Joan Mir

Joan Mir
Nation: Spanien Spanien
Motorrad-Weltmeisterschaft
Status: aktiv (MotoGP)
Startnummer: 36
Statistik
Starts Siege Poles SR
176 12 2 7
WM-Titel: 2
WM-Punkte: 1341
Podestplätze: 35
Stand: Saisonende 2025
Nach Klasse(n):
Moto3-Klasse
Erster Start: Großer Preis von Australien 2015
Letzter Start: Großer Preis von Valencia 2017
Konstrukteure
2015, 2017 Honda • 2016 KTM 
WM-Bilanz
Weltmeister (2017)
Starts Siege Poles SR
37 11 2 5
WM-Punkte: 485
Podestplätze: 16
Moto2-Klasse
Erster Start: Großer Preis von Katar 2018
Letzter Start: Großer Preis von Valencia 2018
Konstrukteure
2018 Kalex
WM-Bilanz
WM-Sechster (2018)
Starts Siege Poles SR
18 1
WM-Punkte: 155
Podestplätze: 4
MotoGP-Klasse
Erster Start: Großer Preis von Katar 2019
Konstrukteure
2019–2022 Suzuki • seit 2023 Honda
WM-Bilanz
Weltmeister (2020)
Starts Siege Poles SR
121 1 1
WM-Punkte: 701
Podestplätze: 15

Joan Mir Mayrata (* 1. September 1997 in Palma) ist ein spanischer Motorradrennfahrer und zweifacher Weltmeister in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Seit 2023 fährt er in der MotoGP-Klasse für Honda HRC Castrol, zuvor ging er von 2019 bis 2022 für das mittlerweile nicht mehr existierende Team Suzuki Ecstar an den Start.

Er wurde 2017 Weltmeister in der Moto3-Klasse und 2020 Weltmeister der MotoGP-Klasse. Damit wurde Mir zum ersten Moto3-Weltmeister, der später auch in der Königsklasse den Titel erringen konnte.

Karriere

Anfangsjahre

Bevor er in die Weltmeisterschaft wechselte, fuhr Mir von 2013 bis 2014 im Red Bull MotoGP Rookies Cup und beendete die 2014er Saison als Zweiter in der Gesamtwertung hinter seinem Landsmann Jorge Martín. 2015 fuhr er in der CEV Moto3 Junioren-Weltmeisterschaft und schloss die Saison mit dem vierten Gesamtrang ab.

Moto3-Klasse

2015 gab Mir sein Debüt beim Großen Preis von Australien auf Phillip Island im Leopard Racing Team von Stefan Kiefer als Ersatzfahrer für Hiroki Ono.

2016 fuhr Joan Mir seine erste vollständige Saison in der Moto3-Klasse mit Leopard Racing an der Seite von Fabio Quartararo und Andrea Locatelli. Sein erstes Podium und sogleich seinen ersten Sieg errang er beim Großen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring[1]. Er schloss die Saison mit dem fünften Gesamtrang und somit als bester Rookie ab.

2017 wechselte sein Team Leopard Racing zurück zu Honda. Nach 14 Rennen errang Mir mit acht ersten Plätzen den Rekord für die meisten Siege pro Saison in der Moto3. Beim Großen Preis von Australien, zwei Rennen vor dem Ende der Saison, gewann er den WM-Titel.

Moto2-Klasse

Zur Saison 2018 wechselte Joan Mir in die Moto2-Klasse. Er wurde bei Estrella Galicia 0,0 Marc VDS Teamkollege von Álex Márquez. Die Saison verlief für einen Neuling in der Klasse erfolgreich, am Ende der Saison wurde er sechster in WM-Wertung und wurde je zweimal Zweiter und Dritter und war damit der erfolgreichste Rookie des Jahres.

MotoGP-Klasse

Team Suzuki Ecstar (2019–2022)

2019 wechselte Mir nach nur einem Jahr in der Moto2-Klasse in die MotoGP-Klasse ins Suzuki-Werksteam Team Suzuki Ecstar. Mit regelmäßigen Platzierungen unter den besten zehn schloss er seine erste Saison in der Königsklasse des Motorradsports auf dem zwölften WM-Rang ab.

Auch 2020 ging Joan Mir, wie im Vorjahr zusammen mit seinem Landsmann Álex Rins, in der MotoGP-Klasse für Suzuki an den Start. Die Saison war geprägt durch die COVID-19-Pandemie, was zu einer außergewöhnlich kurzen Saison mit nur insgesamt 14 Rennen führte. Am 8. November 2020 gelang ihm beim Großen Preis von Europa auf dem Circuit Ricardo Tormo nahe Valencia vor Rins und Pol Espargaró (KTM) sein erster MotoGP-Rennsieg. Beim folgenden Großen Preis von Valencia auf selbiger Strecke gewann er eine Woche später mit nur einem Rennsieg in der gesamten Saison vorzeitig den WM-Titel in der MotoGP-Klasse. Durch diesen Erfolg wurde Mir zum ersten Moto3-Weltmeister, der auch in der MotoGP den Titel errang.

2021 trat Mir erneut mit Rins für Suzuki als amtierender Weltmeister an. Ihm gelangen sechs Podestplätze, aber kein Sieg, was im Gesamtklassement Rang 3 hinter Weltmeister Fabio Quartararo und Vize Francesco Bagnaia. Zusammen mit Rins erreichte das Team Platz 3 in der WM-Wertung.

Für 2022 blieb Mir bei Suzuki. Die Saison verlief wesentlich schlechter als im Jahr zuvor. Dazu kam der im Mai verkündete Ausstieg von Suzuki aus der MotoGP-Klasse mit Ende der Saison 2022.[2] Er schloss die Saison nur auf Rang 15 ohne Podestplatz ab, während Teamkollege Rins mit zwei Siegen aus den letzten drei Rennen noch auf Rang 7 landete. Mir wechselte für die Saison 2023 ins Repsol Honda Team an die Seite von Marc Márquez.[3]

Repsol Honda Team / Honda HRC Castrol (2023–)

Seine erste Saison im Honda-Werksteam verlief für Mir katastrophal. Die Honda RC213V war wenig konkurrenzfähig und Mir hatte Schwierigkeiten die Maschine überhaupt ins Ziel zu bringen. Dazu kamen viele Stürze, die auch Verletzungen nach sich zogen, sodass er zu zwei Rennen nicht antreten konnte und weitere neun nicht beendete. Ihm gelang in Indien sein einziges Top-10-Ergebnis der Saison. Mir beendete die Meisterschaft auf Rang 22 mit 26 Punkten.

Zur Saison 2024 erhielt Mir mit Luca Marini einen neuen Teamkollegen, nachdem Márquez nach elf Jahren Honda in Richtung Gresini-Ducati verlassen hatte. Die Saison verlief ähnlich schlecht wie die vorangegangene – Mir errang sogar weniger Punkte als 2023. In 20 Grands Prix kam er zehnmal nicht ins Ziel. In den Jahren 2023 und 2024 zusammen erreichte Mir bei 40 Grands Prix 15 Mal das Ziel, zudem konnte er sechsmal nicht an den Start gehen.[4]

Für 2025 blieb die Fahrerpaarung gleich. Das Werksteam von Honda firmierte ab der Saison unter dem Namen Honda HRC Castrol. Die RC213V zeigte sich umfassend überarbeitet und erheblich konkurrenzfähiger als in den Jahren zuvor, wovon Mir jedoch kaum profitierte. Waren die Stürze auf der Honda in der Vergangenheit häufig auf eigenes Verschulden zurückzuführen, kam nun noch Pech hinzu, da er öfters unverschuldet durch Kollisionen ausschied. Seinen ersten Podestplatz errang Mir gegen Saisonende beim Großer Preis von Japan mit Rang drei. Es war für ihn der erste Podestplatz nach über vier Jahren (Grand Prix der Algarve 2021) und für das Honda-Team der erste seit zwei Jahren (Großer Preis von Japan 2023).[4]

Statistik

Erfolge

In der Motorrad-Weltmeisterschaft

(Stand: Saisonende 2025)

Saison Klasse Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn.
Runden
Punkte Ergebnis
2015 Moto3 Leopard Racing Honda 1
2016 KTM 18 1 1 1 1 2 144 5.
2017 Honda 18 10 2 1 1 3 341 Weltmeister
2018 Moto2 Estrella Galicia 0,0 Marc VDS Kalex 18 2 2 1 155 6.
2019 MotoGP Team Suzuki Ecstar Suzuki GSX-RR 17 92 12.
2020 14 1 3 3 171 Weltmeister
2021 18 2 4 1 208 3.
2022 16 87 15.
2023 Repsol Honda Team Honda RC213V 15 26 22.
2024 19 21 21.
2025 Honda HRC Castrol 22 2 96 15.
2026
Gesamt 176 12 10 13 2 7 1341 2 WM-Titel
Grand-Prix-Siege
Saison Klasse Rennen
2016 Moto3 Osterreich
2017 Moto3 Katar Argentinien Frankreich Katalonien Deutschland Tschechien Osterreich Aragonien Australien Malaysia
2020 MotoGP Europa
Einzelergebnisse
Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
2015 Katar USA-Texas Argentinien Spanien Frankreich Italien Katalonien Niederlande Deutschland Tschechien Vereinigtes Konigreich San Marino Aragonien Japan Australien Malaysia Valencia
DNF
2016 Katar Argentinien USA-Texas Spanien Frankreich Italien Katalonien Niederlande Deutschland Osterreich Tschechien Vereinigtes Konigreich San Marino Aragonien Japan Australien Malaysia Valencia
12 5 DNF 6 25 7 8 8 DNF 1 8 9 3 5 9 DNF DNF 2
2017 Katar Argentinien USA-Texas Spanien Frankreich Italien Katalonien Niederlande Deutschland Tschechien Osterreich Vereinigtes Konigreich San Marino Aragonien Japan Australien Malaysia Valencia
1 1 8 3 1 7 1 9 1 1 1 5 2 1 17 1 1 2
2018 Katar Argentinien USA-Texas Spanien Frankreich Italien Katalonien Niederlande Deutschland Tschechien Osterreich Vereinigtes Konigreich San Marino Aragonien Thailand Japan Australien Malaysia Valencia
11 7 4 11 3 3 DNF 5 2 DNF 8 C 5 6 DNF 11 2 10 DNF
2019 Katar Argentinien USA-Texas Spanien Frankreich Italien Katalonien Niederlande Deutschland Tschechien Osterreich Vereinigtes Konigreich San Marino Aragonien Thailand Japan Australien Malaysia Valencia
8 DNF 17 DNF 16 12 6 8 7 DNF 8 14 7 8 5 10 7
2020 Katar Spanien Andalusien Tschechien Osterreich Steiermark San Marino Emilia-Romagna Katalonien Frankreich Aragonien Europa Valencia Portugal
C DNF 5 DNF 2 4 3 2 2 11 3 3 1 7 DNF
2021 Katar Katar Portugal Spanien Frankreich Italien Katalonien Deutschland Niederlande Steiermark Osterreich Vereinigtes Konigreich Aragonien San Marino USA-Texas Emilia-Romagna Portugal Valencia
4 7 3 5 DNF 3 4 9 3 2 4 9 3 6 8 DNF 2 4
2022 Katar Indonesien Argentinien USA-Texas Portugal Spanien Frankreich Italien Katalonien Deutschland Niederlande Vereinigtes Konigreich Osterreich San Marino Aragonien Japan Thailand Australien Malaysia Valencia
6 6 4 4 DNF 6 DNF DNF 4 DNF 8 DNF DNF DNS 18 19 6
2023 Portugal Argentinien USA-Texas Spanien Frankreich Italien Deutschland Niederlande Vereinigtes Konigreich Osterreich Katalonien San Marino Indien Japan Indonesien Australien Thailand Malaysia Katar Valencia
11 DNS DNF DNF DNF DNS DNF DNF 17 DNF 5 12 DNF DNF 12 DNF 14 DNS
2024 Katar Portugal USA-Texas Spanien Frankreich Katalonien Italien Niederlande Deutschland Vereinigtes Konigreich Osterreich Aragonien San Marino Emilia-Romagna Indonesien Japan Australien Thailand Malaysia
13 12 DNF 129 DNF 15 DNF DNF 18 DNF 17 14 WD 11 DNF DNF DNF 15 DNF DNF
2025 Thailand Argentinien USA-Texas Katar Spanien Frankreich Vereinigtes Konigreich Aragonien Italien Niederlande Deutschland Tschechien Osterreich Ungarn Katalonien San Marino Japan Indonesien Australien Malaysia Portugal Valencia
DNF9 98 DNF DNF DNF9 DNF9 10 7 11 DNF DNF DNF 6 DNF6 12 DNF 34 DNF5 DNF 3 DNF 13
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8 Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung


Rekorde in der Motorrad-Weltmeisterschaft
  • klassenübergreifend
    • erster Moto3-Weltmeister, der MotoGP-Weltmeister wurde (2020)
Commons: Joan Mir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Motorrad: Spanier Mir feiert in Moto3 in Spielberg ersten GP-Sieg. In: kurier.at. 14. August 2016, abgerufen am 9. Oktober 2016.
  2. Erklärung von Suzuki: So kam es zum MotoGP-Ausstieg
  3. Weltmeister-Doppel bei Honda
  4. a b Joan Mir antwortet Hatern mit MotoGP-Podium: Bin kein Versager!