Tatort: Dunkelheit

Folge 1309 der Reihe Tatort
Titel Dunkelheit
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Sommerhaus Filmproduktion im Auftrag von ARD Degeto und hr
Regie Stefan Schaller
Drehbuch
Produktion
Musik
Kamera Yunus Roy Imer
Schnitt Stefan Blau
Premiere 5. Okt. 2025 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste

Dunkelheit ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1309. Tatort-Episode und wurde am 5. Oktober 2025 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Das Frankfurter Ermittlerduo Azadi und Kulina ermittelt in seinem ersten Fall.

Handlung

Die Frankfurter Kommissare Hamza Kulina und Maryam Azadi stoßen in den Archiven alter Polizeifälle auf ungeklärte Morde und entdecken Verbindungen zu einem früheren Serienmörder, der ein scheinbar normales Leben führte. Ausgehend von einem Leichenfund in der Garage eines Verstorbenen, der rechtsmedizinischen Begutachtung der Leichenteile und der Spurensicherung im Haus des verstorbenen Täters, werden aus Akten von nie aufgeklärten Morden alte Fälle recherchiert, die dieselbe Vorgehensweise aufwiesen, sodass schließlich die Mordserie rekonstruiert werden kann. Dabei arbeiten die Polizisten unter Zeitdruck, denn sie wollen verhindern, dass ein möglicher Komplize bei einem dieser Fälle, falls er heute noch flüchtig wäre, aufgrund der Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei gewarnt wird. Außerdem wollen sie die Angehörigen der Opfer informieren, bevor sie von dem Täter aus den Medien erfahren würden. Das gelingt ihnen. Letztlich muss aber offen bleiben, ob es einen weiteren Täter bei einer atypisch verlaufenen Tat gegeben hat und ob diese auch dem Täter zuzurechnen wäre, denn die einzige Zeugin ist mittlerweile dement geworden, und ein Fingerabdruck kann nicht mehr zugeordnet werden.

Bei Hamza Kulina löst die Beschäftigung mit den vielen verschwundenen Opfern ein Flashback aus, das ihn zu seinen Erlebnissen als Kind in Srebrenica während des Bürgerkriegs in Bosnien-Herzegowina zurückführt und das bei ihm zu einer akuten psychischen Krise führt. Auch mehrere Angehörige und Zeugen leiden unter Flashbacks, oder sie sind an Demenz erkrankt.

Ein zweiter Handlungsstrang beschreibt die Intrige der Vorgesetzten Sandra Schatz gegen ihre Mitarbeiterin Azadi. Sie hat den neuen Kollegen Kulina in dieselbe Abteilung platziert, um interne Ermittlungen gegen Azadi zu führen, weil sich Schatz mehrmals bei Bewerbungen nicht gegen sie durchsetzen konnte. Kulina soll Material sammeln, das Schatz gegen Azadi verwenden kann, um sich an ihr zu rächen. Bereits die Versetzung Azadis „in den Keller“ in die Abteilung für Altfälle war eine erste Revanche für die früheren Niederlagen. Da er nichts findet, sondern Azadi sogar als eine höchst kompetente Kollegin lobt, kündigt Schatz schließlich an, gegen Kulina ein Disziplinarverfahren wegen eines früheren Vorfalls im Dienst einzuleiten, wie sie es ihm bereits angedroht hatte.

Hintergrund

Die Handlung rund um diesen Main-Ripper genannten Serienmörder greift Elemente des Falls des auch Hessen-Ripper genannten Serienmörders Manfred Seel auf: Der Name wurde von Seel zu Zeller geändert, dessen Hobby von Musizieren zu Modelleisenbahnen, dessen Spitzname und Lieblingsurlaubsziel von Alaska zu Madeira. Die Folge beginnt mit der Information, dass sie auf wahren Begebenheiten basiert, und wie im Fall Seel beginnt alles damit, dass nach dessen Tod die Tochter beim Auflösen seiner Garage Fässer mit Leichenteilen findet. Bei den dargestellten Opfern gibt es klare Übereinstimmungen mit Opfern Seels, wie etwa Gudrun Ebel, Pia Isabel Heym und Britta Simone Diallo, sowie auch Tristan Brübach, dessen Ermordung zeitweise ebenfalls Seel zugeschrieben wurde.

Der Film wurde vom 15. Oktober 2024 bis zum 13. November 2024 an 22 Drehtagen in Frankfurt am Main gedreht.[1] Die Premiere erfolgte am 24. August 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.[2]

Drehorte

Wohnhaus und Garage des Serienmörders befinden sich in der Straße Im Steinbügel im Frankfurter Stadtteil Berkersheim. Die Pathologie wurde im Sana Klinikum Offenbach nachgebaut. Der Keller mit dem Büro der Ermittler liegt im Hause des alten Fernmeldeamts 2 am Danziger Platz. Pate für das „Cafe Tuzla“ stand das Cafe Vatan in der Münchener Straße 10, der Friseursalon befindet sich in der Allerheiligenstraße.[3]

Rezeption

Kritiken

„Die Traumata-Ballung in der ‚Dunkelheit‘ betitelten Auftaktfolge von Azadi und Kulina droht der Geschichte zwischenzeitlich alle Helltöne und sämtlichen Sauerstoff zu entziehen. Trotzdem will man mehr von diesem Team sehen.“

Christian Buß: Der Spiegel[4]

„Der ‚Tatort‘ aus Frankfurt stellt sich neu auf und beeindruckt in der Premieren-Episode ‚Dunkelheit‘ (HR, Degeto – Sommerhaus Filmproduktion) mit einer herausragenden Besetzung und einem spannenden, hochemotionalen Serienmord-Krimi. Melika Foroutan und Edin Hasanović spielen in dem Reihenkonzept von Stefan Hafner und Thomas Weingartner ein Zwei-Personen-Team, das sich mit Altfällen beschäftigt. (Anm.: Der Autor vergibt fünf von sechs möglichen Punkten.)“

Thomas Gehringer: Tittelbach.tv[5]

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Dunkelheit am 5. Oktober 2025 wurde in Deutschland von 8,83 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 33,7 % für Das Erste.[6]

Auszeichnungen

Der Film wurde für den Rheingold Publikumspreis 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert.[2]

Einzelnachweise

  1. Tatort: Dunkelheit bei crew united, abgerufen am 27. Juli 2025.
  2. a b Dunkelheit (Tatort). In: Filme. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein gGmbH, Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025: „Nominiert für den Rheingold Publikumspreis 2025“
  3. Das sind die Drehorte des neuen Frankfurt-Tatort "Dunkelheit". hessenschau.de, 5. Oktober 2025, abgerufen am 25. November 2025.
  4. Christian Buß: Neues Team beim Frankfurt-»Tatort«. Die Akten und die Toten. In: Kultur. Der Spiegel, 3. Oktober 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025: „Bewertung: 7 von 10 Punkten“
  5. Thomas Gehringer: Tatort – Dunkelheit. Foroutan, Hasanovic, Schaller. Superbe Darsteller und emotionale Wucht im neuen Frankfurter „Cold Case“-Team. In: Tittelbach.tv. 29. September 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  6. Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 5. Oktober 2025. Quotenmeter.de, 6. Oktober 2025, abgerufen am 6. Oktober 2025.