Sulzfluh-Gruppe

Sulzfluh-Gruppe

Sulzfluh-Gruppe

Höchster Gipfel Sulzfluh (2818 m ü. A.)
Lage Österreich
  • Vorarlberg
    • Bezirk Bludenz
      • Tschagguns

Schweiz

  • Kanton Graubünden
    • Prättigau/Davos
      • Luzein
      • Schiers
Teil des Rätikons
Einteilung nach SOIUSA: A.2.a
Koordinaten 47° 0′ 45″ N, 9° 50′ 22″ O
Fläche 32 km²
p1

Die Sulzfluh-Gruppe ist eine Untergruppe des Rätikons nach der Alpengliederung der SOIUSA und auch entsprechend den Alpenvereinsführern. Der höchste Berg ist die namensgebende Sulzfluh.

Einordnung nach SOIUSA

Nach der Einteilung der SOIUSA gehört der Rätikon zu den Zentralen Ostalpen.

Einordnung nach SOIUSA
Teil II Ostalpen
Sektor II/A Zentrale Ostalpen
Abschnitt 15 Westliche Rätische Alpen
Unterabschnitt 15.VIII Rätikon
Gruppe A.2 Sulzfluh-Drusenfluh-Gruppe
Untergruppe A.2.a Sulzfluh-Gruppe

Lage und Umgrenzung

Die Sulzfluh-Gruppe liegt im österreichischen Bundesland Vorarlberg und im schweizerischen Kanton Graubünden, die Nordseite gehört zum Montafon, Gemeinde Tschagguns, die Südseite zum Prättigau, Gemeinden Luzein und Schiers. Im Westen liegt das Gauertal, im Osten das Gamperdelstal, im Süden auf der Schweizer Seite das Partnun.[1]

Die Umgrenzung der Sulzfluh-Gruppe verläuft von Norden im Uhrzeigersinn entlang der Linie Ill – Gamperdelsbach – Tilisunabach – Plasseggenpass – Tällibach – Schanielabach – Carschineralpbach – Carschina Furgga – Falzipbach – Drusentor – Obere Sporaalpe – Sporabach – Rasafeibach – Ill.[2][1]

Umliegende Berggruppen

Die Sulzfluh-Gruppe bildet einen Teil des Rätikon Hauptkamms und einen nördlichen Seitenkamm. Das Drusentor ist die Verbindung zur Drusenfluh-Gruppe, der Plasseggenpass zur Gweil-Sarotla-Kamm. Das Gauertal ist die Trennung zu Berggruppe Golmer und Zerneuer Grat. An der Carschina Furgga ist der Übergang zur Berggruppe Schafberg-Gruppe und Kreuz.[2][1]

Umliegende Berggruppen
Golmer und Zerneuer Grat
Drusenfluh-Gruppe Gweil-Sarotla-Kette
Schafberg-Gruppe und Kreuz

Berge

Am Rätikon Hauptkamm liegen zwei mächtige Felsmassive, einerseits die Sulzfluh (2818 m), andererseits die Weißplatte (2630 m) und die Scheienfluh (2627 m). Zwischen diesen Felsmassiven liegen drei Sättel mit Wanderwegen, das Grüne Fürkele (2319 m), das Tilisuna Fürkele (2230 m) und der Grubenpass (2241 m).[1]

Der nördliche Seitenkamm besteht aus der Verspala (2443 m), dem Tilisuna Schwarzhorn (2460 m) und der Tschaggunser Mittagspitze (2168 m).

Das Tilisuna Seehorn (2342 m) liegt zwischen dem Tilisunasee und der Tilisunaalpe, östlich des Seitenkamms.[2][1]

Höhlen

Eine Besonderheit hier sind die Sulzfluhhöhlen, Die Apollohöhle und die Obere Seehöhle hängen zusammen und haben über 3 km Ganglänge. Das Weißplattenhöhlensystem ist mit einer Länge von 3135 m und einer Tiefe von 516 m die tiefste und zweitlängste Höhle Vorarlbergs. Hier lebten vor über 50.000 Jahren, in der letzten Eiszeit, mindestens drei verschiedene Arten von Höhlenbären.[3] Bei Grabungen in einer Höhle wurde ein aus rotem Hornstein verfertigtes Steingerät mit einem Alter von 80.000 und 120.000 Jahren gefunden. Dies beweist, dass damals mindestens einmal ein Mensch 150 m tief in dieser Höhle war.[4] Damals lebten in Europa nur Neanderthaler.[5]

Gewässer

In den verkarsteten Zonen versickern manche kleinen Bäche im Boden. Der Sporatobelbach beispielsweise versickert im Bereich der Oberen Sporaalpe. Der Sporabach entspring oberhalb der Unteren Sporaalpe und mündet unterhalb der Unteren Latschätzalpe von links in den Rasafeibach. Der Rasafeibach, im Oberlauf Tramosabach, entspringt nördlich der Sulzfluh und fließt durch das Gauertal nordwärts. Der Seebach entspringt nördlich des Grünen Fürkele und des Tilisuna Fürkele, durchströmt den Tilisunasee und mündet von links in den Tilisunabach, der danach Gamperdelsbach heißt. Kurz nach dem Zusammenfluss liegt der Speicher Fischkalter, ein Stausee für das Kraftwerk Oberstufe Gamperdels.

Drei Bergseen sind beliebte Ziele für Wanderer:

  • Tilisunasee
  • Partnunsee
  • Tobelsee südwestlich der Tschaggunser Mittagspitze

Tourismus

In diesem Gebiet kann man wandern, bergsteigen, klettern, mountainbiken und Skitouren gehen. Die Güterwege sind nur für Berechtigte befahrbar. Seilbahnen und Schigebiete gibt es hier nicht. Im Sommer sind neben den Schutzhütten einige Alpen bewirtschaftet.

Schutzhütten

Die Schutzhütten in diesem Gebiet ermöglichen mehrtägige Wanderungen von Hütte zu Hütte:

Naturschutz

Das Großraumbiotop Tilisuna ist biologisch und geologisch schutzwürdig. Hier sind komplexe geologische Strukturen im Kontaktbereich der Arosa-Schuppenzone (Unterostalpin) und dem Silikat. Der harte Sulzfluhkalk ist stark verkarstet. Rund um den Tilisunasee sind viele Tümpel und Moorgebiete. In den unterschiedlichen alpinen Lebensräumen leben unter anderem folgende Tiere:

Einzelnachweise

  1. a b c d e Karten der Schweiz. Abgerufen am 30. September 2025.
  2. a b c Gewässer. In: Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. September 2025.
  3. Tilisuna. In: Inventar Weißzone. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. September 2025.
  4. Landschaft und Höhlen in der Sulzfluh. In: lochstein.de. Abgerufen am 30. September 2025.
  5. Die Neandertaler. Max-Planck-Gesellschaft, abgerufen am 30. September 2025.
  6. Großraumbiotop Tilisuna. Land Vorarlberg, abgerufen am 30. September 2025.