Marienkirche (Rodalben)
| Marienkirche | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Baustil | Romanik, Gotik, Barock | |
| Baujahr | Mittelalter | |
| Koordinaten | 49° 14′ 25,7″ N, 7° 37′ 55,7″ O | |
| Besonderheiten | ||
| über mehrere Jahre verteilte Bauphasen | ||
Die Marienkirche – eigentlich Katholische Kirche Mariä Geburt – ist eine römisch-katholische Kirche in Rodalben. Sie gehört zum Bistum Speyer und steht unter Denkmalschutz. Die Kirche war jahrhundertelang katholische Pfarrkirche des Ortes und wurde baulich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert beziehungsweise erweitert.
Lage
Das Bauwerk steht mit der Hausnummer 124 in der Hauptstraße. Unmittelbar westlich verläuft die Kirchstraße, die in südlicher Richtung später über die Marienbrücke führt. Unmittelbar nördlich beginnt die Dr.-Lederer-Straße. An der Kirche vorbei führt eine Route der Pfälzer Jakobswege.[1]
Geschichte
Der Kirchturm entstand im elften oder zwölften Jahrhundert und war zunächst lediglich ein Wehrturm. Der eigentliche Kirchenbau fand im 14. Jahrhundert statt. 1360 wird Rodalben erstmals als Sitz einer Pfarrei erwähnt; aus dieser Zeit stammt der alte Chor.[2]
Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Kirche sehr stark in Mitleidenschaft gezogen; das Schiff brannte aus und das Mauerwerk blieb nur noch unvollständig erhalten. Der damalige Gräfensteiner Amtmann Georg Faber ließ die gröbsten Schäden beheben und bewahrte das Bauwerk dadurch vor seinem vollständigen Verfall. Diese Maßnahmen waren 1661 abgeschlossen.[3]
Durch weitere Sanierungsmaßnahen war es ab Dezember 1662 wieder möglich, Gottesdienste zu halten. Während der Reunionskriege – vor allem im Pfälzischen Erbfolgekrieg – wurde die Kirche von den durchziehenden französischen Truppen als Kaserne und Pferdestall zweckentfremdet. Dadurch geriet das Gotteshaus erneut in einen verwahrlosten Zustand.[4]
Ab 1732 begann unter der Regie des Baumeisters Leonhard Jennewein eine architektonische Veränderung; von der bisherigen Kirche blieben lediglich der Turm und der alte Chor erhalten. Am 8. September 1735 waren die Arbeiten abgeschlossen.[5]
Da die vergleichsweise kleine Kirche trotz ihrer Vergrößerung gegen Ende es 19. Jahrhunderts von der Kapazität her der zwischenzeitlich angestiegenen Rodalber Bevölkerung nicht mehr gerecht wurde, entstand in den Jahren 1929 und 1930 vor Ort die neue katholische Kirche St. Josef, an die die Marienkirche den Status als Pfarrkirche abtrat.
Architektur
Die Kirche besteht aus einem romanischen Westturm, der Reste gotischer Wand- und Deckenmalerei enthält. Der Saalbau stammt aus der Zeit des Barock und wurde 1735 errichtet. Während dieser Zeit entstand ebenfalls der spitze Turm. Die Vorhalle mit zwei Türmen folgte 1886. Die Innenausstattung enthält ein Kruzifix, das mit den Jahreszahlen 1771 und 1894 bezeichnet ist und wahrscheinlich an Volksmissionen erinnert, die in diesen Jahren in Rodalben stattgefunden haben.
Orgel
Die Orgel wurde 1905 von Johannes Klais Orgelbau in Bonn als Opus 289 erbaut, und zwar für die Pfarrkirche St. Sebastian in Silz (Pfalz). Als diese Kirche abgerissen und durch eine größere Kirche ersetzt wurde, kam die Orgel 1981 nach Rodalben und wurde auf der Orgelempore über dem Eingangsprortal aufgestellt. Das Instrument hat pneumatische Trakturen und Kegelladen sowie neun Register auf zwei Manualen und Pedal.[6]
- Disposition
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- Koppeln: II/I, II/I (Sub), I/P, II/P, drei feste Kombinationen (Piano, Mezzoforte, Tutti), Automatisches Pianopedal
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz (PDF; 8,7 MB). Mainz 2023.
- Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 213–243.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 18. Oktober 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 214.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 217.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 218.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Rodalber Kirchengeschichte - eng mit der Ortsgeschichte verbunden. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 219 f.
- ↑ Rodalben, St. Marien – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 20. November 2025.