Ziegenmühle (Rattelsdorf)

Ziegenmühle (fränkisch: Di Zichemühl[1]) ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet des Marktes Rattelsdorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).

Geografie

Die beiden Anwesen lagen auf einer Höhe von 249 m ü. NHN an einem linken Seitenarm der Itz. Eine Vicinalstraße führte nach Medlitz (0,9 km südöstlich) bzw. nach Speiersberg (0,8 km nördlich).[2]

Geschichte

Der Ort wurde im Urbar des Bamberger Amtes Staffelstein (um 1326/28) als „Ziegenmul“ erstmals schriftlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Zigo bzw. Cigo. Ziegenmühle war bereits 1348 Eigentum des Bamberger Dompropstes. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gab es zwei Mühlen, die Obere und die Untere Ziegenmühle.[3] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts übte das bambergische Dompropsteiamt Döringstadt das Hochgericht aus.[4]

Im Jahre 1802 kam Ziegenmühle an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ziegenmühle dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Medlitz und der 1818 entstandenen Ruralgemeinde Medlitz zugewiesen.[5] 1887 verstarb der damalige Mühlenbesitzer, einen Nachfolger gab es nicht, so dass das Anwesen verödete.[3]

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001861 001871 001885
Einwohner 13 9 3 2
Häuser[6] 2 1
Quelle [7] [8] [9] [10]

Religion

Ziegenmühle war römisch-katholisch geprägt und nach St. Sebastian (Mürsbach) gepfarrt.[10]

Literatur

Fußnoten

  1. D. Fastnacht: Staffelstein, S. 429. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: di dsiχəmǖl.
  2. Bayerische Uraufnahme. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  3. a b D. Fastnacht: Staffelstein, S. 429f.
  4. J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 535.
  5. H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 161f.
  6. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1885 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  7. A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 143 (Digitalisat).
  8. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 946, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  9. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1120, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  10. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1065 (Digitalisat).

Koordinaten: 50° 3′ 20,9″ N, 10° 52′ 40,5″ O