Schach-Europameisterschaft 2016

Die Schach-Europameisterschaft 2016 (offiziell European Individual Chess Championship 2016) war die 17. Austragung einer Schach-Europameisterschaft und fand vom 12. bis 23. Mai 2016 im kosovarischen Gjakova statt. Das Turnier nach Schweizer System wurde von der European Chess Union veranstaltet. Sieger wurde der Russe Ernesto Inarkijew.

Organisation

Modus

Gespielt wurde nach Schweizer System über eine Dauer von elf Runden. Als Bedenkzeit hatten die Spieler jeweils eine Startzeit von 90 Minuten, die nach dem 40. Zug um weitere 30 Minuten erweitert wurde. Zudem gab es ein Zeitinkrement von 30 Sekunden bereits ab dem ersten Zug. Bei Punktgleichheit zählten zuerst die direkten Duelle, danach wurde mittels Buchholz-Wertung (in der ersten Anwendung abzüglich des schlechtestgewerteten Gegners) unterschieden. Bei weiter bestehendem Gleichstand zählte erst die Zahl der Partien mit Schwarz, zuletzt die Zahl der gewonnenen Partien.[1]

Die Teilnahme stand grundsätzlich allen Mitgliedern der europäischen nationalen Verbänden frei.

Preisgeld

Insgesamt wurden 120.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Aus dem Teilnehmerfeld erhielten die 22 bestplatzierten Spieler eine Prämie von mindestens 1000 €; der Sieger erhielt 20.000 €. Daneben gab es Spezialpreise in verschiedenen Kategorien. Zum einen wurden zehn Geldpreise von bis zu 1000 € anhand der Differenz zwischen Elo-Performance und Elo-Zahl vergeben. Für die fünf besten Senioren (Ü50) gab es Preisgelder von bis zu 1500 €. Auch den zehn besten Mitgliedern der Association of Chess Professionals, die keinen der vorherigen Preise erhalten haben, wurde ein Preisgeld von 1000 € zugesprochen.[1]

Ergebnis

Insgesamt nahmen 245 Spieler aus 39 Ländern an der Europameisterschaft teil, darunter jedoch nur eine Frau. Die mit Abstand größte Gruppe kam dabei aus dem Gastgeberland Kosovo mit 88 Spielern. Aus Russland kamen 18 Spieler; 15 Teilnehmer wurden vom ukrainischen Verband entsandt. Aus Deutschland nahmen sechs Spieler am Turnier teil.[2]

Ernesto Inarkijew blieb mit sieben Siegen und vier Remispartien ungeschlagen und kam als einziger Spieler auf neun Punkte aus elf Runden. Er gewann dabei auch gegen die direkten Verfolger Ihor Kowalenko und David Navara. Kowalenko wurde mit 8,5 Punkten Zweiter der Europameisterschaft und verlor nur gegen Inarkijew. Neben Navara kamen auch Baadur Dschobawa und Francisco Vallejo Pons auf acht Punkte. Dschobawa hatte mit einem Remis gegen Inarkijew und einer Niederlage gegen Navara die bessere Feinwertung und wurde Dritter. Bester deutscher Teilnehmer wurde Liviu-Dieter Nisipeanu mit 7,5 Punkten auf dem 21. Rang.[3]

Über die Europameisterschaft qualifizierten sich 23 Spieler für den Schach-Weltpokal 2017.

Platz Teilnehmer Elo-Zahl Punkte BC1 BUC
01. Russland Ernesto Inarkijew 2686 9,0 72,5 77,5
02. Lettland Ihor Kowalenko 2644 8,5 67,0 71,5
03. Georgien Baadur Dschobawa 2661 8,0 73,5 78,0
04. Tschechien David Navara 2735 8,0 72,5 78,5
05. Spanien Francisco Vallejo Pons 2700 8,0 71,0 77,0
06. Polen Radosław Wojtaszek 2722 7,5 76,0 82,0
07. Polen Kacper Piorun 2681 7,5 69,0 74,5
08. Frankreich Laurent Fressinet 2692 7,5 68,5 73,5
09. Russland Alexei Goganow 2600 7,5 68,5 71,0
10. Russland Daniil Dubow 2644 7,5 68,0 73,0
11. Russland Nikita Witjugow 2721 7,5 67,0 72,5
12. Bulgarien Iwan Tscheparinow 2685 7,5 67,0 72,0
Russland Jewgeni Najer 2681 7,5 67,0 72,0
14. Armenien Robert Howhannisjan 2632 7,5 66,5 70,5
15. Belarus Sjarhej Schyhalka 2647 7,5 66,0 71,0
Kroatien Mladen Palac 2577 7,5 66,0 71,0
17. Spanien Iván Salgado López 2618 7,5 66,0 69,5
18. Russland Alexei Drejew 2662 7,5 65,5 70,5
19. Spanien David Antón Guijarro 2616 7,5 65,5 69,5
20. Belarus Kiryl Stupak 2535 7,5 65,5 68,5

Einzelnachweise

  1. a b European Individual Chess Championship. (PDF; 356 KB) In: sahcg.me. Abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
  2. 17th European Individual Chess Championship – Landstatistik. In: chess-results.com. Abgerufen am 13. November 2025.
  3. 17th European Individual Chess Championship – Endtabelle nach 11 Runden. In: chess-results.com. Abgerufen am 13. November 2025.