LNWR-Klasse Precursor (Whale)

LNWR-Klasse Precursor (Whale)
Lokomotive Nr. 513 Precursor im grauen Fotografieranstrich
Nummerierung: Fabriknummern Crewe Works: 4415–4419, 4440–4504, 4510–4549, 4660–4679
Anzahl: 130
Hersteller: LNWR Crewe Works
Baujahr(e): 1904–1907
Ausmusterung: 1927–1949
Bauart: 2’B n2
Dienstmasse: 60,1 t
Anfahrzugkraft: 80 kN
Treibraddurchmesser: 2057 mm
Steuerungsart: Joy
Zylinderanzahl: 2, innenliegend
Zylinderdurchmesser: 483 mm (19 in)
Kolbenhub: 660 mm (26 in)
Kesselüberdruck: 12,1 bar (175 psi)

Die Klasse Precursor der London and North Western Railway (LNWR), entworfen von George Whale, war eine Baureihe von Schnellzuglokomotiven mit der Achsfolge 2’B (Atlantic), von der zwischen 1904 und 1907 in den Crewe Works 130 Exemplare gebaut wurden. Sie gilt als erste Konstruktion Whales, die erfolgreich die umstrittenen Verbundlokomotiven seines Vorgängers Francis Webb ablösen konnten und darf nicht mit der von Webb entworfenen Precursor-Klasse verwechselt werden.

Geschichte

Die Klasse entstand als vergrößerte Version der Improved-Precedent-Klasse. Das Ziel bestand darin, die damals übliche Doppelbespannung von Schnellzügen zu vermeiden. Sie wurden vor allem auf Schnellzugstrecken zwischen London und Nordwestengland eingesetzt und waren von Beginn an ein Erfolg.[1] Die Klasse gilt als wichtiger Schritt in der Modernisierung der LNWR-Traktion. Sie war betrieblich zuverlässig, wenn auch nicht für die schwersten Dienste geeignet. Auf den steilen Abschnitten nach Shap Summit, dem höchsten Punkt der West Coast Main Line waren sie jedoch nicht leistungsfähig genug, sodass die Doppelbespannung weiterhin nötig blieb.

Ab 1913 erhielten einige Maschinen Überhitzer, vergrößerten Zylindern mit einem Durchmesser von 521 mm (2012 in) und Kolbenschiebern ausgestattet.

Beim Zusammenschluss der britischen Bahnen zu vier großen Gesellschaften im Jahr 1923 wurden die Lokomotiven von der London, Midland and Scottish Railway (LMS) übernommen und in die Leistungsklasse 2P für die Naßdampfmaschinen beziehungsweise 3P für die Heißdampfmaschinen eingestuft. Die nicht überhitzten Lokomotiven wurden zwischen 1927 und 1936 ausgemustert, die überhitzten bis 1949.[2] Keine einzige Lokomotive blieb erhalten.

Varianten

Auf Basis der Precursor-Klasse entstanden die folgenden Varianten:

  • Precursor Tank (1906): Tenderlokomotive für den Vorortverkehr, Bauart 2’B1’ n2t
  • Experiment (1905): Schwere Schnellzuglokomotive, Bauart 2’C n2
  • George the Fifth-Klasse (1910): durch Charles Bowen-Cooke weiterentwickelte Heißdampfversion der Precursor-Klasse, Bauart 2’B h2
Commons: LNWR-Klasse Precursor – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. O.S. Nock: LNWR. Ian Allan, London 1980, ISBN 978-0-7110-0969-1, S. 67 (englisch, archive.org [abgerufen am 29. November 2025]).
  2. LNWR/LMS Whale "Precursor" Class 4-4-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).