Cranachstraße 3 (Weimar)

Die Cranachstraße 3 in Weimar ist ein mehrgeschossiges Wohngebäude des Reformstils.

Geschichte

Auftraggeber war der Bauunternehmer Albert Sömmering. Das Gebäude entstand 1904 nach dem Entwurf von Rudolf Zapfe und Otto Zapfe. Im Jahre 1909 wurde über dem Hauseingang ein Badezimmer eingerichtet und 1935 an der Ostseite ein Fenster eingebrochen. Der verputzte zweigeschossige Ziegelbau ist ein charakteristischer Vertreter der Landhausarchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts. Souterrain und Hochparterre sind straßenseitig und zum Teil längsseitig mit Bossenquadern verkleidet, während das Obergeschoss glatt verputzt ist. Durch eine bis an die Traufe reichende Eckbossierung und durch die Werksteinrahmen der Fenster werden die Geschosse gestalterisch miteinander verklammert. Ein Erker mit halbrundem Grundriss in der rechten Achse reicht mit seinem polygonalen Aufsatz bis zum Dach. Seitlich davon befindet sich eine Loggia. In der Dachspitze ist ein dreiteiliges Giebelfenster mit gebogenen Sprossen. Dem Wechsel der Vielfalt der Materialen und der Oberflächentextur entspricht auch der Wechsel der Formen wie z. B. die Gestaltung der Fenster, und an materialspezifischen Farbwirkungen, so von zinnoberrotem Bundstandstein, schwarzem Schiefer, ockerfarbenem Putz und naturroten Dachziegeln. Die qualitätvolle bauzeitliche Ausstattung ist weitgehend erhalten, wozu u. a. die zweiläufige Haustreppe mit zum Teil verzogenen Stufen, Wendepodest und verzierten Treppenpfosten, Parkett- und Dielenfußböden, die Jugendstiltüren mit zum Teil mit Bleiverglasung versehen, eine Wandvertäfelung sowie Stuck- bzw. Holzdecken in den Haupträumen gehören. Der Straßenzugang erfolgt über ein zweiflügeliges Jugendstiltor.[1] Zeitweilig wohnte hier Harry Graf Kessler, bevor er in die Cranachstraße 15 einzog.[2] Die Inneneinrichtungen entwarf für Kessler Henry van de Velde.

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Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 688 f.
  2. Das Tagebuch 1880-1937: 1897-1905, von Graf Harry Kessler, S. 35 ff. und S. 1155.

Koordinaten: 50° 58′ 23,7″ N, 11° 19′ 24,2″ O