Schach-Europameisterschaft 2019
Die Schach-Europameisterschaft 2019 (offiziell European Individual Chess Championship 2019) war die 20. Austragung einer Schach-Europameisterschaft und fand vom 18. bis 29. März 2019 im nordmazedonischen Skopje statt. Das Turnier nach Schweizer System wurde von der European Chess Union veranstaltet. Sieger wurde der Russe Wladislaw Artemjew.
Organisation
Modus
Gespielt wurde nach Schweizer System über eine Dauer von elf Runden. Als Bedenkzeit hatten die Spieler jeweils eine Startzeit von 90 Minuten, die nach dem 40. Zug um weitere 30 Minuten erweitert wurde. Zudem gab es ein Zeitinkrement von 30 Sekunden bereits ab dem ersten Zug. Bei Punktgleichheit wurde nach der durchschnittlichen Elo-Zahl der Gegner (ausgenommen des schlechtesten Wertes) unterschieden. Bestand auch hier ein Gleichstand, wurde weiter mittels Buchholz-Wertung (in der ersten Anwendung abzüglich des schlechtestgewerteten Gegners) unterschieden. Kann ein Gleichstand auch nicht über das direkte Duell aufgebrochen werden, wird per Los entschieden.[1]
Die Teilnahme stand grundsätzlich allen Mitgliedern der europäischen nationalen Verbänden frei. Spieler aus dem suspendierten bulgarischen Schachverband mussten unter der Flagge der European Chess Union antreten.
Preisgeld
Insgesamt wurden 100.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Aus dem Teilnehmerfeld erhielten die 20 bestplatzierten Spieler eine Prämie von mindestens 1000 €; der Sieger erhielt 20.000 €. Daneben gab es Spezialpreise in verschiedenen Kategorien. Neben den drei besten Frauen erhielten auch die drei besten Junioren (U18) und drei besten Senioren (Ü50) Preisgelder von bis zu 1000 €. Auch den sechs besten Mitgliedern der Association of Chess Professionals, die keinen der vorherigen Preise erhalten haben, wurde ein Preisgeld von 1000 € zugesprochen.[1]
Ergebnis
Insgesamt nahmen 361 Spieler aus 42 Ländern an der Europameisterschaft teil, darunter auch 29 Frauen. Die mit Abstand größte Gruppe kam dabei aus Russland, das 47 Spieler stellte. Dahinter folgten das Gastgeberland Nordmazedonien mit 24 Teilnehmern und die Türkei mit 23 Spielern. Aus Deutschland nahmen 19 Spieler am Turnier teil.[2]
Schon aus der Setzliste stach Wladislaw Artemjew mit einer Elo-Zahl von 2736 als Favorit heraus. Auch die auf Startrang 2 und 3 gesetzten Russen Tomaschewski und Dubow wiesen eine Elo-Zahl knapp über 2700 auf, verpassten aber mit den Plätzen 41 und 23 beide eine Spitzenplatzierung. Artemjew gehörte mit Remispartien in der dritten und fünften Runde zwischenzeitlich zum Verfolgerfeld und kam insgesamt auf 8,5 Punkte, wobei er ungeschlagen blieb und auch gegen den Drittplatzierten Kacper Piorun und den Viertplatzierten Maxim Rodshtein ein Remis erzielte. Von den übrigen Spielern konnte nur Nils Grandelius 8,5 Punkte aus den elf Runden gewinnen. Der Schwede hatte aufgrund einer Niederlage in der dritten Runde jedoch die schlechtere Feinwertung. Insgesamt neun Spieler folgten dahinter mit acht Punkten, darunter auch die Deutschen Liviu-Dieter Nisipeanu und Niclas Huschenbeth. Der Pole Piorun hatte mit Begegnungen gegen Artemjew, Grandelius, Rodhstein und den Fünftplatzierten Ferenc Berkes die beste Feinwertung unter allen punktgleichen Kontrahenten und wurde daher Dritter. Nisipeanu und Huschenbeth spielten vorwiegend gegen schwächere Gegner und erreichten ihrerseits eine etwas schlechtere Feinwertung und belegten abschließend die Plätze 7 und 9. Bester Österreicher wurde Markus Ragger auf dem 29. Platz.[3]
Über die Europameisterschaft qualifizierten sich 22 Spieler für den Schach-Weltpokal 2019.
| Platz | Teilnehmer | Elo-Zahl | Punkte | AROC1 |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Wladislaw Artemjew | 2736 | 8,5 | 2600 |
| 2. | Nils Grandelius | 2694 | 8,5 | 2595 |
| 3. | Kacper Piorun | 2631 | 8,0 | 2626 |
| 4. | Maxim Rodshtein | 2673 | 8,0 | 2622 |
| 5. | Ferenc Berkes | 2666 | 8,0 | 2595 |
| 6. | David Antón Guijarro | 2643 | 8,0 | 2577 |
| 7. | Liviu-Dieter Nisipeanu | 2670 | 8,0 | 2569 |
| 8. | Sergej Movsesjan | 2627 | 8,0 | 2539 |
| 9. | Niclas Huschenbeth | 2594 | 8,0 | 2531 |
| 10. | Grigori Oparin | 2613 | 8,0 | 2528 |
| 11. | Eltac Səfərli | 2662 | 8,0 | 2515 |
| 12. | Johan-Sebastian Christiansen | 2539 | 7,5 | 2619 |
| 13. | Aljaksej Aljaksandrau | 2574 | 7,5 | 2604 |
| 14. | Iwan Tscheparinow | 2683 | 7,5 | 2603 |
| 15. | Paulius Pultinevičius | 2439 | 7,5 | 2600 |
| 16. | Andrei Jessipenko | 2603 | 7,5 | 2591 |
| 17. | Nikita Petrow | 2591 | 7,5 | 2586 |
| 18. | Boris Gelfand | 2655 | 7,5 | 2585 |
| 19. | Benjámin Gledura | 2630 | 7,5 | 2583 |
| 20. | Alexander Predke | 2611 | 7,5 | 2581 |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b European Individual Chess Championship 2019. (PDF; 368 KB) In: europechess.org. Abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
- ↑ European Individual Chess Championship 2019 – Landstatistik. In: chess-results.com. Abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ European Individual Chess Championship 2019 – Endtabelle nach 11 Runden. In: chess-results.com. Abgerufen am 11. November 2025.