Schlacht von Medellín
| Schlacht von Medellin | |||||||||||||||||
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| Teil von: Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel | |||||||||||||||||
Schlachtplan der Schlacht bei Medellin | |||||||||||||||||
| Datum | 28. März 1809 | ||||||||||||||||
| Ort | Medellin, Estremadura 38° 56′ 30″ N, 5° 55′ 30″ W | ||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg der Franzosen | ||||||||||||||||
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| Zahlreiche Bauern hatten nur bunte Bänder was von den Franzosen nicht als Uniform akzeptiert wurde. Gefangen wurden diese als Briganten erschossen. | |||||||||||||||||
Bailén – Roliça – Vimeiro – Saragossa (1808) – Burgos (Gamonal) – Medina de Rio Seco – Espinosa – Tudela – Somosierra – Molins de Rei –
Saragossa (1809) – La Coruña – Torres Vedras – Valls – Braga – Medellín – Oporto – María – Talavera – Ocaña – Gerona –
Ciudad Rodrigo (1810) – Buçaco –
Gévora – Barrosa – Badajoz (1811) – Fuentes de Oñoro – La Albuera – Tarragona (1811) – El Bodon – Sagunt (Murviedro) – Arroyo de Molinos
Ciudad Rodrigo (1812) – Badajoz (1812) – Majadahonda – Salamanca – García Hernández – Venta del Pozo –
Pamplona (1813) – Vitoria – Sorauren – San Sebastián – Bidassoa – Pyrenäen
Die Schlacht von Medellin vom 28. März 1809 war eine katastrophale Niederlage einer spanischen Armee gegen eine Französische. Trotz der Niederlage gelang es den Spanier binnen kurzer Zeit ihre Ränge wieder aufzufüllen und den Kampf gegen die Franzosen fortzusetzen.
Prolog
Während des französischen Feldzuges in Spanien konnte Napoleon die dortige englische Armee unter Sir John Moore vertreiben. Marschall Soult konnte die Armee in der Schlacht bei La Coruña zwar nicht vernichten, aber die Engländer mussten Spanien verlassen und der General Moore wurde bei Coruña getötet. Anschließend planten die Franzosen die Eroberung von Portugal. Dazu wurden drei französische Armeekorps gebildet. Eines unter Marschall Soult in Galicien, ein zweites unter General Lapisse in Salamanca und ein drittes unter dem Marschall Victor an den Ufern des Tejo.
An den Ufern der Tejo stand der General Cuesta. Er hatte die Aufgabe, aus den Resten der Armee Galluzo sowie neu geworbenen Rekruten eine Armee zu schaffen. Die Spanier war aber nach schweren Niederlagen ihrer Armee bei Burgos und dem Abzug der Engländer deprimiert. Zum Glück für die Portugiesen machte sich aber Napoleon mit 15.000 Mann auf den Weg nach Deutschland, um für den dort drohenden Krieg gerüstet zu sein. Dieses schwächte und verzögerte nun die französischen Angriffsbemühungen. Anfang März begann Marschall Soult von Galicien aus, mit dem Vormarsch auf Oporto. Marschall Victor nahm sein Hauptquartier in Almaraz, wo er die Wiederherstellung der Brücke über den Tejo überwachte. Die spanische Armee stand an gegenüberliegenden Ufer am Zusammenfluss Tejo und Ibor. Am 14. März war der Übergang hergestellt und am 15. überschritten französische Einheiten bei Talavera la vieja und Arzobispo den Tejo, um die Spanier in die Flanke fassen zu können.
Bewegungen der Armeen
Der General Leval führte am 17. den ersten Angriff. Die Deutsche Division[3][4] von ca. 3000 Mann führte keine Artillerie mit und griff nur mit dem Bajonett die Spanier an. Diese waren ca. 8000 Mann und waren mit 8 Kanonen auf einem Hügel bei dem Dorf Mesas de Ibor verschanzt und wurden vertrieben. Am 18. wurden die Spanier auch aus Valdecañas bis zum Col de la Mira vete vertrieben. Am 19. setzte das französische Korps über und machte sich am 20. auf dem Marsch nach Trujillo. Dort kam er zwischen der Vorhut dem 5. Jägerregiment zu Pferd und den königlich spanischen Karabiners der spanischen Nachhut zu einem heftigen Gefecht mit Verlusten für beide Seiten.
Eine Stunde vor Sonnenaufgang am 21. verließen die Spanier ihre Stellung, verfolgt vom 10. Jägerregiment. Zwei Stunden vor Sonnenuntergang traf es auf die spanische Nachhut; der Kommandeur ließ angreifen. Die Spanier waren mit dem Gelände aber besser vertraut und hatte Verstärkung erhalten. Binnen 10 Minuten fielen 150 französische Chasseurs nahe des Dorfes Miajades. Der General Lasalle schickte noch ein Husarenregiment zur Verstärkung, aber diese sahen nur noch die Staubwolke der Spanier. Am 22. ging das spanische Korps über den Guadiana; die Franzosen lagerten in der Umgebung von Miajades und San Pedro. Am 23. war auch die französische Artillerie angekommen.
Vorbereitungen zur Schlacht
Der General Cuesta wartete bereits seit Tagen auf die Franzosen. Er plante diese in der Ebene vor der Stadt Medellin zu stellen. Auch hatte er die Umgebung erkunden lassen; die Ebene konnte nur über eine lange schmale Brücke über den Guadiana erreicht werden. Die Ebene war baumlos und erlaubte nur wenig Deckung. Außerdem wurden zwei Anhöhen zwischen den Dörfern Don Benito und Mengabril besetzt. Die Truppen wurden in Schlachtordnung aufgestellt und bildeten einen Halbkreis.
Um 11 Uhr erreichten die Franzosen das Schlachtfeld. Sie sammelten sich in einer Vertiefung. Die leichte Reiterdivision des General Lasalle marschierte am linken Flügel auf, in der Mitte befand sich die deutsche Infanteriedivision und auf dem rechten Flügel die Dragonerdivision des Generals Latour-Maubourg, die Divisionen Villate und Ruffin blieben als Reserve. Die drei Divisionen des ersten französischen Treffens mussten einige Einheiten zur Sicherung des Rückraumes zurücklassen und waren noch ca. 7000 Mann stark. Ihnen standen ca. 34.000 Spanier gegenüber, die Angesichts ihrer Vorteile wieder siegesgewiss waren. Cuesta's Plan war die Franzosen an den Flanke zu umfassen und einzuschließen, das erkannte auch Victor und war entsprechend vorbereitet. Cuesta's Plan sah auch keine weiteren Reserven vor, was sich als fatal erweisen sollte.
Die Schlacht
Die Deutsche Division eröffnete den Angriff, das 2. und 4. Dragonerregiment unternahmen bald darauf eine Attacke gegen die Infanterie wurden aber mit Verlust zurückgeschlagen und zog sich zurück. Die Deutsche Division war ihrer Unterstützung beraubt und bildete Karrees gegen die angreifenden Spanier. Marschall Victor schickte nun zwei Regimenter der Division Villate und die Angreifer wurden unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Währenddessen versuchte die spanische Kavallerie, den französischen rechten Flügel zu überwinden. Nach dem vergeblichen Versuch stürmte sie gegen den französischen linken Flügel. Zwei Stunden lang wichen dieser zurück, alle 50 Schritt machte man Halt und Front gegen den Feind. Als die spanische Kavallerie auf Schussweite herankam, stürmte ihre Lanzenreiter gegen die davor postierten französischen Husaren vor. Diese wichen zurück, machten aber dann auf der halben Strecke zu ihren Linien einen Schwenk und stürmten nun gegen die Spanier. Die Lanzenreiter flohen auf die eigenen Linien zurück und brachte die ihnen nachfolgende Kavallerie in Unordnung, was die französischen Husaren nutzten und viele töteten. Die restlichen flohen zu den eigenen Reihen.
Die französischen Dragoner sahen das Durcheinander und griffen die spanischen Stellungen in der Mitte an. Sie wurden dabei von zwei Regimenter der Division Villate unterstützt, die den rechten Flügel angriffen und einen der Hügel eroberten. Die Spanier gerieten in Panik und flohen vom Schlachtfeld. Die gesamte französische Kavallerie setzte sich nun in Bewegung und verfolgte die Fliehenden. Pardon wurde nicht gegeben. Cuesta hatte auch keine Reserven, mit denen er die Lücken wieder stopfen konnte.
Folgen
Die Franzosen hatten in der Schlacht ca. 1000 Mann verloren. Die Spanier verloren 8.000 Mann und 19 Kanonen ferner gingen 7 bis 8.000 Mann in Gefangenschaft, von denen die meisten aber später fliehen konnten. Cuesta musste verwundet fliehen und hatte die Hälfte seiner Armee verloren.[5]
Obwohl die erneute Niederlage für viel Bestürzung sorgte, wollte die spanische Regierung keine Zweifel an den Truppen aufkommen lassen. Für den tapferen Kampf wurde der General Cuesta zum Generalkapitän befördert, auch zahlreiche Offiziere erhielten eine Beförderung, jedes Bataillon das an der Schlacht teilgenommen hatte, erhielt einen Monatssold als Belohnung. Die Maßnahme zeigte schnell Erfolg. Schon bald war die Armee wieder auf 45.000 Mann Infanterie und 4000 Mann Kavallerie in der Estremadura angewachsen. Bereits am 12. April konnte man die Gebirgspässe wieder besetzen.
Literatur
- Hanns Eggert Willibald von der Lühe, Militair-Conversations-Lexikon, Band 5, S. 284ff
- John T. Jones, Darstellung der Kriegsbegebenheiten in Spanien und Portugal und in Südfrankreich vom I 1808 bis 1814 von John T Jones Oberstlieutenant des königl Großbritannischen Ingenieurcorps, S. 63ff
- Rocca, Denkwürdigkeiten über den Feldzug der Franzosen in Spanien von dem französischen Husarenlieutenant und Ritter der Ehrenlegion von Rocca, S. 88ff
- Georg Muhl, Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Freiherrn Conrad Rudolph von Schäffer, 1840, S. 184ff
- Gaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618–1905), S. 395
Einzelnachweise
- ↑ Nach Bodart
- ↑ Nach Bodart
- ↑ Unter Oberst Heinrich von Porbeck Vgl.:H. Feill, Geschichte des Infanterie-Regiments Markgraf Ludwig Wilhelm, S. 16
- ↑ Friedrich von Weech, Badische Truppen in Spanien 1810–1813, S. 3ff
- ↑ Die Angaben schwanken in der Literatur stark, so berichte Schäffer gemäß Muhl von 20.000 toten Spaniern, Lühe von 4000 Toten Franzosen