Gefecht bei Arroyo de Molinos
| Gefecht bei Arroyo de Molinos | |||||||||||||||||
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| Teil von: Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel | |||||||||||||||||
| Datum | 28. Oktober 1811 | ||||||||||||||||
| Ort | Arroyo de Molinos | ||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg der anglo-spanischen Truppen | ||||||||||||||||
| Folgen | Vernichtung der Division Girard | ||||||||||||||||
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| Noch 50 Jahre später ist die Niederlage so bekannt, dass sie im Buch von Baumann als abschreckendes Beispiel aufgeführt wird. | |||||||||||||||||
Bailén – Roliça – Vimeiro – Saragossa (1808) – Burgos (Gamonal) – Medina de Rio Seco – Espinosa – Tudela – Somosierra – Molins de Rei –
Saragossa (1809) – La Coruña – Torres Vedras – Valls – Braga – Medellín – Oporto – María – Talavera – Ocaña – Gerona –
Ciudad Rodrigo (1810) – Buçaco –
Gévora – Barrosa – Badajoz (1811) – Fuentes de Oñoro – La Albuera – Tarragona (1811) – El Bodon – Sagunt (Murviedro) – Arroyo de Molinos
Ciudad Rodrigo (1812) – Badajoz (1812) – Majadahonda – Salamanca – García Hernández – Venta del Pozo –
Pamplona (1813) – Vitoria – Sorauren – San Sebastián – Bidassoa – Pyrenäen
Das Gefecht bei Arroyo de Molinos ereignete sich am 28. Oktober 1811 bei Arroyo de Molinos. Es war Teil des seit 1808 anhaltendes Krieges in Spanien, bei dem die Franzosen versuchten das Land zu erobern, während Spanier und Portugiesen mit Hilfe der Briten dieses abwehren wollten. Das Gefecht wurde durch schwere taktische Fehler des Generals Girard bekannt.
Lage
1811 versuchte eine französische Armee unter Marschall Soult vergeblich, Portugal zu erobern. Im Oktober des Jahres stand eine Division von 3000 Mann unter General Girard bei Caceres. Der britische Oberkommandierende Wellington befahl seinem General Hill, die dortigen Truppen zu vertreiben. Wellington bereitete die Belagerung von Ciudad Rodrigo vor und wollte mögliche Störungen vermeiden.
Hill setzte sich in Bewegung und auch General Girard erfuhr davon. Am 23. Oktober kam er nach Albuquerque, am 25. nach Aliciba.
Daher verließ Girard am 26. Oktober Caceres. General Hill vermutete, dass Girard sich nach Merida zurückziehen werde, um dort das Korps Drouet zu erreichen. Daher beschloss Hill, die abziehenden Truppen anzugreifen bevor sie ihr Ziel erreichten. Hill wollte die Straße nach Arroyo de Molinos vermeiden, um nicht aufzufallen. Daher mussten seine Truppen bei schlechtestem Wetter mit Regen und Sturm auf verlassenen Feldwegen bis nach Alcuéscar knapp 1 km vor Arroyo de Molinos. Hier bereiteten sich die Truppen auf den Angriff vor, es durfte weder Feuer noch Lärm gemacht werden.
Das Gefecht
General Girard und seine Offiziere waren so überzeugt, dass Hill über die Straße kommen würde, dass sie in der Umgebung nicht einmal Feldwachen aufgestellt hatten. Der Ort Arroyo de Molinos liegt auf einer Ebene, die hufeisenförmig von einem Bergrücken umgeben ist. Von hier führen alle Wege in den Ort. Hill ließ den Bergrücken besetzen und verlegte auch Truppen, um dem Feind den Rückzug abzuschneiden. Das schlechte Wetter begünstigte das weitere Vorgehen. Um zwei Uhr nachts begannen drei Kolonnen, gegen den Ort zu marschieren. Als diese ihn um vier Uhr erreichten, waren die Franzosen noch völlig unvorbereitet im Aufbruch begriffen. Nachdem der Angriff begann, versuchten die Franzosen noch Widerstand zu leisten. Die französische Reiterei floh und die Infanterie begann, Karrees zu formen. General Girard wurde verwundet; es gelang ihm aber, die Infanterie bis zur Straße zu führen. Die Artillerie forderte eine hohe Opferzahl unter den dicht gedrängten Franzosen. Eine Aufforderung zur Kapitulation wurde abgelehnt, statt dessen befahl der General die Flucht in die Berge.
Verfolgt von den Briten und Spaniern flohen die Franzosen. Viele wurden niedergemacht, aber 600 konnten entkommen. Unter den Entkommenen waren General Girard, General Dombrowski und General Briche. Die Fliehenden mussten die rauhe Sierra de Guadalupe durchqueren und bei Merida die Guadiana überschreiten. Sie erreichten am 9. November General Drouet. Die Verluste waren groß. Es waren 900 Mann getötet oder verwundet, 1500 gefangen und 3 Kanonen gingen verloren. Auf alliierter Seite waren es nur 7 Tote und 64 Verwundete. Dass Hills Vormarsch gelingen konnte, lag zum einen daran, dass alle Anwohner der Gegend auf Seiten der Alliierten standen und keine Information über die Truppen an die Franzosen gelangte. Aber zum anderen an dem schweren Fehler des Generals Girard, nur die Straße nach Caceres bewachen zu lassen und die Umgebung nicht durch Feldwachen und Patrouillen gesichert zu haben.
Marschall Soult ließ Girard verhaften, dieser wurde aber von Napoleon nicht weiter bestraft und ging 1813 in der Schlacht bei Hagelberg in Gefangenschaft. Hill wurde für den erfolgreichen Angriff mit dem Bathorden ausgezeichnet.
Beteiligte
- Friedrich August Philipp von dem Bussche war Kommandeur des 2. Husaren-Regiments der King’s German Legion
- Prosper Ludwig von Arenberg kämpfte als Kommandeur des 27. Regiment der Jäger zu Pferde (Chevau-Légers d’Arenberg), geriet schwer verletzt in britische Gefangenschaft
Literatur
- Bernhard von Baumann, Der Feldwach-Commandant: eine Anleitung für die Ausübung des Feldwachdienstes, S. 140f
- Leben und Feldzüge des Herzogs von Wellington, Band 4, S. 316ff
- Der königlich hannoversche Generalleutnant August Friedrich Freiherr v. d. Busche-Ippenburg, S. 146f
- Gaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618–1905), S. 428