Schach-Europameisterschaft 2018
Die Schach-Europameisterschaft 2018 (offiziell European Individual Chess Championship 2018) war die 19. Austragung einer Schach-Europameisterschaft und fand vom 17. bis 28. März 2018 im georgischen Batumi statt. Das Turnier nach Schweizer System wurde von der European Chess Union veranstaltet. Sieger wurde der Kroate Ivan Šarić.
Organisation
Modus
Gespielt wurde nach Schweizer System über eine Dauer von elf Runden. Als Bedenkzeit hatten die Spieler jeweils eine Startzeit von 90 Minuten, die nach dem 40. Zug um weitere 30 Minuten erweitert wurde. Zudem gab es ein Zeitinkrement von 30 Sekunden bereits ab dem ersten Zug. Bei Punktgleichheit zählten zuerst die direkten Duelle, danach wurde mittels Buchholz-Wertung (in der ersten Anwendung abzüglich des schlechtestgewerteten Gegners) unterschieden. Bei weiter bestehendem Gleichstand zählte erst die Zahl der Partien mit Schwarz, zuletzt die Zahl der gewonnenen Partien.[1]
Die Teilnahme stand grundsätzlich allen Mitgliedern der europäischen nationalen Verbänden frei. Spieler aus dem suspendierten bulgarischen Schachverband mussten unter der Flagge der FIDE oder der European Chess Union antreten.
Preisgeld
Insgesamt wurden 100.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Aus dem Teilnehmerfeld erhielten die 20 bestplatzierten Spieler eine Prämie von mindestens 1000 €; der Sieger erhielt 20.000 €. Daneben gab es Spezialpreise in verschiedenen Kategorien. Neben den drei besten Frauen erhielten auch die drei besten Junioren (U18) und drei besten Senioren (Ü50) Preisgelder von bis zu 1000 €. Auch den sechs besten Mitgliedern der Association of Chess Professionals, die keinen der vorherigen Preise erhalten haben, wurde ein Preisgeld von 1000 € zugesprochen.[1]
Ergebnis
Insgesamt nahmen 302 Spieler aus 34 Ländern an der Europameisterschaft teil, darunter auch 23 Frauen. Die mit Abstand größte Gruppe kam dabei aus Russland, das 51 Spieler stellte. Dahinter folgten Armenien mit 34 Spielern, Gastgeberland Georgien mit 32 Sportlern und Aserbaidschan mit 29 Teilnehmern. Aus Deutschland nahmen 12 Spieler am Turnier teil.[2]
Der spätere Sieger Ivan Šarić musste sich in der sechsten Runde gegen den späteren Zweitplatzierten Radosław Wojtaszek geschlagen geben. Der Kroate konnte durch drei Siege in den letzten drei Runden allerdings als Einziger auf 8,5 Punkte aus elf Runden kommen und gewann daher die Europameisterschaft. Hinter ihm folgten sieben Spieler mit jeweils acht Punkten, von denen Wojtaszek durch Remispartien gegen Sanan Sjugirow, Gawain Jones und Anton Korobow die beste Feinwertung hatte und daher Zweiter wurde. Sjugirow und Jones blieben im Turnier ungeschlagen und belegten die Plätze 3 und 4. Der Setzlistenerste Dmitri Jakowenko kam nur auf 6,5 Punkte und belegte den 52. Platz. Bester Deutscher wurde Daniel Fridman mit 7,5 Punkten auf dem 31. Rang.[3]
Über die Europameisterschaft qualifizierten sich 23 Spieler für den Schach-Weltpokal 2019.
| Platz | Teilnehmer | Elo-Zahl | Punkte | BC1 | BUC |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Ivan Šarić | 2657 | 8,5 | 67,0 | 72,5 |
| 2. | Radosław Wojtaszek | 2738 | 8,0 | 72,0 | 77,0 |
| 3. | Sanan Sjugirow | 2652 | 8,0 | 69,5 | 74,0 |
| 4. | Gawain Jones | 2651 | 8,0 | 69,0 | 74,0 |
| 5. | Maxim Matlakow | 2707 | 8,0 | 67,0 | 72,0 |
| 6. | Luke McShane | 2647 | 8,0 | 67,0 | 71,5 |
| 7. | Anton Korobow | 2664 | 8,0 | 66,5 | 71,0 |
| 8. | Eltac Səfərli | 2639 | 8,0 | 63,5 | 69,0 |
| 9. | Tamir Nabaty | 2690 | 7,5 | 73,5 | 78,5 |
| 10. | Jewgeni Najer | 2683 | 7,5 | 70,5 | 75,0 |
| Anton Demtschenko | 2672 | 7,5 | 70,5 | 75,0 | |
| 12. | Nils Grandelius | 2646 | 7,5 | 69,0 | 74,5 |
| 13. | Daniil Juffa | 2521 | 7,5 | 69,0 | 71,5 |
| 14. | David Navara | 2737 | 7,5 | 68,5 | 73,5 |
| 15. | Ernesto Inarkijew | 2684 | 7,5 | 68,0 | 74,0 |
| 16. | Robert Howhannisjan | 2601 | 7,5 | 68,0 | 73,0 |
| 17. | Iwan Tscheparinow | 2693 | 7,5 | 68,0 | 72,5 |
| 18. | Benjamin Bok | 2622 | 7,5 | 67,0 | 71,5 |
| 19. | Miguel Santos Ruiz | 2488 | 7,5 | 67,0 | 70,5 |
| 20. | Nicat Abasov | 2608 | 7,5 | 66,5 | 71,0 |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b European Individual Chess Championship 2018. (PDF; 328 KB) In: europechess.org. Abgerufen am 12. November 2025 (englisch).
- ↑ European Individual Chess Championship 2018 – Landstatistik. In: chess-results.com. Abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ European Individual Chess Championship 2018 – Endtabelle nach 11 Runden. In: chess-results.com. Abgerufen am 12. November 2025.