Maria Trost (Rodalben)
| Maria Trost | ||
|---|---|---|
Maria-Trost-Kapelle, im Vordergrund das ebenfalls denkmalgeschützte Grabmal | ||
| Daten | ||
| Ort | Rodalben | |
| Baujahr | Frühmittelalter (ursprünglicher Standort), 1802 (aktueller Standort) | |
| Koordinaten | 49° 14′ 25,9″ N, 7° 38′ 6,2″ O | |
| Besonderheiten | ||
| Wiedererrichtung eines Bauwerks, das zuvor an anderer Stelle stand | ||
Die römisch-katholische Maria-Trost-Kapelle – alternativ Marienkapelle genannt – ist eine der Trösterin der Betrübten geweihte Kapelle in der Stadt Rodalben in Rheinland-Pfalz. Sie liegt im Bistum Speyer und steht unter Denkmalschutz. Zeitweilig führten Wallfahrten zu ihr.[1]
Lage
Das kleine Gotteshaus steht mit der Hausnummer 10 a auf der östlichen Seite der Kirchbergstraße innerhalb des früheren Friedhofs in der Parkanlage im Straßenfünfeck aus Kirchbergstraße, Clauser Weg, Haustelstraße, Gräfensteinstraße und Prinzregentenstraße. Unmittelbar vor der Kapelle steht ein Grabmal und etwas weiter weg ein Wegekreuz; beide sind ebenfalls denkmalgeschützt. Nördlich steht die katholische Kirche St. Josef.[2] Im näheren Einzugsgebiet stehen außerdem das katholische Pfarrhaus und das Jugendheim.[3][4]
Architektur
Die Kapelle ist ein rechteckiger Saalbau ohne Chor und Apsis mit Walmdach und Rundbogenportal. Die Nord- und die Südseite enthalten je zwei kleine Fenster.
Ausstattung
- Innenausstattung
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Innenraum
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Pietà
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Die Kapelle enthält einen Altar, Holzbänke und hinter dem Altar eine Pietà. Auf dem Altar stehen eine Herz-Jesu-Figur und eine Marienstatue. An der Stirnwand hinter dem Altar hängen zwei Bilder und im Kirchenschiff an den Seitenwänden die Kreuzwegstationen sowie rechts eine Kollage von Photos der Päpste Johannes XXIII., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus.[5] Eine hölzerne Pinnwand enthält Gedenkkreuze für verstorbene Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft.
Geschichte
Seit dem Frühmittelalter stand eine Kapelle am Eingang des Gewanns Lindersbach, in dem später der gleichnamige Stadtteil entstand. Womöglich war sie damals gemeinsames Gotteshaus für Rodalben und die später wüst gefallene Siedlung Lindersbach.[6] Bereits im 17. Jahrhundert wurde sie nach zwischenzeitlicher Zerstörung wieder aufgebaut.[7] Als 1760 im Dorf eine Viehseuche ausgebrochen war, betete die Rodalber Pfarrei vor ihrem Madonnenbild.[8]
1802 wurde eine Kapelle an der heutigen Stelle errichtet, nachdem die Vorgängerin 1793 durch Truppen der Französischen Revolution zerstört worden war. Sie stand fortan auf einem ebenfalls neu entstandenen Friedhof außerhalb der Bebauung und war auch Friedhofskapelle.[3] Dieser Friedhof ersetzte seinen Vorgänger, der unmittelbar um die Marienkirche herum gelegen hatte, und wurde bis 1914 genutzt.[9]
Von 1805, als sie einen neuen Altar erhielt, bis 1930, als die Kirche St. Josef geweiht wurde, war die Kapelle Ziel einer jährlichen Prozession an Christi Himmelfahrt.[10] Schon ab 1760, als die Kapelle noch am ursprünglichen Standort stand, bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war sie auch Ziel der Dankprozession am Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem am 21. November.[8]
Im August 2022 brachen Unbekannte in die Kapelle ein und entwendeten die dort installierte Kamera; die übrige Einrichtung blieb unversehrt.[5] Zu Weihnachten 2024 gestaltete der örtliche Künstler Gerhard Fath in der Kapelle eine Weihnachtskrippe.[11]
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz (PDF; 8,7 MB). Mainz 2023.
- Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte – eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 213–243.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Wallfahrtsorte in Deutschland R. In: sites.google.com. 15. November 2025, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Tourismus. In: stadt-rodalben.de. 25. November 2024, abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ a b Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 236.
- ↑ Pfarrei Maria Königin. In: rheinpfalz.de. 15. November 2025, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ a b Unbekannte beschädigen Maria-Trost-Kapelle. In: rheinpfalz.de. 25. August 2022, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 215.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Aus „gantz alter Zeit“. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 215.
- ↑ a b Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 226.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 240 f.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 226 f.
- ↑ Rodalber baut Weihnachtskrippe in der Maria-Trost-Kapelle. In: rheinpfalz.de. 23. Dezember 2024, abgerufen am 15. November 2025.