Reckenneusig

Reckenneusig
Stadt Baunach
Koordinaten: 50° 0′ N, 10° 50′ O
Höhe: 249 m ü. NHN
Einwohner: 221 (1. Jan. 2025)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 96148
Vorwahl: 09544
Luftbild (2022)

Reckenneusig ist ein Gemeindeteil der Stadt Baunach im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Reckenneusig hat eine Fläche von 2,323 km². Sie ist in 759 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3060,01 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Leucherhof.[4]

Geografie

Das Kirchdorf liegt am rechten Ufer der Baunach. Im Süden fließt der Sendelbach vorbei, der beim Leucherhof als rechter Zufluss in die Baunach mündet. Im Westen grenzt der Lußberger Forst an, der auf den Erhebungen der Haßberge liegt. Die Bundesstraße 279 führt nach Reckendorf (1,7 km nördlich) bzw. nach Baunach (2,7 km südöstlich). Die Kreisstraße BA 37 führt entlang des Sendelbachs nach Dorgendorf (1,8 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Leucherhof (0,4 km nordöstlich).[5]

Geschichte

Reckenneussig gehörte bereits Ende des 14. Jahrhunderts zum bambergischen Oberamt Baunach-Stufenberg.[6]

Zur Realgemeinde Reckenneusig gehörte Leucherhof. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reckenneusig 34 Anwesen mit 36 Mannschaften (2 Höfe, Reifenhof mit 2 Mann, Taubenhof mit 4 Mann, 2 Sölden, 9 Erb, 1 Söldenhofstatt, 2 Söldenhäuser, 2 öde Hofstatt, 10 Häuser, 4 Tropfhäuser). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Baunach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kastenamt Baunach.[7]

Im Jahre 1802 kam Reckenneusig an das Kurfürstentum Bayern, 1810 an das Großherzogtum Würzburg und 1814 an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Zweiten Gemeindeedikts (1818) wurde die Ruralgemeinde Reckenneusig gebildet, zu der Leucherhof gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gleusdorf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern (1919 in Finanzamt Ebern umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Ebern (1939 in Landkreis Ebern umbenannt) für Reckenneusig zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Gleusdorf (1840 in Landgericht Baunach umbenannt und 1880 in Amtsgericht Baunach, 1932 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Ebern).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,326 km².[9]

Am 1. Januar 1972 wurde Reckenneusig im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Baunach eingemeindet.[10][11]

Baudenkmäler

In Reckenneusig gibt es vier Baudenkmäler:[12]

  • Austraße 5, 7: Bauernhaus
  • Berggasse 6: Katholische Filialkirche Rosenkranzkönigin
  • Eberner Straße 7: Ehemaliges Pfarrhaus und Ziehbrunnen
  • Kruzifix

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Reckenneusig gibt es ein Bodendenkmal.[12]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Reckenneusig

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885
Einwohner 118 201 229 214 217 223 199 205 191 193
Häuser[13] 27 44 43 39 39
Quelle [8] [8] [8] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20]
Jahr 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946
Einwohner 172 171 188 197 163 165 165 170 148 193
Häuser 39 40 38
Quelle [21] [14] [22] [14] [23] [14] [24] [14] [14] [14]
Jahr 1950 1952 1961 1970
Einwohner 202 205 184 195
Häuser 36 39
Quelle [25] [14] [9] [26]

Ort Reckenneusig

Jahr 1818 1840 1852 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961
Einwohner 100 177 207 191 178 168 162 149 187 177
Häuser[13] 24 40 39 36 37 35 34 37
Quelle [8] [8] [8] [15] [17] [20] [22] [24] [25] [9]
Jahr 1970 1987 2025
Einwohner 187 198  *221
Häuser 52
Quelle [26] [27] [1]

Religion

Reckenneusig ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Oswald (Baunach) gepfarrt.[7][9]

Literatur

Commons: Reckenneusig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. a b Einwohnerzahlen der Stadt Baunach mit Ortsteilen. In: stadt-baunach.de. Abgerufen am 29. November 2025.
  2. Stadt Baunach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. November 2025.
  3. Gemarkung Reckenneusig (092263). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 29. November 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. November 2025.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. November 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. I. Maierhöfer: Ebern, S. 71.
  7. a b I. Maierhöfer: Ebern, S. 146.
  8. a b c d e f g I. Maierhöfer: Ebern, S. 315f.
  9. a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 862 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 452.
  11. Baunach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 29. November 2025.
  12. a b Denkmalliste für Baunach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  13. a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1818 bis 1852 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  14. a b c d e f g h Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 197, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1142, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 183 (Digitalisat).
  17. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1297, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 74 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 210 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1232 (Digitalisat).
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 213 (Digitalisat).
  22. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1310 (Digitalisat).
  23. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 213 (Digitalisat).
  24. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1344 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1177 (Digitalisat).
  26. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 145 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 288 (Digitalisat).