Wilhelm-Külz-Straße 14 (Weimar)

Die Wilhelm-Külz-Straße 14 ist die Adresse einer späthistoristischen Villa in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte

Die Wilhelm-Külz-Straße trug von 1903[1] bis zu ihrer Umbenennung im Jahr 1948 den Namen Südstraße.[2] Die zweigeschossige Villa wurde 1906/07 durch den Maurermeister und Bauunternehmer Albert Sömmering nach eigenem Entwurf gebaut. Sie befindet sich auf einem abschüssigen, durch einen Eisengitterzaun begrenzten Grundstück oberhalb der Fahrstraße. Die Hanglage bedingt, dass das Gebäude als ein dreigeschossiges erscheint, weil der Keller als Vollgeschoss in Erscheinung tritt. Der Baukörper ist durch eine differenzierte Massengliederung charakterisiert. Im östlichen durch einen Schildgiebel abgeschlossenen Wandfeld der Straßenfassade befindet sich im Erdgeschoss eine polygonale Veranda und ein Austritt im Obergeschoss. Westlich davon schließt sich eine Loggia an. An der Nordwestecke erhebt sich ein Anbau mit geschweifter Schieferhaube. So ergibt sich ein malerischer Gesamteindruck, der durch die materialeigene Polychromie noch verstärkt wird, so durch die Sohlbänke, die Fensterstürze und Giebelkanten, die aus rotem Berkaer Sandstein bestehen, die Fachwerkelemente, die Schieferdächer der Dachaufbauten und das Ziegeldach des Hauptgebäudes, welche sich von den hellen Putzflächen abheben. Auch die unterschiedlich geformten Fenster leisten zur Entstehung des Gesamteindruckes ihren Beitrag. Die bauzeitliche Raumstruktur und die Ausstattung blieben unverändert. Zur Ausstattung gehören u. a. sämtliche Türen, die zweiläufige Podesttreppe mit Stabgeländer und die Bleiglasfenster im Treppenhaus. Das Erkerzimmer im Dachgeschoss mit Podest, Wandbank, Raumteiler und Bleiglasfenstern ist eine Besonderheit.[3] Bereits 1911 stand die Villa zum Verkauf.[4] Im Weimarer Adressbuch von 1912 ist als Eigentümer ein Dr. phil. Graefe in Wiesbaden eingetragen.[5] Als eingetragener Bewohner ist hier der Landrichter Sichardt vermerkt.[6]

Einzelnachweise

  1. Susanne Seide: Spurensuche in der Weimarer Wilhelm-Külz-Straße. In: thueringer-allgemeine.de. 14. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2024.
  2. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 139, ISBN 978-3-939399-49-0
  3. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 851 f.
  4. Zeitschrift für Bildende Kunst, 1911, S. 260.
  5. Ob es sich um den Mathematiker Friedrich Graefe handelt, ist nicht bekannt.
  6. Weimarer Adressbuch 1912, Teil 5, S. 242.

Koordinaten: 50° 58′ 19″ N, 11° 19′ 16,4″ O