Cranachstraße 21 (Weimar)

Das villenartige Wohnhaus Cranachstraße 21 ist ein Jugendstilhaus in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte

Der Bau entstand 1901/02 durch den Bauunternehmer und Maurermeister Albert Sömmering nach eigenem Entwurf. Im Jahr 1902 kam gartenseitig der Anbau einer Veranda hinzu. Diese wurde durch einen Wintergarten ersetzt. Das relativ schmale zweigeschossige Gebäude mit hohem, geböschten Souterrain war ursprünglich mit Schiefer gedeckt und steht wie seine westlichen Nachbarhäuser ohne Vorgarten in der Straßenflucht. Die linke Achse ist wie mit einem Risaliten vorgezogen, mit einem Fachwerkerker besetzt, wird durch einen Schweifgiebel bekrönt. bemerkenswert ist dessen farbige Gestaltung. Kennzeichnend für die Entstehungszeit sind u. a. die rhythmische Gliederung der Wandflächen mit Fenstern unterschiedlicher Größe und Form und die Geschosstrennung an der Fassade ist aufgehoben. Das Letztere wiederum ist sichtbar an dem das Erdgeschossfenster umlaufende Gurtgesims. Dagegen erinnert der mit einem Giebeldreieck überfangene Hauseingang an der Seite noch an die historistische Architektur des 19. Jahrhunderts. Ein flacher zweigeschossiger Risalit wird dort ebenfalls über der Traue mit einem Schweifgiebel bekrönt. Zu dem Hauseingang gelangt man durch einen Gitterzaun, der wie auch das Eingangstor in den Formen des Jugendstils gestaltet ist. Die bauzeitliche Ausstattung ist sehr qualitätvoll. Zu dieser gehören im Parterre der Terrazzofußboden und eine Natursteintreppe mit Rundstabgeländer und Wendepodesten, sämtliche Innentüren, Parkett- und Dielenfußböden. Die hervorzuhebenden Stuckdecken haben verschiedene florale Motive mit umlaufenden Kehlen.[1] In diesem Hause wohnte der Germanist Hans Ruppert.[2]

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Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 694 f.
  2. Goethe, Bände 24-25, H. Böhlaus Nachf., Weimar 1962, S. 330.

Koordinaten: 50° 58′ 26,4″ N, 11° 19′ 14,2″ O