LNWR-Klasse Experiment (Whale)
| LNWR-Klasse Experiment | |
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Lokomotive Nr. 165 City of Lichfield
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| Nummerierung: | Fabriknummern Crewe Works: 3112–3141, 3354–3363, 3365–3384, 3441–3470 LMS: 5450–5553 (umgebaute: 5554) ab 1934: 25456…25552 |
| Anzahl: | 105 |
| Hersteller: | LNWR Crewe Works |
| Baujahr(e): | 1905–1910 |
| Ausmusterung: | 1925–1935 |
| Bauart: | 2’C n2 (umgebaute: 2’C h4) |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Dienstmasse: | 66,8 t |
| Anfahrzugkraft: | 83 kN (umgebaute: 90 kN) |
| Treibraddurchmesser: | 1905 mm |
| Steuerungsart: | Joy (umgebaute: Dendy-Marshall) |
| Zylinderanzahl: | 2 (umgebaute: 4) |
| Zylinderdurchmesser: | 483 mm (19 in) umgbaut: 356 mm (14 in) |
| Kolbenhub: | 660 mm (26 in) |
| Kesselüberdruck: | 12,1 bar (175 psi) |
| Strahlungsheizfläche: | 12,4 m² |
| Entworfen von George Whale | |
Die Klasse Experiment der London and North Western Railway (LNWR) war eine von George Whale entworfene Baureihe von 105 Dampflokomotiven der Achsfolge 2’C (Ten-Wheeler) für den gemischten Einsatz vor Personen- und Güterzügen[1], die zwischen 1905 und 1910 in den bahneigenen Crewe Works gebaut wurde. Sie war eine um ein Treibradsatz verlängerte Version seiner Precursor-Klasse. Bis 1935 wurden alle ausgemustert, keine einzige blieb erhalten.
Geschichte
Die Experiment-Klasse von Whale war die erste Ten-Wheeler-Lokomotive der LNWR. Sie war im Wesentlichen eine verlängerte Version der Precursor-Klasse mit etwas kleineren Kuppelradsätzen, um die Haftung zu verbessern. Die erste Lokomotive erschien 1905 und trug die Nr. 66 zusammen mit dem Namen Experiment, was der Klasse den Namen gab.
Die Lokomotiven wurden hauptsächlich vor Personenzügen eingesetzt und waren eher mittelmäßig konstruiert. Whale ließ ohne Unterbrechung 100 Stück bauen, weil ein Produktionsstopp und Neustart teurer gewesen wäre, als die Fertigung einfach durchlaufen zu lassen. Die Schwäche des Entwurfs lag in der nicht sehr tiefen Feuerbüchse, die im Vergleich zu den Precursor-Lokomotiven eine um 19 % kleinere Strahlungsheizfläche hatte. Zudem benötigten die Experiment-Lokomotiven wegen der kleineren Antriebsräder für die gleiche Geschwindigkeit mehr statt weniger Dampf.[1.1]
Im Jahr 1915 wurde die Nr. 1361 Prospero zu einer Heißdampf-Vierzylinder-Lokomotive umgebaut, die mit einer Dendy-Marshall-Steuerung mit Kolbenschiebern ausgerüstet war. Bei dieser Bauart der Steuerung sitzen die Kolbenschieber von zwei Zylindern auf derselben Stange, was unabhängig von der Abnutzung der mechanischen Bauteile die Dampfzufuhr zu den Zylindern synchron hält. Es wurden keine weiteren Lokomotiven auf diese Art umgebaut, jedoch erhielten die Lokomotiven 2624 Saracen und 1993 Richard Moon Überhitzer.
Bei der Zusammenlegung der britischen Bahnen in vier große Gesellschaften im Jahre 1923 übernahm die London, Midland and Scottish Railway (LMS) alle Lokomotiven. Sie wurden in die Leistungsklasse 3P eingeteilt und erhielten die Betriebsnummern 5450 bis 5553 in der Reihenfolge ihres Baujahres. Die Vierzylinder-Lokomotive Nr. 1361 Prospero erhielt die Nummer 5554.[2]
Ab 1925 begann man, die Lokomotiven auszumustern, sodass 1934 nur noch 20 Stück übrig waren. Diese erhielten neue Nummern, indem man eine 2 vor die bestehende Betriebsnummer setzte. Die letzte Lokomotive wurde im September 1935 außer Dienst gestellt.[2]
Die Lokomotiven der Experiment-Klasse waren lediglich 15 bis knapp 30 Jahre im Einsatz,[2] dienten jedoch als Grundlage für die Entwicklung der Heißdampf-Lokomotiven der Prince-of-Wales-Klasse[3.1] und die Klasse der 19in Express Goods.[1.1]
Einzelnachweise
- ↑ 4-6-0 Steam Locomotives in Great Britain – London & North Western. Abgerufen am 27. November 2025.
- ↑ a b c LNWR/LMS Whale "EXP" Class 4-6-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Ernest Leopold Ahrons: The British steam railway locomotive, 1825-1925. Locomotive Pub. Co., London 1927 (archive.org [abgerufen am 27. November 2025]).
- ↑ S. 331″