 312909859