Andrei Jewgenjewitsch Jessipenko

Andrei Jessipenko (2023)
Verband Russland Russland (bis 2022; seit 2025)
FIDE FIDE (2022 bis 2025)
Geboren 22. März 2002
Nowotscherkassk
Titel Großmeister (2018)
Aktuelle Elo‑Zahl 2698 (Januar 2026)
Beste Elo‑Zahl 2723 (März 2022)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Andrei Jewgenjewitsch Jessipenko (russisch Андре́й Евге́ньевич Есипе́нко, wiss. Transliteration Andrej Evgen'evič Esipenko, beim Weltschachbund FIDE Andrey Esipenko; * 22. März 2002 in Nowotscherkassk) ist ein russischer Schachspieler. Seit 2018 trägt er den Titel Großmeister im Schach.

Leben

Jessipenko erlernte das Schachspiel im Alter von fünf Jahren von seinem Vater; als Erstklässler begann er an Schachturnieren teilzunehmen.[1] Schon sehr früh fiel er mit ausgezeichneten Ergebnissen bei Jugendturnieren auf: 2012 siegte er bei der Jugendeuropameisterschaft U10 in Prag mit 8,5/9[2]; bei der Europameisterschaft U12 2013 in Budva wurde er Zweiter.[3] Im Jahr 2014 gewann er die russische Jugendmeisterschaft U13, 2015 wurde er Vizeeuropameister U14 in Poreč (nach Wertung hinter Sergei Lobanow)[4], ebenso Zweiter bei der Jugendweltmeisterschaft U14 im selben Jahr in Porto Carras (nach Wertung hinter Schamsiddin Wochidow).[5] Im Jahr 2016 wurde er bei der Jugendweltmeisterschaft in Chanty-Mansijsk Zweiter nach Semjon Lomassow.[6]

Im Jahre 2017 wurde er nach Alexei Sorokin Zweiter bei der russischen Jugendmeisterschaft U20 in Sotschi. Im selben Jahr gewann er sowohl die Jugendeuropameisterschaft U16 in Mamaia[7], als auch die Jugendweltmeisterschaft U16 in Montevideo.[8] Ende dieses Jahres nahm er an der Schnellschachweltmeisterschaft in Riad teil, wo er hervorragende 7,5 Punkte in 15 Runden erzielte und u. a. Vizeweltmeister Sergei Karjakin in einer aufsehenerregenden Kombinationspartie schlug.[9]

Im Jahre 2018 wurde ihm der Titel des Großmeisters verliehen. Die erforderlichen Normen holte er bei den Aeroflot Open von Moskau 2016, der Europameisterschaft 2017 in Minsk und den Open von Gmund am Tegernsee (Internationale Bayerische Meisterschaft) 2017 und Gibraltar 2018.[10] Im März 2019 landete er bei der Europameisterschaft in Skopje auf dem geteilten 13. Rang (mit 7,5/11) und qualifizierte sich für den Schach-Weltpokal 2019.[11] Bei diesem eliminierte er in der ersten Runde den früheren FIDE-Weltmeister Ruslan Ponomarjow, bevor er in der zweiten Runde gegen Pjotr Swidler ausschied. Anfang 2021 sorgte er beim Turnier in Wijk aan Zee mit einem Sieg gegen Weltmeister Magnus Carlsen für Aufsehen.[12]

Jessipenko wurde von Dmitri Krjakwin, Sergei Schipow und Alexander Rjasanzew trainiert.

Im März 2022 legte Jessipenko seine russische Verbandszugehörigkeit nieder und spielte seither unter der Flagge der FIDE.[13] Seit 2025 gibt die FIDE wieder Russland als Verband an.

Sein bisher größter Erfolg ist der dritte Platz im Schach-Weltpokal 2025 und damit die Teilnahme am Kandidatenturnier Pegia 2026.

Jessipenko ist seit 2025 mit Sofia, einer Schwester von GM Sawwa Wetochin, verheiratet.[14]

Vereine

In der deutschen Schachbundesliga war Jessipenko von 2021 bis 2023 zunächst für den SK Doppelbauer Kiel aktiv. Zur Saison 2023/24 wechselte er zum Düsseldorfer SK 1914/25 in die zweite Liga und steuerte fünf Partien zum Wiederaufstieg bei. In der Folgesaison gehörte er mit zwölf Einsätzen zum Stammpersonal der Düsseldorfer Meistermannschaft.[15]

In Österreich spielte Jessipenko ab 2021 für den ASV Linz. Zunächst in der zweiten Liga, war er 2021/22 Spitzenspieler der Aufsteigermannschaft,[16] welche anschließend Dauersieger der österreichischen Schachbundesliga wurde. In der Saison 2022/23 absolvierte er sieben Partien für die Linzer;[17] 2023/24 steuerte er sechs Partien zum Titel bei und 2024/25 war er fünfmal im Einsatz.[18][19]

Darüber hinaus war Jessipenko auch schon bei anderen Mannschaftsmeisterschaften auf Vereinsebene vertreten. So wurde er im Juni 2023 mit Asnières le Grand Échiquier französischer Mannschaftsmeister.[20] In der chinesischen Mannschaftsmeisterschaft spielte Jessipenko 2019 für Beijing.

Commons: Andrey Esipenko – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Andrei Jessipenko – Russische Schachhoffnung (russisch)
  2. Endstand Europameisterschaft U10 Prag 2012
  3. Endstand Europameisterschaft U12 Budva 2013
  4. Endstand Europameisterschaft U14 Budva 2015
  5. Endstand Weltmeisterschaft U14 Porto Carras 2015
  6. Rossijski Stadium: Semjon Lomassow errang Jugendweltmeistertitel im Schach (russisch)
  7. Endstand Europameisterschaft U16 Mamaia 2017
  8. Endstand Weltmeisterschaft U16 Montevideo 2017
  9. Wokrug Schachmat: Сергей Карякин—Андрей Есипенко, Эр-Рияр, 2017 (russisch)
  10. FIDE: Jessipenkos bestätigte GM-Normen
  11. Endstand Europameisterschaft 2019
  12. Sieg gegen Carlsen
  13. Peter Doggers: „Russian Grandmasters Leave Russia: 'I Have No Sympathy For This War'“, online auf chess.com, veröffentlicht am 5. Mai 2022, abgerufen am 15. Juni 2022.
  14. Фото: женился российский шахматист Андрей Есипенко, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  15. GM Andrey Esipenko. In: schachbundesliga.de. Abgerufen am 27. November 2025.
  16. 2. BUNDESLIGA MITTE 2021/2022 – Teamaufstellung mit Einzelergebnissen. In: chess-results.com. Abgerufen am 27. November 2025.
  17. 1. BUNDESLIGA AUT 2022/2023 – Teamaufstellung mit Einzelergebnissen. In: chess-results.com. Abgerufen am 27. November 2025.
  18. 1. BUNDESLIGA AUT 2023/2024 – Teamaufstellung mit Einzelergebnissen. In: chess-results.com. Abgerufen am 27. November 2025.
  19. 1. BUNDESLIGA AUT 2024/2025 – Teamaufstellung mit Einzelergebnissen. In: chess-results.com. Abgerufen am 27. November 2025.
  20. French Team Championship - Top 16 – Teamaufstellung mit Einzelergebnissen. In: chess-results.com. Abgerufen am 27. November 2025.