Toprak Razgatlıoğlu

Toprak Razgatlıoğlu
Nation: Turkei Türkei
Motorrad-Weltmeisterschaft
Status: aktiv (MotoGP)
Startnummer: 7
Statistik
Starts Siege Poles SR
WM-Punkte:
Podestplätze:
Nach Klasse(n):
MotoGP-Klasse
Konstrukteure
2026 Yamaha
WM-Bilanz
keine WM-Platzierung
Starts Siege Poles SR
WM-Punkte:
Podestplätze:
Superbike-Weltmeisterschaft
Erster Start: Australien Australien (Lauf 1) 2018
Letzter Start: Spanien Jerez (Lauf 2) 2025
Startnummer: 7
Statistik
Konstrukteure
2018–2019 Kawasaki • 2020–2023 Yamaha •2024–2025 BMW
WM-Bilanz
Weltmeister (2021, 2024, 2025)
Starts Siege Poles SR
258 78 24 66
WM-Titel: 3
WM-Punkte: 3482
Podestplätze: 173
Stand: Saisonende 2025

Toprak Razgatlıoğlu (* 16. Oktober 1996 in Alanya) ist ein türkischer Motorradrennfahrer. Er fuhr für BMW und Yamaha in der Superbike-Weltmeisterschaft und gewann dort in den Jahren 2021, 2024 und 2025 den WM-Titel. Für 2026 wird er in die MotoGP-Klasse wechseln und dort für Yamaha antreten.

Karriere

Razgatlıoğlu nahm zu Beginn seiner Karriere zwischen 2004 und 2008 an nationalen Motocrosswettbewerben in der Türkei teil. Zur Saison 2009 wechselte er in die türkische Motorrad-Straßenmeisterschaft, wo er 2011 Vizemeister und 2012 Meister wurde. In den Saisons 2011 und 2012 nahm Razgatlıoğlu außerdem am Yamaha-Cup teil und Gesamt-18. bzw. Gesamtsiebenter.[1] Zur Saison 2013 wechselte Razgatlıoğlu in den Red Bull MotoGP Rookies Cup, wo er mit zwei Podestplätzen den zehnten Endrang belegte.[2] 2014 sicherte sich Razgatlıoğlu auf dem Sachsenring seinen einzigen Sieg im Red Bull MotoGP Rookies Cup.[3] Er schloss die Saison auf Rang sechs ab.[4] 2015 fuhr er für das Team Kawasaki Puccetti Racing auf Kawasaki Ninja ZX-6R und wurde Meister des FIM Superstock 600 Cups.[5] 2016 startete Razgatlıoğlu im selben Team auf einer Kawasaki Ninja ZX-10R im FIM Superstock 1000 Cup und wurde Gesamtfünfter.[6] In der darauffolgenden Saison 2017 wurde er hinter Michael Ruben Rinaldi Vizemeister der Serie.[7]

Superbike-Weltmeisterschaft

(2018–2019) Kawasaki

Seit der Saison 2018 startete Razgatlıoğlu in der Superbike-Weltmeisterschaft. In den ersten beiden Jahren fuhr er für Kawasaki Puccetti Racing eine Kawasaki Ninja ZX-10RR. Er erreichte in seiner Debütsaison zweimal das Podest und schloss sie auf Gesamtrang 9 ab. 2019 folgten seine ersten beiden Siege in Frankreich. Er entschied dort Rennen 1 und das Superpole Race für sich.

(2020–2023) Yamaha

2020 wechselte er zum Yamaha-Werksteam Pata Yamaha Official WorldSBK Team auf eine Yamaha YZF-R1. Er wurde dort Teamkollege des Niederländers Michael van der Mark. Die Saison war, wie andere internationale Rennserien stark geprägt durch die Covid-19-Pandemie. Er gewann das Auftaktrennen in Australien und zwei der drei letzten Rennen in Estoril. Er gewann 2021 mit diesem Team die Meisterschaft mit 13 Punkten Vorsprung auf den Rekordweltmeister Jonathan Rea. Er holte insgesamt 13 Siege und schaffte es, die Titelserie von Rea nach sechs Saisons zu beenden. Er wurde in den Saisons 2022 sowie 2023 hinter dem Ducati-Piloten Álvaro Bautista jeweils Vizeweltmeister. Mehrfach kritisierte er die fehlende Leistung des Reihenmotors seiner Yamaha im Vergleich zu Ducatis V4 der Panigale.[8]

(2024–2025) BMW

Zur Saison 2024 wechselte Razgatlıoğlu in das Werksteam von BMW und pilotiert dort eine BMW M 1000 RR.[9] Ausschlaggebend für seinen Wechsel war das höhere Leistungspotenzial des Motors und die allgemein modernere Basis des Motorrades.[9] Er gewann 2024 zum zweiten Mal die Superbike-Weltmeisterschaft und stellte mit 13 Saisonsiegen in Folge einen neuen Rekord auf. Mit dem Titel auf BMW wurde Razgatlıoğlu der dritte Rennfahrer nach Troy Corser und James Toseland in der Geschichte der Superbike-Weltmeisterschaft, der mit zwei verschiedenen Konstrukteuren Weltmeister wurde. Für BMW war es der erste WM-Titel in einer Solo-Kategorie in ihrer über 100-jährigen Geschichte.[10] In der Saison 2025 avancierte Toprak schnell wieder in den Kreis der Titelfavoriten. Er wiederholte zudem seine Rekordsiegeserie aus dem Vorjahr mit 13 Siegen in Folge. Er schaffte es seinen WM-Titel zu verteidigen und holte in seiner zweiten Saison mit BMW seinen zweiten WM-Titel.

Langstrecken-Weltmeisterschaft

Im Jahr 2019 war Toprak Razgatlıoğlu zusammen mit Jonathan Rea und Leon Haslam auf einer Kawasaki ZX-10R des Kawasaki-Werksteams für das 8-Stunden-Rennen von Suzuka gemeldet. Das Team gewann, allerdings wurde Razgatlıoğlu nicht im Rennen eingesetzt, da Kawasaki sich dazu entschieden hatte, auf die beiden Werksfahrer zu setzten.[11] Aufgrund dieser Entscheidung wechselte Razgatlıoğlu zur folgenden Saison zu Yamaha.[9]

Motorrad-Weltmeisterschaft

In der Saison 2026 wird Razgatlıoğlu zu Pramac Racing in die MotoGP-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft wechseln, wo er auf einer Yamaha YZR-M1 antreten wird.[12] Sein Nachfolger bei BMW wird Danilo Petrucci werden.[13]

Da seine bisher in der Superbike-WM genutzte Nummer 54 bereits von Fermin Aldeguer besetzt ist, entschied er sich die Nummer 7 zu verwenden.[14][15]

Razgatlıoğlu wird vom ehemaligen Rennfahrer Kenan Sofuoğlu gemanagt.

Statistik

Erfolge

In der Superbike-Weltmeisterschaft

(Stand: Saisonende 2025)

Saison Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn.
Runden
Punkte Ergebnis
2018 Kawasaki Puccetti Racing Kawasaki ZX-10R 24 1 1 151 9.
2019 37 2 3 8 3 315 5.
2020 Pata Yamaha Official WorldSBK Team Yamaha YZF-R1 22 3 3 3 1 1 228 4.
2021 37 13 9 7 3 9 564 Weltmeister
2022 36 14 9 6 4 13 529 2.
2023 36 7 20 6 4 7 552 2.
2024 ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team BMW M1000RR 30 18 7 2 6 13 527 Weltmeister
2025 36 21 9 1 6 20 616 Weltmeister
Gesamt 258 78 61 34 24 66 3482 3 WM-Titel

Einzelergebnisse

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2 R1 R2
2016 Australien Thailand Aragonien Niederlande Italien Malaysia Vereinigtes Konigreich Emilia-Romagna Vereinigte Staaten Deutschland Frankreich Spanien Katar
DNS DNS
2018 Australien Thailand Aragonien Niederlande Italien Vereinigtes Konigreich Tschechien Vereinigte Staaten Emilia-Romagna Portugal Frankreich Argentinien Katar
13 10 15 8 9 9 10 9 11 8 21 2 10 9 DNF DNS 11 12 8 DNF 8 12 3 7 10 C
Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2 R1 SR R2
2019 Australien Thailand Aragonien Niederlande Italien Spanien Emilia-Romagna Vereinigtes Konigreich Vereinigte Staaten Portugal Frankreich Argentinien Katar
6 15 DNF 10 9 9 8 10 DNF 9 C 9 3 7 C 5 7 3 DNF 4 2 13 2 2 3 4 3 6 4 3 1 1 DNF 3 3 3 11 DNF 5
2020 Australien Spanien Portugal Aragonien Aragonien Katalonien Frankreich Portugal
1 2 DNF 3 DNF 3 2 2 8 6 7 8 5 7 7 6 DNS DNS 6 9 9 1 1 3
2021 Aragonien Portugal Emilia-Romagna Vereinigtes Konigreich Niederlande Tschechien Navarra Frankreich Katalonien Spanien Portugal Argentinien Indonesien
3 6 6 2 2 3 2 2 1 1 6 1 3 3 DNF 1 1 2 3 3 1 1 2 1 DNF 2 2 1 C 1 1 6 DNF 1 1 3 2 C 4
2022 Aragonien Niederlande Portugal Emilia-Romagna Vereinigtes Konigreich Tschechien Frankreich Katalonien Portugal Argentinien Indonesien Australien
3 3 3 3 2 DNF 2 2 3 DNF 1 2 1 1 1 2 1 1 11 1 1 5 4 3 1 1 2 15 1 2 1 1 1 2 2 4
2023 Australien Indonesien Niederlande Katalonien Emilia-Romagna Vereinigtes Konigreich Italien Tschechien Frankreich Aragonien Portugal Spanien
3 3 DNF 2 1 2 3 3 2 2 2 2 3 2 2 2 1 2 2 1 1 2 1 DNF 1 1 2 2 3 2 2 2 2 2 4 2
2024 Australien Katalonien Niederlande Emilia-Romagna Vereinigtes Konigreich Tschechien Portugal Frankreich Italien Aragonien Portugal Spanien
5 3 DNF 1 1 3 2 9 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 WD WD WD INJ INJ IN 2 2 2 1 2 1 2 2 1
2025 Australien Portugal Niederlande Italien Tschechien Emilia-Romagna Vereinigtes Konigreich Ungarn Frankreich Aragonien Portugal Spanien
2 13 DNF 1 1 1 4 1 8 2 2 2 1 1 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 1 1 2 2 DNF 3
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8 Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung
Commons: Toprak Razgatlıoğlu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Profil von Toprak Razgatlıoğlu (Memento vom 7. Mai 2021 im Internet Archive)
  2. Abschlusstabelle des Red Bull MotoGP Rookies Cup 2013
  3. Razgatlıoğlu gewinnt ersten Rookies Cup Lauf am Sachsenring (Memento vom 23. April 2023 im Internet Archive)
  4. Abschlusstabelle des Red Bull MotoGP Rookies Cup 2014
  5. Ergebnis des letzten Rennens der Saison 2015 des FIM Superstock 600 Cup. (PDF) Abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  6. Ergebnis des letzten Rennens der Saison 2016 des FIM Superstock 1000 Cup. (PDF) Abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  7. Ergebnis des letzten Rennens der Saison 2017 des FIM Superstock 1000 Cup. (PDF) Abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  8. https://www.motorsport-total.com/superbike/news/wie-auf-einer-600er-grosser-frust-bei-razgatlioglu-nach-portimao-niederlage-23100111
  9. a b c Toprak Razgatlioglus Wechsel zu BMW: Cleverer Schachzug oder Karrierekiller?
  10. Für BMW wie Weihnachten: WM-Titel nach 101 Jahren
  11. Warum Kawasaki auf Razgatlioglu in Suzuka verzichtete
  12. Toprak Razgatlioglu verrät: Darum wollte er unbedingt schon 2026 in die MotoGP wechseln
  13. Vollbracht: Nachfolger von Razgatlioglu ist gefunden
  14. https://www.speedweek.com/motogp/news/242132/Aufgedeckt-Toprak-Razgatlioglus-MotoGP-Startnummer.html
  15. https://www.speedweek.com/motogp/news/243591/Yamaha-Updates-Was-Toprak-beim-MotoGP-Test-erwartet.html