Deutsche Division (Rheinbund)

Deutsche Division (Rheinbund)
Division


Badische/Nassauische/Frankfurter Uniformen um 1809
Aktiv 1808 bis 12. Dezember 1813
Staat Rheinbund
Streitkräfte Grande Armée in Spanien
Standort Spanien

Im Jahr 1806 forderte der französische Kaiser Napoleon von den deutschen Staaten am Rhein, eine Konföderation deutscher Staaten, den Rheinbund, zu bilden und zugleich aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches auszutreten. Durch den im selben Jahr geschlossenen Vertrag, die Rheinbundakte, wurde die Militärallianz mit dem französischen Kaiserreich geschlossen. Napoleon schuf für sich in diesem Gebilde die Rolle eines „Bundesprotektors“, im politischen Wortsinn eines „Beschützers“, faktisch jedoch eines Hegemonen oder einer Schutzmacht.

Im Jahr 1808 forderte der Kaiser der Franzosen dann Verstärkung der Truppen in Spanien an. Auch Großherzog Karl Friedrich von Baden und andere mussten nun Truppen stellen. Unter dem Oberst Heinrich von Porbeck sammelten sich folgende badische Einheiten: Das 2. Bataillon des Linien-Infanterie-Regiments Nr. 3 (Harrant) und 1. Bataillon des Linien-Infanterie-Regiments Nr. 4 (Vakant) insgesamt 1733 Mann. Dazu kam die 3. Kompanie des Artilleriebataillons unter Hauptmann von Lasollaye. Die Einheit bestand aus 205 Mann und 8 Geschützen.

Am 24. August ging man bei Straßburg über den Rhein und marschierte durch Südfrankreich bis nach Orléans. Am 15. September erreichte man die Stadt. Die Einheit wurde dem IV. Armeekorps des Marschalls Lefebvre zugeteilt. Der ordnete es der Deutsch-Holländischen Division des Generals Laval zu. Er bildete die 1. Division aus dem Badischen und dem Nassauischen Regiment,[1] die 2. Division unter General Chassee bestand aus dem holländischen 2. Bataillon des Linien-Infanterie-Regiments Nr. 4 und dem 3. Husaren-Regiment (Vier Eskadron) sowie einer Batterie-Artillerie (ca. 2.200 Mann), die 3. Division bestand aus Hessen-Darmstädtern und Frankfurtern sowie einem Bataillon der Pariser Garde unter General Grandjean. Die Division hatte zu Beginn zwei Depots, eines für die Infanterie bei Saint-Denis und eines für die Kavallerie bei Versailles.

Am 18. September ging die Truppen Richtung Spanien ab.

Spanien

Am 13. Oktober überschritt das Bataillon die französisch-spanische Grenze und erreichten die Stadt Irun. Am 24. und 25. Oktober kam es bei Zornosa zu ersten Gefechten, denen am 31. Oktober die Schlacht bei Zornosa folgte. Im Dezember 1808 erreichten die Truppen Madrid, am 10. Dezember folgte eine Heerschau von Kaiser Napoleon.

Kämpfe in Spanien

Am 13. Januar 1809 verließ das Bataillon Madrid. Es kam nach Talavera de la Reina in Garnison und nahm an mehreren Gefechten in der Umgebung teil. Es kam in das I. Armeekorps unter Marschall Victor. Am 28. März kämpfte es in der Schlacht von Medellín. Anfang Juni erreichten sie Oropesa, dort wurde das Bataillon mit 600 Mann unter Major Ludwig Brückner ergänzt. Am 28. Juli 1809 kämpfte es bei Talavera, wobei Oberst Heinrich von Porbeck fiel. Am 11. August kam es zur Schlacht bei Almonacid, wo es sich wieder auszeichnete. Anschließend wurde das Bataillon zur Bekämpfung der Guerilla eingesetzt. Im November 1809 kämpfte es wieder in der Schlacht bei Ocaña. Nach der Schlacht erhielt die Truppe den Auftrag, die spanischen Gefangenen nach Frankreich zu führen. In Bayonne wurden diese von französischen Gensdarmen übernommen. Ebenfalls in Bayonne erreichte der neue badische Kommandeur General Karl von Neuenstein die Truppen.

Von 1810 bis 1813 war die Division mit Sicherungsdiensten beauftragt. Die Guerillabekämpfung forderte viele Opfer bei den oft weit verstreuten Einheiten. Aber am 9. Juli 1810 wurde das Königreich Holland in das Französische Kaiserreich integriert und die holländischen Soldaten und Offizieren kamen in das 123. französische Linien-Regiment, die Husaren kehrten bereits im Februar 1810 in die Heimat zurück. Die Truppen waren verteilt und an verschiedenen Gefechten beteiligt. So standen z. B. die naussauischen Truppen in folgenden Gefechten: Tiana (12. August 1811), Moncada (21. September 1811), Mataro (12. November 1811), Altafulla (23. Januar 1812), Granollers (6. Mai 1812), St.Vincent (20. Mai 1812), Brücke von Molinos del Rey (30. Mai 1812), Mont Serrat (27. Juli 1812), St.Celoni (4. August 1812), Mataro und Palleja (6. September 1812), Mataro (20. Dezember 1812), La Bisbal (18. Mai 1813). Währenddessen kam das Bataillon Frankfurt 1810 nach Segovia, wo es bis Frühjahr 1813 blieb. Es wurde unterstützt durch ein Regiment Hessen,[2] das nach Badajoz verlegt und dort bei der Erstürmung der Festung vernichtet wurde.[3]

Im Juni 1813 landeten britische Truppen in Katalonien und die Franzosen sammelten ihre zerstreuten Truppen. Am 21. Juni 1813 kämpfte es dann in der Schlacht bei Vitoria. Nach ihrem Sieg begannen die britischen Soldaten aber den französischen Treck zu plündern, das gab den Franzosen genügend Zeit sich zurückzuziehen. Die deutschen Truppen wurden kämpfend bis nach Bayonne zurückgezogen.

Das Ende

Nach der Niederlage von Napoleon in der Schlacht bei Leipzig beschloss auch Baden, die Seiten zu wechseln und sich auf die Seite der Alliierten zu schlagen. Am 4. November erhielt der nassauische Oberst Kruse den Auftrag, sich auf Kommando unauffällig zu entfernen, der Kurier war seinerzeit der spätere General Preen. Die Frankfurter schlossen sich den Naussauern an, während die badischen Truppen noch abwarteten. Am 10. Dezember befahl der Marschall Soult einen Angriff auf die Truppen Wellingtons, dieses nutzen viele Deutsche die Seiten zu wechseln.

Daraufhin wurde alle verblieben Mitglieder der Deutschen Brigade am 12. Dezember 1813 entwaffnet und interniert. Ernst nach dem Pariser Frieden (31. Mai 1814) wurden sie in die Heimat entlassen.

Anzahl

Anfang 1813 standen folgende Truppen in Spanien:[4]

  • Nassau: 94 Offiziere / 3316 Mannschaften
  • Baden: 21/717
  • Frankfurt: 12/348

Literatur

Einzelnachweise

  1. Theodor Schliephake, Geschichte von Nassau von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, Band 7, S.683ff
  2. GrHzgl. Hessisches Regiment "Groß- und Erbprinz" später Infanterie-Regiment „Prinz Carl“ (4. Großherzoglich Hessisches) Nr. 118
  3. Guillaume Bernays, Schicksale des grossherzogthums Frankfurt und seiner Truppen, S.149
  4. Geschichte der Fremdtruppen im Dienste Frankreichs, S.404