Villa Sömmering

Die inoffiziell so benannte Villa Sömmering mit der heutigen Adresse Cranachstraße 13 ist eine Jugendstilvilla aus dem Jahr 1901 in Weimar, entstanden nach dem Entwurf von Rudolf Zapfe, die allerdings an mehrere Parteien vermietet wurde.[1]

Zum Bauherrn

Bauherr war der Weimarer Maurermeister Albert Sömmering oder Soemmering. 1902 wohnte Sömmering noch in der Buttelstedter Straße 9.[2] Im Weimarer Adreßbuch von 1902 wird das Gebäude in der Cranachstraße als „Neubau Sömmering“ bezeichnet.[3] Die Hausnummern in den Adreßbüchern stimmen nicht mit den heutigen Hausnummern überein! Im Weimarer Adreßbuch von 1904 ist Sömmering mit der Anschrift Cranachstraße 1 II aufgeführt: also Cranachstraße 1, 2. Etage.[4] Sömmering wohnte allerdings nicht lange darin. Das Gebäude verblieb jedoch in seinem Eigentum. Das Haus Wilhelm-Külz-Straße 3 von 1903 ist einer der älteste Bauten der Straße und zugleich von dem 1923 bis 1925 von dem Bauhausmeister Wassily Kandinsky bewohnt und der Villa Sömmering gegenübergelegen. Im Adreßbuch 1906 stehen zwei weitere Neubauten von Sömmering in der Cranachstraße. Das sind darin die Hausnummern 3 und 5.[5] Diese sind auch Zapfes Entwürfe. Es sind heute allerdings die Cranachstraße 11 und Cranachstraße 9. Sömmering ist auch über die Adreßbücher mehrfach als Hauseigentümer in Weimar findbar. Mehrere Häuser in der Wilhelm-Külz-Straße und in der Cranachstraße wie z. B. das Wohnhaus Cranachstraße 21[6] entstanden nach seinen Entwürfen. Er entwarf auch Häuser, die durch den Bauunternehmer Hugo Ernst errichtet wurden. Sömmering besaß als Eigentümer in Weimar weitere Villen und Mietshäuser.

Weitere Bauten nach Sömmerings Entwürfen (Auswahl)

Zum Gebäude

Das von Rudolf Zapfe entworfene Gebäude an der Ecke zur Humboldtstraße unterhalb des Steilhangs des Böckelsberges steht über Eck und nimmt mit seiner Gestaltung auf die exponierte städtebauliche Lage Bezug. Durch seine Hanglage hat es ein hohes Sockelgeschoss. Die Seite zur Cranachstraße ist reich mit Ornamentschmuck versehen und auch hinsichtlich des Dachgiebels an eine neobarocke Formensprache erinnert, während auf der der Humboldtstraße zugewandten Seite elegant geschwungene Holzteile in den oberen Geschossen insbesondere im Mittelteich, der wie ein Risalit hervortritt, mit dem Schiefer gedecktem Zwiebelturmdach die hauptsächliche Verzierung ausmachen. Der Grundriss ist unregelmäßig polygonal. Auch die benachbarten Gebäude Cranachstraße 15 hatte einmal und Cranachstraße 11 besitzt einen solchen Giebel. Zu den erhaltenen Ausstattungsgegenständen gehören u. a. die Fenster mit ihren dekorativ gegliederten und farbig verglasten Oberlichtern, diezweiläufige Treppe mit Wendepodesten und Stabgeländer, die Eingangs- und Zimmertüren und die Stuckdecken in den Haupträumen. Der schmale Vorgarten wird durch einen Eisengitterzaun in Jugendstilformen begrenzt.[7]

Das Haus Cranachstraße 13 steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Einzeldenkmale). Es wird als Wohnhaus genutzt. Unter der Bezeichnung Villa Sömmering werden auch Ferienwohnungen vermietet.[8]

Commons: Villa Sömmering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 693 f.
  2. Weimarer Adreßbuch von 1902, S. 97.
  3. Weimarer Adreßbuch von 1902, S. 134.
  4. Weimarer Adreßbuch von 1904, S. 100.
  5. Weimarer Adreßbuch von 1906, S. 147.
  6. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 694 f.
  7. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 693 f.
  8. Ferienwohnung „Villa Sömmering“ Elisabeth & Azim Mosafer auf www.deutschebiz.de

Koordinaten: 50° 58′ 25,5″ N, 11° 19′ 17,5″ O