Otto Sigismund von Erxleben
Otto Sigismund von Erxleben (geb. 11. November 1701 (oder 1702); gest. 24. April 1775 (oder 1774) in Selbelang) war ein preußischer Capitain und Landrat.
Herkunft und Leben
Otto Sigismund von Erxleben war ein Sohn von Ehrenreich Sigismund von Erxleben (1672–1739), Erbherr auf Selbelang, und dessen Ehefrau Friederike Ludomilla Sophie (1677–1739), geb. von Ribbeck aus dem Hause Ribbeck.
Seine jüngere Schwester Maria Sybilla Sophia (1705–1775) war die Ehefrau von Joachim Wilhelm von Redern (1706–1751) und Mutter des Landrats des Glien-Löwenbergischen Kreises Ehrenreich Sigismund Christoph von Redern (1735–1807).[1]
Leben
Von Erxleben trat etwa um das Jahr 1720 in das preußische Heer ein und stieg dort bis zum Rang eines Capitains auf. Nach einer insgesamt 20-jährigen Dienstzeit, wo er u. a. im späteren Infanterie-Regiment von Diringshofen gedient haben will, wurde er vom Militär verabschiedet. Zurückgekehrt in der Heimat, übernahm er das Gut seines Vaters. Ab dem 1. September 1751 assistierte er dem aufgrund seines Alters von den Pflichten entbundenen Landrat des Havelländischen Kreises Friedrich Christoph von Briest. Gemäß Ordre vom 15. Dezember 1751 sollten sich beide das Salär für den Posten als Landrat teilen.
Das Amt als Landrat gab er Ende 1768 oder Anfang 1769 auf, ihm im Amt folgte Carl Christoph von Broesicke. In einem Schreiben vom 25. Februar 1769 teilte man ihm mit, das man seinem Wunsch auf Pensionsleistungen nicht entsprechen werde. Nach seiner Verabschiedung wurde er denunziert und in einem nachfolgenden Prozess mit einer Haftstrafe belegt. Als er die Haft im Herbst 1770 für ein Jahr in Spandau antreten sollte, bat er um Haftverschonung. Er begründete dies unter Erwähnung seines hohen Alters und der langen Dienstzeit beim Militär.
Familie
Otto Sigismund von Erxleben war seit 1747 mit Gottliebe Elisabeth (1723–1808), geb. von Zieten aus dem Hause Dechtow, verheiratet. Ihre gemeinsamen Kinder waren:
- Dietrich George Siegmund (1748–1796), Capitain im Regiment von Kunheim
- Albertine Leopoldine Elisabeth (1749–1777), verheiratet seit 1766 mit Hans Georg V. von Ribbeck (1728–1784), Erb- und Gerichtsherr auf Seegefeld[2][3][4][5]
- Otto Friedrich (1750–1807), Erbherr auf Selbelang, Vater von Otto von Erxleben (1788–1856), preußischer Major, Domherr sowie Domdechant von Brandenburg, Gutsbesitzer
Literatur
- Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15 (= Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85). K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 251 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Neues preußisches Adelslexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten, Band 2, von Leopold von Zedlitz-Neukirch, Leipzig, 1836, Gebrüder Reichenbach in der Google-Buchsuche S. 487
- Adlige und bürgerliche Beamte in der friderizianischen Justiz- und Finanzverwaltung, von Rolf Straubel, 2010, BWV, Berliner Wissenschafts-Verlag in der Google-Buchsuche S. 179; ISBN 978-3-8305-1842-6 (eingeschränkte Vorschau)
Weblinks
- Otto Sigmund von Erxleben. In: ancestry.com. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- Otto Sigmund von Erxleben. In: myheritage.de. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15 (= Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85). K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 780–781 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Genealogische Nachrichten von H. von Redern. Aus den Kirchenbüchern von Spandau, Oranienburg, Seegefeld und Cladow. II. Abtheilung, von H. von Redern, 1880 in der Google-Buchsuche S. 211
- ↑ Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. Das Bistum Naumburg 2. Das Domstift Naumburg, Band 19, von Matthias Ludwig, 2021, De Gruyter in der Google-Buchsuche S. 758; ISBN 978-3-11-072712-8
- ↑ Die Herrenhäuser des Havellandes eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart, von Almut Andreae, Udo Geiseler (Hg.), 2001, Verlag Lukas in der Google-Buchsuche S. 273; ISBN
- ↑ Dirk Peters: Albertine Leopoldine Elisabeth von Erxlebenb. In: gedbas.de. 12. April 2023, abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).